Minya startet erste exportorientierte Süßkartoffelernte im Rahmen eines FAO-Pilotprojekts
Fünfzehn Landwirtinnen in der ägyptischen Provinz Minya haben auf 15 Feddan angebaute Süßkartoffeln für internationale Märkte geerntet. Das von der FAO unterstützte Pilotprojekt verbindet Kleinbetriebe mit Daltex Agricultural und vermittelt Export- und Produktionsstandards.
Exportorientierte Ernte beginnt in Minya
Fünfzehn Landwirtinnen im Dorf Kom El-Mahras in der ägyptischen Provinz Minya haben mit der ersten Ernte von Süßkartoffeln aus einem Pilotprojekt für internationale Märkte begonnen. Laut Al-Masry Al-Youm umfasst die Anbaufläche 15 Feddan; das Vorhaben gehört zur Initiative „Women’s Product — Women’s Mark“.
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen veranstaltet den Ernteauftakt am Donnerstag, dem 17. September, gemeinsam mit dem ägyptischen Ministerium für Landwirtschaft und Landgewinnung, dem Ministerium für soziale Solidarität, dem Nationalen Frauenrat und Partnern aus der Privatwirtschaft. Die vorliegenden Berichte nennen weder Zielmärkte noch geplante Liefermengen oder einen erwarteten Exportwert.
Die Initiative ist Teil eines Projekts zur Verbesserung der sozioökonomischen Lage, Ernährungssicherheit und Handlungsfähigkeit ländlicher Gemeinden in Minya. Finanziert wird es von der Königlich Norwegischen Botschaft in Kairo; die FAO setzt es gemeinsam mit dem Ministerium für soziale Solidarität um.
Schulungen zielen auf Exportanforderungen
Nach Angaben von Al-Masry Al-Youm erhielten die 15 Teilnehmerinnen eine spezielle Schulung zur Produktion von Süßkartoffeln gemäß den Anforderungen der Exportmärkte. Während der verschiedenen Anbauphasen wurden sie zudem technisch beraten und begleitet, sodass sie das Wissen nun bei einer kommerziellen Ernte anwenden können.
An dem Pilotprojekt sind die FAO, Daltex Agricultural, das Ministerium für soziale Solidarität, der Nationale Frauenrat und das Ministerium für Landwirtschaft und Landgewinnung beteiligt. Vertreter von Daltex Agricultural und staatlichen Partnern sollen gemeinsam mit AbdulHakim Elwaer teilnehmen, dem stellvertretenden Generaldirektor und Regionalvertreter der FAO für den Nahen Osten und Nordafrika.
Durch Daltex Agricultural verfügt das Projekt über eine direkte Verbindung zur Privatwirtschaft. Erklärtes Ziel ist es, Kleinbetriebe und insbesondere Produzentinnen in landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Exportmärkte einzubinden. Die Einhaltung ausländischer Spezifikationen allein reicht jedoch nicht aus; notwendig sind auch Geschäftsbeziehungen, Nacherntebehandlung und Zugänge zu Abnehmern.
Kleines Pilotprojekt vor dem Markttest
Mit 15 Feddan und 15 beteiligten Landwirtinnen bleibt das Projekt zunächst klein. Seine unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung hängt von Menge und Qualität der Ernte, der Abnahme durch Käufer und der Frage ab, ob aus der exportorientierten Ernte bestätigte Lieferungen werden. Keine dieser Größen wurde in den Quellen beziffert.
Für die ländlichen Produzenten in Minya ist das Vorhaben dennoch ein praktischer Test, ob kleine Flächen an höherwertige Agraraktivitäten angebunden werden können. Erfüllt die Ware die Käuferanforderungen und erreicht internationale Märkte, könnten die beteiligten Haushalte zusätzliche Einnahmen erzielen und lokale Institutionen Erfahrungen mit exportkonformer Produktion sammeln. Für eine Ausweitung wären Daten zu Erträgen, Sortierung, Verpackung, Logistik und Erlösen der Betriebe erforderlich; diese liegen bislang nicht vor.