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Micron erwartet 2027 und 2028 knapperen Speicher und sieht humanoide Roboter als nächsten Treiber

Micron meldete am 30. September mit 54,23 Milliarden US-Dollar einen Rekordumsatz und erwartet für 2027 und 2028 ein deutlich angespannteres Verhältnis von Angebot und Nachfrage als 2026. Erstmals beziffert der Hersteller den Bedarf humanoider Roboter mit mehr als 200 GiB DRAM, während über 75 Prozent der Produktion für 2027 bereits vergeben sind.

Micron erwartet 2027 und 2028 knapperen Speicher und sieht humanoide Roboter als nächsten Treiber

Micron erwartet, dass sich die Knappheit am Speichermarkt weiter verschärft, und hat den Speicherbedarf humanoider Roboter erstmals konkret beziffert. Der US-Hersteller legte am 30. September die Zahlen für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 vor und meldete laut pcgameshardware.de mit 54,23 Milliarden US-Dollar einen Rekordumsatz.

Angebot und Nachfrage sollen 2027 und 2028 „deutlich angespannter“ sein als 2026; wann sich der Markt wieder ausgleicht, kann das Unternehmen nach eigener Aussage nicht absehen. Konkurrent SK Hynix rechnet inzwischen mit einem Engpass bis Ende 2030.

Physical AI als nächster Nachfragetreiber

In den vorbereiteten Ausführungen zur Telefonkonferenz hat Micron humanoide Roboter erstmals mit einem konkreten Speicherbedarf verknüpft. Die Rechnung beginnt beim autonomen Fahren: Fahrzeuge ab Level 4 kommen nach Unternehmensangaben typischerweise auf mehr als 200 GiB DRAM sowie SSD-Speicher im Bereich mehrerer Terabyte, und einen vergleichbaren Bedarf erwartet Micron bei humanoiden Robotern.

Bis zum Ende des Jahrzehnts könne Physical AI, also KI in Robotern und autonomen Fahrzeugen, zu einem bedeutenden Treiber der Nachfrage nach DRAM und NAND werden. Mehrere Kunden aus diesem Segment testen bereits Muster der kommenden Generation; laut Pressemitteilung hat Micron die Bemusterung von LPDDR6 aus der 1-Gamma-Fertigung (1γ) für diesen Markt gestartet. In verkürzter Form verbreitete der Marktstratege Shay Boloor die Aussage auf X.

Die Rechnung und ihre Grenzen

Ein gut ausgestatteter Gaming-PC kommt heute mit 32 GiB RAM aus; ein einzelner Roboter entspricht nach Microns Rechnung dem Arbeitsspeicher von gut sechs solcher Rechner. Eine Million humanoider Roboter würde mindestens 200 Millionen GiB DRAM binden – so viel wie in 6,25 Millionen Gaming-PCs steckt.

Die Mengen hängen an einem unsicheren Zeitplan. Morgan Stanley rechnet bis 2050 mit mehr als einer Milliarde humanoider Roboter im Einsatz, rund 930 Millionen davon in Industrie und Gewerbe – gemeint ist der Bestand, nicht die Zahl jährlicher Auslieferungen, was in mehreren Berichten über Microns Aussagen durcheinandergeht; bis Mitte der 2030er-Jahre erwartet die US-Bank nur eine langsame Verbreitung. Microns Zeitrahmen bis zum Ende des Jahrzehnts dürfte daher vor allem vom autonomen Fahren getragen werden; auf die Speicherpreise der nächsten zwei Jahre hat die Robotik praktisch keinen Einfluss, Taktgeber bleibt das Rechenzentrum. Für Micron beantwortet der Roboter eine andere Frage: wer den Speicher kauft, falls die KI-Ausgaben der Hyperscaler abflachen.

Vergebene Produktion, Preise und Margen

Mehr als 75 Prozent der Produktion für das Geschäftsjahr 2027 sind vertraglich vergeben, und 26 mehrjährige Lieferverträge decken mehr als 35 Prozent des erwarteten Umsatzes bis 2030 ab; einige Kunden fragen bereits nach Liefergarantien für die Zeit danach. Ein Großteil der steigenden Investitionen fließt in neue Reinraumflächen, die ab Ende 2028 bereitstehen sollen: Bevor sie produzieren, entsteht kein Überangebot, das die Preise nennenswert drücken könnte.

Im abgelaufenen Quartal stiegen Microns Verkaufspreise für DRAM gegenüber dem Vorquartal um knapp 20 Prozent, bei NAND um rund 30 Prozent. Im Handel kostete ein Kingston Fury Beast mit 32 GiB DDR5-6000 CL30 im PCGH-Preisvergleich am 31. August ab 549 Euro, Mitte September 2025 lag dasselbe Kit noch bei 114 Euro – damit hat die Speicherkrise 20 Jahre Preisverfall beim Arbeitsspeicher aufgezehrt. Die Sparte Mobile and Client erzielte im vierten Quartal eine Bruttomarge von 90 Prozent, sieben Prozentpunkte mehr als das Cloud-Geschäft, zu dem auch HBM für KI-Beschleuniger zählt.

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