Mexiko weitet Förderung für Maiserzeuger mit Preisabkommen und Saatgutprogramm aus
Mexiko will den Absatz von heimischem Weißmais über eine Vereinbarung zwischen Betriebsmittellieferanten, Landwirten und Käufern ordnen. Zudem sollen 600.000 Landwirte einheimisches Saatgut verbessern; die Regierung erwartet rund 1 Million Tonnen mehr Mais in diesem Jahr.
Weißmais-Abkommen soll Erzeugermargen sichern
Mexikos Regierung weitet die Förderung der heimischen Maisproduktion durch eine Handelsvereinbarung aus, die die Erträge kleiner und mittlerer Betriebe verbessern soll. Präsidentin Claudia Sheinbaum stellte die Maßnahme in ihrem zweiten Regierungsbericht als Teil einer breiteren Politik zur Stärkung der nationalen Nahrungsmittelproduktion und der Eigenversorgung vor.
El Economista zufolge bringt die Vereinbarung Anbieter von Saatgut und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, Landwirte und Käufer zusammen, um den Absatz von in Mexiko erzeugtem Weißmais zu ordnen. Laut Sheinbaum sollen kleinere Erzeuger eine angemessene Rendite erzielen, die ihre Produktionskosten deckt. Zugleich soll die Regelung den Tortilla-Markt stabilisieren und damit die Wirtschaftlichkeit der Betriebe mit Preis und Verfügbarkeit eines mexikanischen Grundnahrungsmittels verbinden. Keine der Veröffentlichungen nennt einen garantierten Maispreis oder erläutert, wie Käufe, Mengen und Durchsetzung geregelt werden.
Saatgutprogramm organisiert 600.000 Landwirte
Ergänzt wird die Handelsinitiative durch El Maíz es la Raíz, ein Programm zur Erhaltung und Verbesserung einheimischer Maissorten. Nach Angaben von El Economista und Gastrolab sollen in diesem Jahr 600.000 Landwirte in Erzeugergruppen organisiert werden, um Saatgut mit traditionellen Methoden zu verbessern. Das Programm soll die Produktivität und den Eigenverbrauch fördern und zugleich die genetische Vielfalt der einheimischen mexikanischen Maisformen erhalten.
Beide Maßnahmen setzen an unterschiedlichen Stellen der Produktionskette an. Die Saatgutverbesserung betrifft Ertrag, Widerstandsfähigkeit und die weitere Nutzung lokaler Sorten; das Weißmais-Abkommen regelt dagegen die Bedingungen, zu denen marktfähige Mengen an Käufer gelangen. Für die Erzeuger hängt die Wirkung davon ab, ob eine bessere Saatgutleistung mit Preisen einhergeht, die die Anbaukosten decken. Käufer und Verarbeiter, darunter Akteure der Tortilla-Lieferkette, werden beobachten, ob der koordinierte Absatz das heimische Angebot verstetigt.
Regierung erwartet 1 Million Tonnen zusätzlichen Mais
Sheinbaum erklärte, die mexikanische Maisproduktion werde infolge der Maßnahmen zur Ernährungssouveränität in diesem Jahr um rund 1 Million Tonnen steigen, berichtete El Economista. Außerdem stellte sie zusätzliche 300.000 Tonnen Bohnen in Aussicht. Die Berichte nennen weder eine Vergleichsbasis noch eine regionale Aufschlüsselung oder einen Erntezeitplan, weshalb die erwartete Wirkung auf die nationale Versorgungsbilanz schwer einzuschätzen ist.
Die Maismaßnahmen gehören zu einem größeren Paket für den ländlichen Raum. Laut El Economista nehmen 1,889 Millionen Landwirte an Producción para el Bienestar teil, während mehr als 2,157 Millionen Erzeuger kostenlosen Dünger erhalten. Weitere 445.000 Landwirte sind bei Sembrando Vida registriert. Gastrolab berichtet zudem von rund 200.000 Fischern, die von Bienpesca profitieren, sowie von 25.000 Erzeugern und Fischern, die über Cosechando Soberanía Agrarkredite erhalten haben. Bezahlbare Milch bleibt nach Regierungsangaben für 7 Millionen Familien verfügbar. Entscheidend für den Maissektor wird sein, ob die Programme höhere Produktion und stärkere heimische Saatgutsysteme in dauerhafte Erzeugermargen überführen, ohne die Kosten für Tortilla-Hersteller und Verbraucher zu destabilisieren.