Mexiko könnte trotz kleinerer Maisernte weltweit auf Rang sieben steigen
Mexiko könnte 2026–2027 mit rund 24,1 Millionen Tonnen zum siebtgrößten Maisproduzenten der Welt aufsteigen. Der Ranggewinn wäre trotz einer kleineren eigenen Ernte möglich, während die globalen Produktionsprognosen sinken.
Höherer Rang trotz geringerer Ernte
Mexiko könnte im Wirtschaftsjahr 2026–2027 vom achten auf den siebten Platz unter den größten Maisproduzenten der Welt vorrücken. Das geht aus Schätzungen hervor, die FIRA im Bericht Panorama Agroalimentario Maíz 2026 anführt. Erwartet werden rund 24,1 Millionen Tonnen, etwas weniger als die für 2025–2026 geschätzten 24,7 Millionen Tonnen.
Der erwartete Ranggewinn beruht somit nicht auf einem Ausbau der mexikanischen Produktion. Er deutet vielmehr darauf hin, dass Veränderungen bei anderen großen Erzeugern die globale Reihenfolge verschieben könnten. Laut El Tiempo entsprachen Mexikos 24,7 Millionen Tonnen im Zeitraum 2025–2026 rund 1,9% der weltweiten Produktion.
Mexiko verfügt zudem über eine der größten Maisflächen weltweit. Mit rund 6,7 Millionen Hektar belegte das Land 2025–2026 bei der Erntefläche Rang sieben. China führte mit etwa 45 Millionen Hektar, gefolgt von den USA mit 36,9 Millionen Hektar. Das Verhältnis von Fläche und Erzeugung macht die erheblichen Ertragsunterschiede zwischen Mexiko und den führenden Produzenten sichtbar.
USA, China und Brasilien bleiben vorn
Die USA blieben 2025–2026 mit rund 432,34 Millionen Tonnen beziehungsweise 32,5% der Weltproduktion der größte Maiserzeuger. China belegte mit 301,24 Millionen Tonnen den zweiten und Brasilien mit 141 Millionen Tonnen den dritten Platz. Die Schätzungen für 2026–2027 sehen die USA weiterhin an der Spitze.
FIRA bezifferte die globale Maisernte 2025–2026 auf den Rekordwert von 1,327 Milliarden Tonnen. Das waren 7,6% mehr als im vorherigen Wirtschaftsjahr. Die Erntefläche betrug 215,1 Millionen Hektar, der durchschnittliche Ertrag 6,17 Tonnen je Hektar. Für 2026–2027 prognostizierte das US-Landwirtschaftsministerium annähernd 1,300 Milliarden Tonnen, weiterhin das zweithöchste jemals erfasste Volumen.
Europäisches Wetter belastet den Ausblick
Die jüngste Prognose der FAO veranschlagt die globale Maisproduktion 2026 auf 1,309 Milliarden Tonnen und liegt damit 0,6% unter ihrer Juni-Schätzung. Ausschlaggebend waren vor allem schlechtere Ernteaussichten in der Europäischen Union, insbesondere in Frankreich und Polen. Heißes, trockenes Sommerwetter schädigte dort die Bestände und verringerte die erwarteten Erträge.
Trotz der Korrektur erwartet die FAO für 2026 eine globale Getreideproduktion von 2,980 Milliarden Tonnen. Dies wäre die zweitgrößte jemals verzeichnete Ernte. Das Maisangebot bliebe damit historisch hoch, würde jedoch unter dem vorangegangenen Rekord liegen.
Nachfrage und Handelsrisiken beeinflussen das Angebot
Der weltweite Maisverbrauch wuchs in den fünf Wirtschaftsjahren von 2021–2022 bis 2025–2026 durchschnittlich um 2,4% pro Jahr und erreichte mit rund 1,300 Milliarden Tonnen einen Rekord. Die Verwendung als Futtermittel legte jährlich im Durchschnitt um 2,7% zu. Der Einsatz für Lebensmittel und industrielle Zwecke stieg im gleichen Zeitraum um 2%.
Die FAO erwartet, dass die USA ihre Position als führender Maisexporteur dank robuster globaler Nachfrage und wettbewerbsfähigerer Lieferungen festigen. Argentinien könnte seine Ausfuhren auf 39 Millionen Tonnen erhöhen und sich damit dem Volumen Brasiliens annähern. Europa könnte wegen der gesenkten Produktionsprognosen zusätzliche Importnachfrage erzeugen.
Der Handel über das Schwarze Meer bleibt unsicher. Russland und die Ukraine dürften weiterhin bedeutende Mengen exportieren, doch Bedingungen im Seeverkehr, logistische Risiken und Einschränkungen auf den Routen könnten Zeitpunkt und Verteilung der Lieferungen beeinflussen. Für Produzenten, Verarbeiter und Händler ist weniger Mexikos neuer Rang entscheidend als das Zusammenspiel aus begrenzterer Weltproduktion, steigendem Verbrauch und unsicherer Logistik.