Metlen und Houtris planen Gemeinschaftsunternehmen für Militärfahrzeuge auf Zypern
Metlens Verteidigungssparte M Technologies und das zyprische Unternehmen Houtris wollen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Militärfahrzeugen auf Zypern gründen. Das Vorhaben ist mit dem EU-Programm SAFE verbunden, aus dem Zypern Finanzierungen von 1,18 Milliarden Euro erwartet.
Gemeinsame Gesellschaft soll Kapazitäten auf Zypern schaffen
Der griechische Industriekonzern Metlen hat über seine Verteidigungssparte M Technologies mit dem zyprischen Hersteller Houtris eine exklusive Kooperationsvereinbarung geschlossen. Beide Partner wollen auf Zypern ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Es soll neue Kapazitäten für Produktion, Integration und Betreuung von Verteidigungssystemen aufbauen. Als erstes Fertigungsfeld sind Militärfahrzeuge im Rahmen des EU-Programms SAFE vorgesehen.
Business Daily zufolge sollen die internationale Projekterfahrung und die industriellen Fähigkeiten von M Technologies mit der lokalen Fertigungsbasis und Marktkenntnis von Houtris verbunden werden. Vereinbart sind außerdem Technologietransfer, der Aufbau spezialisierter Qualifikationen und die Nutzung vorhandener zyprischer Industriekapazitäten. Später könnten die Partner auch in der weiteren Region Produktion, Wartung und technische Unterstützung anbieten.
Investitionsvolumen, Beteiligungsverhältnisse und geplante Kapazität wurden noch nicht genannt. Laut Mononews stehen nun die Ausarbeitung des Geschäfts- und Investitionsplans sowie der Bau eines neuen Werks auf Zypern an. Dessen Produktionsprogramm soll sich nach den Beschaffungsvorhaben der zyprischen Regierung richten.
SAFE-Finanzierung stützt den Industrieplan
Das Projekt fällt in eine Phase, in der Zypern die zinsgünstigen Finanzierungen aus SAFE nutzen will. Mit dem Instrument möchte die EU die europäische Verteidigungsbeschaffung und -produktion stärken. Mononews berichtet, Zypern sei als sechster EU-Mitgliedstaat dem Programm beigetreten und erwarte 1,18 Milliarden Euro. Ein Teil könnte in Produktionsaktivitäten von Metlen und Houtris fließen; eine konkrete Zuweisung an das Gemeinschaftsunternehmen gibt es bislang nicht.
M Technologies ist laut Business Daily bereits an Produktion oder Betreuung der Luftverteidigungssysteme Patriot, der Leopard-Panzer und von Komponenten für Fregatten des Typs FDI HN, auch Belharra genannt, beteiligt. Mit dem Vorhaben erhält Metlen eine Fertigungsposition in einem neuen nationalen Markt und erweitert sein Verteidigungsgeschäft über die bestehende griechische Industriebasis hinaus.
Lokale Fahrzeugkompetenz trifft auf größere Programme
Houtris firmiert offiziell als Spyros Houtris & Sons Ltd und wurde 1980 gegründet. Anfangs stellte das Unternehmen Lkw-Aufbauten und Spezialfahrzeuge her. Der familiengeführte Betrieb unter Leitung von Geschäftsführer Giannis Houtris entwickelt heute Militär- und Spezialfahrzeuge, mobile Führungszentren, Unterstützungssysteme und weitere industrielle Speziallösungen. Zu den Kunden zählen das zyprische Verteidigungsministerium, die Nationalgarde, Polizei und Feuerwehr sowie Organisationen im Ausland.
Houtris erhält durch die Partnerschaft Zugang zu einem größeren Industrieunternehmen mit Erfahrung in komplexen internationalen Verteidigungsprogrammen. Zypern kann mehr Produktion, Integration und Wartung im eigenen Land halten, statt lediglich fertige Fahrzeuge zu beschaffen. Für Griechenland erweitert das Vorhaben die Rolle seiner Verteidigungshersteller im östlichen Mittelmeer und in den durch EU-Programme geförderten Lieferketten.
Ein Fahrzeugmodell, ein Produktionsbeginn, ein Kundenauftrag oder Exportziele sind in der Vereinbarung noch nicht genannt. Die Umsetzung hängt damit von den Beschaffungsentscheidungen der zyprischen Regierung, dem endgültigen Investitionsplan und der Zulassung für SAFE-finanzierte Projekte ab. Zunächst entsteht eine formelle griechisch-zyprische Produktionsplattform, die sich um künftige Aufträge für Landsysteme bewerben kann.