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Mehr Eigenversorgung im Mittelmeerraum setzt Griechenlands Durum-Erzeuger unter Druck

Die wachsende Getreide-Eigenversorgung Algeriens und Syriens verkleinert den Mittelmeermarkt für importierten Hartweizen. Griechenland bleibt stark von losen Lieferungen nach Italien abhängig, wodurch die Verhandlungsmacht der Erzeuger bei sinkender regionaler Nachfrage abnimmt.

Mehr Eigenversorgung im Mittelmeerraum setzt Griechenlands Durum-Erzeuger unter Druck

Regionale Erzeugung verändert die Nachfrage

Die Bemühungen um eine höhere Getreide-Eigenversorgung im Mittelmeerraum verändern die Aussichten für Erzeuger und Exporteure von Hartweizen. Nach Angaben von SBC TV kehrt Syrien zur Selbstversorgung mit Getreide zurück. Algerien erklärt unterdessen, seine Durum-Nachfrage inzwischen vollständig aus eigener Produktion zu decken und dadurch jährlich rund 1,5 Milliarden $ einzusparen. Auch Marokko und andere regionale Märkte reduzieren ihre Einfuhren deutlich.

Hinter dem Produktionszuwachs steht mehr als günstiges Wetter. Regierungen und Investoren fördern zertifiziertes Saatgut, nutzen internationales Fachwissen von Organisationen wie der FAO und bringen umfangreiches privates Kapital in die Landwirtschaft. Zwischenstaatliche Vereinbarungen wie der Tripolis-Pakt über natürliche Ressourcen sind Teil umfassenderer Strategien für Ernährungssicherheit und eine geringere Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen.

Nordafrika entwickelt sich dabei nicht einheitlich. Marokko investiert in heimische Sorten wie die trockenheitsresistente Jawahir. In Ägypten steigt die Durum-Nachfrage, obwohl die eigene Erzeugung nur etwa 20-30 % des Verbrauchs deckt. Tunesien fällt wegen regulatorischer Hemmnisse und der geringen Priorität der Agrarentwicklung zurück. Der regionale Trend weist dennoch zu weniger Importabhängigkeit und damit zu kleineren Absatzchancen für Anbieter wie Griechenland und Kanada.

Griechenland bleibt an Italien gebunden

Der griechische Weizenanbau wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet, vor allem weil andere Kulturen nur geringe Erträge abwarfen. Der Absatz bleibt jedoch problematisch. Ein Teil der Ernte wird im Inland verbraucht, ein kleiner Anteil verlässt das Land als verarbeitetes Mehl oder als Pasta. In ertragreichen Jahren kann laut SBC TV jedoch bis zur Hälfte der Ernte lose nach Italien geliefert werden.

Italien ist damit faktisch der dominierende Käufer Griechenlands und zugleich weltweit führend bei Produkten aus Hartweizen. Seine Einkaufsposition beeinflusst Preise und Warenströme im gesamten Mittelmeerraum. Diese Konzentration macht griechische Landwirte verwundbar, falls die italienische Nachfrage nachlässt oder Käufer zusätzliche Mengen aus anderen Ursprungsländern beziehen.

Weiter nördlich könnte ebenfalls neue Konkurrenz entstehen, weil der Klimawandel den Weizenanbau in zusätzlichen Regionen begünstigt. Im ukrainischen Lwiw befindet sich beispielsweise eine große Durum-Mühle im Bau. Neue Produktions- und Verarbeitungskapazitäten im Norden könnten italienischen und anderen europäischen Käufern mehr Bezugsquellen eröffnen und Griechenlands Abhängigkeit von undifferenzierten losen Exporten zusätzlich belasten.

Qualität und Verarbeitung werden entscheidend

Laut SBC TV hat bislang weder eine öffentliche noch eine private griechische Stelle eindeutig geklärt, ob die regionale Nachfrage schneller wächst als das Angebot oder ob Nachbarmärkte Qualitätslücken aufweisen, die griechischer Weizen schließen könnte. Eine systematische Marktanalyse, Qualitätsdifferenzierung und mehr Verarbeitung im Inland könnten die Abhängigkeit von einem einzigen Absatzkanal verringern. Ohne solche Maßnahmen tragen die Erzeuger einen wachsenden Teil des Marktrisikos. Schon eine teilweise Schließung des italienischen Kanals könnte Griechenland überschüssiges Getreide und kaum Alternativen hinterlassen. Langfristig geht es nicht nur um Preise: SBC TV warnt, dass Millionen Stremma unbewirtschaftet bleiben könnten, falls Durum seine heutige Rolle verliert, was die Aufgabe ländlicher Räume beschleunigen würde.

Vollständige Marktanalyse

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