Mehadrin will Avocadofläche in Peru nach ersten Europa-Lieferungen auf 1.000 Hektar ausbauen
Der israelische Agrarexporteur Mehadrin will seine eigenen Avocadoflächen in Peru von 150–200 auf 1.000 Hektar erweitern. In diesem Jahr lieferte das Unternehmen erstmals Früchte aus eigenen peruanischen Betrieben nach Europa und sucht zusätzliche Absatzmärkte in Amerika und Asien.
Avocadofläche soll sich mindestens verfünffachen
Der israelische Agrarexporteur Mehadrin will seine eigenen Avocadoflächen in Peru auf 1.000 Hektar ausbauen. Derzeit bewirtschaftet das Unternehmen dort zwischen 150 und 200 Hektar. Wie Gestión unter Berufung auf FreshPlaza berichtet, ist das Vorhaben Teil einer Strategie, die Anbauregionen breiter aufzustellen und eine ganzjährige Versorgung mit Früchten zu sichern.
Das Peru-Geschäft brachte in diesem Jahr erstmals ein direktes kommerzielles Ergebnis: Mehadrin lieferte Avocados aus eigenen peruanischen Betrieben zum ersten Mal nach Europa. Das Unternehmen bewertete die landwirtschaftliche Bilanz der Saison positiv und konnte nach eigenen Angaben während rund 20 Wochen der peruanischen Avocadosaison am Markt teilnehmen. Eine Fläche von 1.000 Hektar entspräche gegenüber dem oberen Ende des heutigen Bestands mindestens einer Verfünffachung. Angaben zur Investitionssumme, zum Entwicklungszeitplan und zur erwarteten Erntemenge machte Mehadrin nicht.
Produktion auf der Südhalbkugel ergänzt das Jahresprogramm
Anthony de Cuba, Geschäftsführer von Mehadrin Holland, erklärte, für ein echtes ganzjähriges Avocadoprogramm sei eine Position auf der Südhalbkugel erforderlich; Peru sei deshalb der logische nächste Schritt. Mehadrin verfügt auch in Marokko über eigene Produktion und will dort innerhalb von fünf Jahren rund 1.000 Hektar Avocadoflächen erreichen. Das Erntefenster Marokkos ähnelt nach Einschätzung des Unternehmens jedoch dem israelischen, sodass der nordafrikanische Standort nur begrenzt zur saisonalen Diversifizierung beiträgt.
Mehadrin stieg 2025 mit der Übernahme des Agrarunternehmens Don Fermín in den peruanischen Markt ein. Don Fermín besitzt in Chincha einen Betrieb, der Zitrusfrüchte und Hass-Avocados anbaut. Zum Zeitpunkt der Übernahme ging Mehadrin davon aus, mithilfe Perus eine Versorgung während 10 bis 11 Monaten des Jahres sicherstellen zu können. Der Flächenausbau würde diese Strategie vertiefen: Der Exporteur erhielte während der peruanischen Hauptsaison mehr Kontrolle über die eigenen Früchte und könnte damit seine Produktion auf der Nordhalbkugel ergänzen.
Weitere Absatzmärkte und ein breiteres Sortiment
Europa erhält bereits peruanische Früchte aus Mehadrins eigenen Betrieben, doch das Unternehmen will die Produktion auch in Nordamerika, Südamerika und Asien vermarkten. Laut Anthony de Cuba ist eine Diversifizierung der Zielmärkte für Peru entscheidend, weil ein großer Teil der Hass-Ernte innerhalb von rund 20 Wochen Europa erreicht und damit die Preise deutlich beeinflussen kann. Alternative Märkte werden deshalb für Exporteure attraktiver, die ein konzentriertes Angebot verteilen und ihre Abhängigkeit von einem einzelnen Absatzgebiet verringern wollen.
Mehadrins Strategie in Peru geht über Avocados hinaus. Das Unternehmen arbeitet bereits mit den Mandarinensorten Nadorcott und PrimaSol und prüft weitere Erzeuger sowie Regionen, in denen Zitrusfrüchte, Trauben und Limetten angebaut werden. Ein Teil der peruanischen Zitrusproduktion wurde bereits in die USA geliefert. Für Produzenten und Einkäufer deutet die Expansion somit auf den Aufbau einer größeren, stärker diversifizierten Lieferplattform und nicht nur auf ein einzelnes Avocadoprojekt hin. Die tatsächliche Wirkung auf die Exportkapazität wird davon abhängen, wie schnell die zusätzlichen Flächen entwickelt werden, welche Erträge sie erzielen und wie sich die Mengen auf Europa, Amerika und Asien verteilen.