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Höhere Treibstoff- und Frachtkosten belasten Mauritius

Mauritius steht vor steigenden Treibstoffkosten und Lieferstörungen bei Haushaltsgas und subventioniertem Reis. Die Preisberechnungen deuten auf Erhöhungen von rund 10% bei Benzin und Diesel hin, während das Defizit des Price Stabilization Account Rs 3,32 Milliarden erreicht hat.

Höhere Treibstoff- und Frachtkosten belasten Mauritius

Preismechanismus deutet auf höhere Kraftstoffpreise

Mauritius gerät erneut unter Importkostendruck. Instabile Ölmärkte, hohe Frachtraten und Störungen auf den Handelsrouten erschweren die Versorgung des Inselstaates. Am deutlichsten zeigt sich das Risiko bei Kraftstoffen. Engpässe bei bestimmten Haushaltsgasflaschen und verspätete Lieferungen von rationiertem Reis zeigen jedoch, dass auch andere Grundversorgungsgüter betroffen sind.

Am 21. September lag die im Kraftstoffpreismechanismus berechnete Abweichung bei Benzin bei 9,94%. Sollte das Petroleum Pricing Committee auf dieser Grundlage zusammentreten, würde der Einzelhandelspreis von Rs 70,65 auf Rs 77,70 je Liter steigen. Bei Diesel würde eine Abweichung von 10,86% den Preis von Rs 71,25 auf Rs 78,35 je Liter erhöhen. Handels- und Verbraucherschutzminister Michaël Sik Yuen erklärte, das Komitee werde tagen, sobald es dies für notwendig halte.

Die Beibehaltung der aktuellen Preise vergrößert das Defizit des Price Stabilization Account, das inzwischen Rs 3,32 Milliarden beträgt. Der Minister räumte ein, dass der Staat höhere Kosten nicht unbegrenzt auffangen könne. Benzin kostet in Mauritius Rs 70,65 je Liter, gegenüber Rs 73,97 auf den Komoren, Rs 84,16 auf den Seychellen und Rs 99,59 auf Réunion. Diesel kostet in Mauritius Rs 71,25, in den drei Vergleichsmärkten dagegen Rs 71,91, Rs 85,90 beziehungsweise Rs 91,43.

Liefervertrag sichert Mineralölprodukte

Michaël Sik Yuen zufolge soll Mauritius trotz internationaler Störungen weiterhin Mineralölprodukte erhalten. Er verwies auf die Zerstörung eines Pumpsystems für Mineralölprodukte in Saudi-Arabien und erklärte, das Land könne seine Kunden bis Ende Oktober nicht beliefern. China kündigte unterdessen am Montag an, seine Exporte zugunsten des heimischen Marktes einzustellen.

Der Vertrag mit Indian Oil Corporation garantiert Mauritius die Belieferung mit Benzin, Diesel, Jet A1 und Marinediesel. Damit sind die nächsten Ladungen auch bei anhaltender Instabilität auf dem Weltmarkt vertraglich abgesichert. Das verringert die unmittelbare Gefahr eines physischen Kraftstoffmangels, beseitigt aber nicht den Kostendruck, den der nationale Preismechanismus ausweist.

Probleme bei Gasflaschen und Reisverteilung

Am 22. September entsprachen die Haushaltsgasbestände laut Minister etwa 51 Verbrauchstagen. Die State Trading Corporation importiert das Gas und beliefert zwei Unternehmen. Blaue Flaschen, die Vivo unter der Marke Shell vertreibt, waren weiterhin normal verfügbar. Bei den roten und gelben Flaschen von Total war die Versorgung angespannter. Ein neuer Anbieter ist zwar in den Markt eingetreten, bestimmte Flaschentypen bleiben jedoch knapp.

Der Minister führte die Schwierigkeiten auf Import- und Frachtprobleme sowie auf das illegale Umfüllen von Gas aus bestimmten Flaschen zurück, unter anderem zur Verwendung in Fahrzeugen. Polizei und Ministerium gehen gemeinsam dagegen vor. Für den Markt ist die Unterscheidung entscheidend: Mauritius verfügt über umfangreiche Gasbestände, doch Engpässe bei Verpackung und Vertrieb begrenzen die Verfügbarkeit in einigen Verkaufsstellen.

Schiffsprobleme verzögern Reis aus Pakistan

Eine Ladung rationierten Reises konnte Mauritius wegen Problemen mit aus Pakistan auslaufenden Schiffen nicht erreichen. Inzwischen wurden einige Ladungen abgeschlossen und Schiffe haben das Land verlassen. Ein Teil der Ware könnte über Colombo in Sri Lanka umgeschlagen werden. Mengen von jeweils 500 Kubikmetern lassen sich auf verschiedene Schiffe verteilen. Eine erste Ankunft wird um den 18. Oktober erwartet, zwei weitere um den 20. Oktober.

Die höheren Kraftstoffkosten haben zugleich die Steuerdebatte neu entfacht. Kushal Lobine, Abgeordneter für La Caverne-Phoenix und Vorsitzender der Nouveaux Démocrates, schlug eine vorübergehende Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel vor. Am 2. April kosteten Benzin Rs 58,45 und Diesel Rs 64,80 je Liter; sechs Monate später lagen die Preise bei Rs 70,65 und Rs 71,25. Steuererleichterungen müssten gegen die Haushaltszwänge abgewogen werden. Die Debatte zeigt jedoch, wie importierte Energiekosten auf Transport, kleine Unternehmen, Vertrieb und grundlegende Konsumgüter durchschlagen.

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