MAS Holdings plant 93 Millionen $ in Tamil Nadu und verlagert Produktion in Sri Lanka
MAS Holdings will rund 93 Millionen $ in Bekleidung, Textilien und technische Komponenten in Tamil Nadu investieren und damit etwa 7.000 Arbeitsplätze schaffen. Parallel ordnet der sri-lankische Exporteur die Produktion an zwei heimischen Standorten neu, während Sri Lanka sein wichtigster Beschäftigungsstandort bleibt.
Projekt in Tamil Nadu soll 7.000 Arbeitsplätze schaffen
MAS Holdings, Sri Lankas größter Exporteur, plant eine Investition von rund 93 Millionen $ im indischen Bundesstaat Tamil Nadu und ordnet zugleich Teile seines heimischen Produktionsnetzes neu. Laut Sri Lanka Mirror umfasst das Vorhaben Bekleidung, Textilien und technische Komponenten. Reuters bezifferte die geplante Investition auf etwa 8,8 Milliarden indische Rupien und berichtete von rund 7.000 erwarteten Arbeitsplätzen.
Das Unternehmen gehörte zu den Investoren, deren Vereinbarungen von der Regierung Tamil Nadus bekannt gegeben wurden. Das Projekt soll sich über mehrere Distrikte und verschiedene Tätigkeitsfelder erstrecken, darunter die etablierte Bekleidungs- und Textilindustrie des Bundesstaates. Ein Zeitplan für Bau und Produktionsbeginn sowie die Verteilung der Mittel auf die einzelnen Bereiche wurden nicht genannt.
Die Zusage von MAS ist Teil einer breiteren Investitionsoffensive Tamil Nadus. Reuters zufolge unterzeichnete der Bundesstaat im August 97 Vereinbarungen mit Investoren, darunter ausländische Unternehmen. Ihr Gesamtwert lag bei rund 674,52 Milliarden indischen Rupien; erwartet werden mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze.
Standorte in Sri Lanka erhalten neue Aufgaben
Die Expansion in Indien fällt mit Veränderungen an MAS-Standorten in Sri Lanka zusammen. Die vom Unternehmen beschriebenen Maßnahmen bedeuten jedoch keinen vollständigen Rückzug aus der heimischen Fertigung. Im Februar 2026 beschloss MAS, die Bekleidungsproduktion im Werk Methliya in Thulhiriya einzustellen und den Standort für die Textilherstellung einschließlich Stricken, Färben und Veredeln zu nutzen.
Von der Entscheidung waren rund 2.200 Beschäftigte betroffen. MAS erklärte, ihnen seien Wechselmöglichkeiten in andere Werke des Konzerns in Sri Lanka oder zu den Aktivitäten in Jordanien angeboten worden. Der Leiter des Sri Lanka Export Development Board bezeichnete den Schritt später als Neuordnung: Die Bekleidungsproduktion werde in andere MAS-Werke verlagert, während die Textilfertigung in Methliya ausgebaut werde.
Im März 2026 entschied MAS außerdem, die Produktion aus dem Werk MAS Thurulie an andere Standorte in und um Thulhiriya zu verlagern. Als Gründe nannte das Unternehmen schwere Schäden an Gebäuden und Maschinen durch den Zyklon Ditwah Ende 2025 sowie das bereits zuvor bestehende Überschwemmungsrisiko. Für mehr als 1.600 Beschäftigte des Werks sollen Stellen in anderen MAS-Fabriken organisiert werden.
Indien bietet eine etablierte Produktionsbasis
Tamil Nadu verfügt über eine umfangreiche Lieferkette für Bekleidung und Textilien, Häfen, Verkehrsanbindungen, industrielle Infrastruktur und ein großes Arbeitskräfteangebot. Die Landesregierung beschleunigt zudem Genehmigungen, Zulassungen und Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Investoren. Ein Programm sieht vor, bestimmte Genehmigungen innerhalb von 21 Tagen zu erteilen. Damit bietet der Bundesstaat MAS eine etablierte Basis für den Ausbau der indischen Produktion.
Die Investition ändert nichts an der zentralen Rolle Sri Lankas im Konzern. Laut dem Impact Report 2025 von MAS Holdings beschäftigte das Unternehmen zum Jahresende 97.989 Menschen. Davon arbeiteten 73.034 oder 74,5 % in Sri Lanka. Für Politik und Branche bleibt der Kontrast dennoch relevant: MAS bindet neues Kapital und plant 7.000 Stellen in Tamil Nadu, während Bekleidungskapazitäten zwischen sri-lankischen Standorten verschoben werden. Für Zulieferer und Beschäftigte ist entscheidend, wo künftige Produktionslinien und Aufträge angesiedelt werden, nicht ob MAS seinen Heimatmarkt vollständig verlässt.