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Marokko liefert 42,4 % der EU-Wassermelonenimporte aus Drittländern

Marokko lieferte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 148.950 Tonnen Wassermelonen in die EU und damit 42,4 % der Einfuhren aus Drittländern. Die steigenden Mengen verschärfen während der spanischen Saison den Wettbewerb und den Preisdruck auf Erzeuger.

Marokko liefert 42,4 % der EU-Wassermelonenimporte aus Drittländern

Marokko baut Führung unter externen Lieferanten aus

Marokko blieb im ersten Halbjahr 2026 der größte Wassermelonenlieferant der Europäischen Union außerhalb des Binnenmarktes. Von Januar bis Juni importierte die EU 148.950 Tonnen aus dem Königreich, 14 % mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025. Grundlage sind Eurostat-Daten, die vom spanischen Landwirtschaftsministerium aufgegriffen und von EFE Agro veröffentlicht wurden.

Marokkanische Ware stellte rund 42,4 % der insgesamt 351.672 Tonnen, welche die EU-Staaten in diesen sechs Monaten aus Drittländern bezogen. Damit kamen mehr als vier von zehn Tonnen der extern eingeführten Wassermelonen aus Marokko.

Externe Einfuhren bilden nur einen Teil des EU-Marktes

Die Rangliste erfasst ausschließlich den Handel mit Ländern außerhalb der EU und nicht die Verkäufe zwischen Mitgliedstaaten. Diese Abgrenzung ist wichtig, weil Spanien, Italien und Griechenland selbst bedeutende Produzenten sind. Marokko kann daher unter den externen Lieferanten führen, ohne in jeder Saisonphase mehr Ware abzusetzen als jede europäische Anbauregion.

So verkaufte Almería von Januar bis Mai 2026 laut Hortoinfo mehr Wassermelonen in der EU als Marokko. Der Vergleich verdeutlicht zugleich die Bedeutung des Vermarktungszeitpunkts: Der Wettbewerbsdruck hängt nicht nur von den Jahres- oder Halbjahresmengen ab, sondern auch davon, ob Importware parallel zur spanischen Ernte auf den Markt kommt.

Spanische Erzeuger beklagen Preisdruck

Die wachsenden Lieferungen aus Marokko haben die Spannungen in Spanien verstärkt. Andrés Góngora, Generalsekretär des Agrarverbands COAG, erklärte gegenüber EFE Agro, Importe hätten zur Marktsättigung und zu niedrigeren Erzeugerpreisen beigetragen. José Cánovas, Leiter des Melonen- und Wassermelonensektors bei Proexport, sagte, Importe belasteten den Absatz bei einer Überschneidung mit der spanischen Saison. Lieferungen nach Abschluss der heimischen Ernte erzeugten dagegen nicht denselben Druck.

Nach den Notierungen des spanischen Ministeriums lag der durchschnittliche Erzeugerpreis vom 17. bis 23. August bei 24,1 € je 100 Kilogramm, also etwa 0,24 € je Kilogramm. Das niedrige Preisniveau traf auch marokkanische Exporteure. Anfang Juli setzten einige Anbieter ihre Lieferungen aus, weil die in Europa erzielbaren Preise angesichts reichlicher mediterraner Ernten nicht mehr die Transportkosten deckten.

Wettbewerb unter Drittlandlieferanten nimmt zu

Marokko war nicht der einzige externe Anbieter mit steigenden Verkäufen. Die Wassermelonenmengen aus Brasilien erhöhten sich im ersten Halbjahr um 39,4 % gegenüber dem Vorjahr, die Lieferungen aus Senegal um 24,9 %, wie die von EFE Agro wiedergegebenen Zahlen zeigen. Absolute Mengen für beide Länder nennt das Ausgangsmaterial nicht, doch ihr Wachstum verschärft den Wettbewerb im EU-Markt zusätzlich.

Für Erzeuger und Händler bestimmen sowohl Angebotsmenge als auch Lieferzeitpunkt das Ergebnis. Mit einem Plus von 14 % sicherte sich Marokko einen dominierenden Anteil an den externen EU-Importen. Die Aussetzung einiger Lieferungen im Juli zeigt jedoch, dass steigende Mengen keine profitablen Verkäufe garantieren. Spanische Erzeuger sind besonders betroffen, wenn externe Ware während ihrer Kampagne eintrifft. Importeure gewinnen zwar eine breitere Lieferantenbasis, müssen aber das Risiko eines Überangebots und rasch fallender Preise steuern.

Vollständige Marktanalyse

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