Malaysisches Palmöl beendet Verlustserie dank festerem Sojaöl
Malaysische Palmölfutures beendeten nach einem Anstieg des Chicagoer Sojaöls um 1,85 % eine sechstägige Verlustserie. Der Dezemberkontrakt schloss 0,95 % höher bei 4.578 Ringgit je Tonne.
Erholung nach sechs schwachen Handelstagen
Die malaysischen Palmölfutures stiegen am Montag und beendeten eine sechs Sitzungen dauernde Verlustserie, nachdem höhere Chicagoer Sojaölpreise den Pflanzenölkomplex gestützt hatten. Reuters berichtete über Business Recorder, dass der maßgebliche Dezemberkontrakt an der Bursa Malaysia Derivatives um 43 Ringgit oder 0,95 % auf 4.578 Ringgit je Tonne stieg. Das entsprach 1.120,69 $ je Tonne.
Der Erholung war eine ausgeprägte Schwächephase vorausgegangen. Reuters hatte zuvor von sechs Rückgängen in Folge, dem niedrigsten Stand seit 13 Wochen und einem möglichen zweiten Wochenverlust berichtet. Ein Händler aus Kuala Lumpur verwies auf schwache Exporte, eine verbesserte Produktion und die Erwartung, dass die Endbestände mehr als 3 Millionen Tonnen erreichen könnten. Bis Freitagmittag hatte der Dezemberkontrakt in der betreffenden Woche 3,08 % verloren.
Sojaöl und Rohöl stützen die Notierungen
Sojaölfutures am Chicago Board of Trade legten um 1,85 % zu und lieferten damit den deutlichsten externen Impuls. Palmöl und Sojaöl konkurrieren auf dem internationalen Speiseölmarkt, weshalb Chicagoer Preisbewegungen die Positionierung in Kuala Lumpur rasch beeinflussen. Anilkumar Bagani, Forschungsleiter beim Mumbaier Pflanzenölmakler Sunvin Group, sagte Reuters, das festere Sojaöl stütze den Markt.
Auch die Rohölpreise zogen in einem volatilen Handel leicht an. Laut Reuters waren die Rohölexporte aus dem Nahen Osten gestiegen und die Gruppe der Sieben hatte zusätzliche Lieferungen zugesagt. Anhaltende Störungen im Zusammenhang mit dem Krieg der USA und Israels gegen Iran begrenzten jedoch den Verkaufsdruck. Höhere Mineralölpreise verbessern die Wettbewerbsfähigkeit von Palmöl als Biodieselrohstoff.
Ringgit, Marktdaten und China im Blick
Der malaysische Ringgit verlor gegenüber dem US-Dollar 0,1 %. Da Palmöl in Ringgit gehandelt wird, verbilligte sich die Ware geringfügig für Käufer mit Fremdwährungen. Die Bewegung war klein, brachte Exporteuren und internationalen Käufern nach dem längeren Futuresrückgang aber zusätzliche Unterstützung.
Die Marktteilnehmer warten nun auf Daten des Malaysian Palm Oil Board zu Produktion, Beständen und Nachfrage. Sie sollen zeigen, ob der Montagsanstieg eine nachhaltige Richtungsänderung oder vor allem eine Positionsanpassung nach sechs Verlusttagen war. Schwache Exporte, höhere Produktion und erwartete Bestände von mehr als 3 Millionen Tonnen hatten den vorherigen Rückgang geprägt. Die Bilanz ist deshalb für Erzeuger, Raffinerien und physische Händler besonders relevant.
Die Dalian Commodity Exchange blieb wegen eines Feiertags geschlossen und soll am 8. Oktober wieder öffnen. Damit fehlte dem asiatischen Pflanzenölhandel vorübergehend eine wichtige Preisreferenz. Unterdessen begann die vom indonesischen Staat gegründete Danantara Sumberdaya Indonesia mit dem Test einer Plattform für transparentere Rohstoffexportpreise. Kurzfristig bleiben Chicagoer Sojaöl, Rohöl und die malaysischen Daten entscheidend; Chinas Rückkehr könnte später in der Woche zusätzliche Richtung geben.