Malaysia erwartet 2027 stabile Palmölexporte von rund 16 Millionen Tonnen
Malaysia rechnet 2027 mit Palmölexporten von rund 16 Millionen Tonnen, während Indonesiens Produktion sinkt und der Biodieselbedarf steigt. Die malaysischen Bestände erreichten im August 2026 2,82 Millionen Tonnen, dürften laut MPOC aber nur vorübergehend so hoch bleiben.
Exporte sollen stabil bleiben
Malaysias Palmölexporte dürften 2027 bei rund 16 Millionen Tonnen liegen, teilte der Malaysian Palm Oil Council (MPOC) mit. Damit sollen die Lieferungen weitgehend stabil bleiben, obwohl die Produktion in Malaysia und Indonesien, den beiden wichtigsten Ursprungsländern, zurückgeht.
Unter Berufung auf unabhängige Weltmarktanalysen und Prognosen von Oil World erklärte der MPOC, Indonesiens Palmölproduktion werde 2027 voraussichtlich um 1,9 Millionen Tonnen sinken. Für Malaysia wird ein Rückgang um 0,7 Millionen Tonnen erwartet. Indonesiens Exporte könnten um fast 3 Millionen Tonnen abnehmen, da höhere Biodiesel-Beimischungen die Inlandsnachfrage stärken und eine schwächere Produktion das verfügbare Angebot begrenzt.
Unter diesen Bedingungen werde Malaysia für die weltweiten Verbraucher zu einer zunehmend wichtigen Palmölquelle, so der MPOC. Stabile malaysische Exporte könnten Käufern eine gewisse Versorgungskontinuität bieten, wenn weniger indonesische Ware verfügbar ist. Der erwartete Rückgang der eigenen Produktion begrenzt jedoch Malaysias Fähigkeit, die fehlenden indonesischen Mengen vollständig zu ersetzen.
Bestände steigen bei schwächeren August-Ausfuhren
Malaysia geht mit umfangreichen Vorräten in den Prognosezeitraum. Die Palmölbestände stiegen im August 2026 auf 2,82 Millionen Tonnen, weil eine moderate Produktionszunahme mit geringeren Exporten zusammentraf. Der MPOC hält das derzeit hohe Bestandsniveau wahrscheinlich für vorübergehend.
Die Produktion nahm im August gegenüber Juli um 1,4 % auf 1,81 Millionen Tonnen zu. Dazu trugen eine höhere Ernte frischer Fruchtbündel und eine bessere Ölausbeute bei. Die Erzeugung blieb dennoch unter dem Vorjahresniveau und sank damit seit März 2026 den sechsten Monat in Folge im Jahresvergleich.
Die Ausfuhren gingen im August gegenüber dem Vormonat um 7,5 % auf 1,29 Millionen Tonnen zurück, weil weniger Ware nach Südasien und in den Nahen Osten geliefert wurde. Dem monatlichen Rückgang steht eine stärkere kumulierte Entwicklung gegenüber: Von Januar bis August stiegen die Exporte um 806.000 Tonnen auf 10,4 Millionen Tonnen.
Angebots- und Energierisiken stützen die Preise
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der MPOC malaysische Palmölexporte von 16,0 Millionen Tonnen. Das wären 5,2 % mehr als 2025. Die ähnliche Prognose für 2027 deutet darauf hin, dass Malaysia sein Liefervolumen eher halten als ausweiten dürfte, obwohl ein Rückgang der indonesischen Exporte erwartet wird.
Der MPOC erwartet, dass der Preis für rohes Palmöl im Oktober über 4.700 Ringgit je Tonne bleibt und möglicherweise bis Ende 2026 fest notiert. Wetterunsicherheit und ein stützendes Energieumfeld tragen zu dieser Einschätzung bei. Als wichtigste Abwärtsrisiken nannte der Rat fallende Energiepreise und einen weiteren Bestandsaufbau, zumal die Palmölproduktion ihren saisonalen Höhepunkt gewöhnlich im September oder Oktober erreicht.
Für Raffinerien, Importeure und Händler entscheidet das Verhältnis zwischen Malaysias Vorräten und der sinkenden regionalen Produktion über die Verfügbarkeit im Jahr 2027. Hohe Bestände können kurzfristig Lieferungen ermöglichen, doch der erwartete Produktionsrückgang in beiden großen Erzeugerländern verringert den Puffer für Wetterstörungen oder zusätzliche Biodieselnachfrage. Malaysias Fähigkeit, die Exporte bei rund 16 Millionen Tonnen zu halten, gewinnt damit für den globalen Pflanzenölmarkt an Bedeutung.