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Malaysia droht bei sinkenden Ölbeständen ein teurerer zweiter Angebotsschock

Malaysia hat nach einem geschätzten Rückgang der weltweiten Ölvorräte um 410 Millionen Barrel weniger Spielraum, um einen weiteren Lieferausfall abzufedern. Petronas stärkt die Versorgungssicherheit, bindet durch LNG-Käufe, Infrastruktur und höheren Betriebskapitalbedarf jedoch erhebliche Mittel.

Malaysia droht bei sinkenden Ölbeständen ein teurerer zweiter Angebotsschock

Der globale Ölpuffer ist kleiner geworden

Ein zweiter Ölangebotsschock könnte Malaysia teurer zu stehen kommen, weil die Vorräte, die den vorherigen Ausfall abgefedert haben, gesunken sind, sagte der Öl- und Gasanalyst Jamil Ghani gegenüber Free Malaysia Today. Unter Berufung auf eine Schätzung der Internationalen Energieagentur erklärte er, die globalen Ölbestände seien seit Beginn des Krieges in Westasien um rund 410 Millionen Barrel zurückgegangen. Verbraucherländer können bei einer weiteren größeren Unterbrechung daher weniger Reserven freigeben.

Das Risiko würde zunehmen, wenn kälteres Wetter und eine höhere saisonale Nachfrage mit einem neuen Angebotsschock zusammenträfen. Jamil zufolge ist eine zweite winterliche Energiekrise weder unvermeidlich noch derzeit das wahrscheinlichste Szenario. Entscheidend ist, dass ein Teil des Puffers bereits beim ersten Ausfall verbraucht wurde. Die Preise könnten deshalb stärker auf einen vergleichbaren Angebotsverlust reagieren.

Große Käufer könnten den Wettbewerb verschärfen

Zusätzlicher Druck droht, wenn große Verbraucher wieder am Markt kaufen. China verfügte Ende des zweiten Quartals 2026 über strategische Ölbestände von rund 1,49 Milliarden Barrel, wie aus einer von Jamil zitierten Schätzung der US Energy Information Administration hervorgeht. Die Reserven waren damit nicht annähernd erschöpft. Marktdruck entsteht jedoch früher: Werden weniger Vorräte freigegeben, steigen die laufenden Käufe, und ein späterer Wiederaufbau der Bestände schafft Nachfrage zusätzlich zum normalen Verbrauch.

Eine aggressive Rückkehr großer Käufer würde nicht nur den Wettbewerb um Rohöl und raffinierte Produkte erhöhen, sondern auch um Tanker und Liefertermine. Die Folgen würden sich in physischen Preisen, Frachtraten und den Kosten einer verlässlichen Versorgung zeigen. Malaysische Raffinerien, Kraftstoffhändler und Industriebetriebe könnten deshalb höhere Kosten tragen, selbst wenn im Inland keine tatsächliche Knappheit eintritt.

Petronas bindet Kapital für die Versorgungssicherheit

Petronas hat bereits zusätzliche Mittel eingesetzt, um Ölquellen zu diversifizieren und während der Spannungen in der Straße von Hormus alternatives Flüssigerdgas zu beschaffen, berichtete Free Malaysia Today. Der Konzern übernahm zudem die Anteile von Saudi Aramco an Pengerang Refining Company Sdn Bhd und Pengerang Petrochemical Company Sdn Bhd. Mit QatarEnergy vereinbarte Petronas ab 2028 die Abnahme von jährlich 2 Millionen Tonnen LNG. Außerdem genehmigte das Unternehmen ein drittes Regasifizierungsterminal in Lumut und investiert weiter in Exploration und Förderung in Malaysia.

Diese Maßnahmen machen die Versorgung der malaysischen Halbinsel widerstandsfähiger, binden aber mehr Geld in Betrieb, Vorräten, Betriebskapital und Infrastruktur. Petronas erzielte in den ersten sechs Monaten 2026 einen operativen Cashflow von 47,5 Milliarden RM, wegen Mittelabflüssen im Betriebskapital etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stiegen Forderungen und Vorräte, während Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken.

Der Umsatz erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 um 15 % auf 152,4 Milliarden RM, der Gewinn nach Steuern jedoch nur um 4 % auf 27,2 Milliarden RM. Höhere Ölpreise dürften daher nicht als einfacher Zusatzgewinn gelten, warnte Jamil. Petronas muss alternative Lieferungen, Logistik, Rohöl- und LNG-Käufe, Kraftstoffvorräte, Schulden und neue Projekte finanzieren. Malaysias Krisenvorsorge hängt nicht allein vom ausgewiesenen Gewinn ab, sondern davon, wie viel Geld ausgeschüttet werden kann, ohne die Lieferfähigkeit des Konzerns zu schwächen.

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