Malaysia bezieht fast 80 % seines Kokosnussbedarfs aus Indonesien
Malaysia deckt nach Angaben des indonesischen Landwirtschaftsministeriums fast 80 % seines Kokosnussbedarfs mit Lieferungen aus Indonesien. Jakarta will diese Nachfrage für mehr Verarbeitung nutzen und zugleich sinkende Anbauflächen und geringe Flächenerträge angehen.
Malaysias Industrie hängt von indonesischen Lieferungen ab
Malaysia bezieht fast 80 % seines Kokosnussbedarfs aus Indonesien und ist damit stark von dessen Angebot und Exportpolitik abhängig. Agus Rosyid, Qualitätsaufseher für Agrarerzeugnisse im indonesischen Landwirtschaftsministerium, sagte laut ANTARA, malaysische Vertreter hätten das Ministerium während einer Rohstoffknappheit vor zwei Jahren gebeten, Kokosnussexporte nicht zu beschränken. Sie hätten befürchtet, dass ihre Industrie andernfalls nicht ausreichend versorgt werde.
Das Ministerium betrachtet diese Abhängigkeit und die breitere regionale und weltweite Nachfrage als Chance für den Ausbau der heimischen Verarbeitung. Indonesiens Exporte sollen weniger von rohen Kokosnüssen und stärker von Produkten geprägt werden, deren Wertschöpfung im Land bleibt. Marktpotenzial sieht die Regierung unter anderem bei Kokoscreme, Kokosmilch, Kokosöl, nativem Kokosöl und weiteren Verarbeitungserzeugnissen.
Großer Produzent mit erheblicher Ertragslücke
Daten der International Coconut Community und des Landwirtschaftsministeriums für 2023 zufolge war Indonesien nach den Philippinen der zweitgrößte Kokosnussproduzent der Welt. Indonesien erzeugte auf rund 3,34 Millionen Hektar 2,87 Millionen Tonnen Kopraäquivalent und damit etwa 24 % der Weltproduktion. Die Philippinen kamen auf rund 3,18 Millionen Tonnen beziehungsweise 27 % der globalen Erzeugung von etwa 3,6 Millionen Hektar.
Die indonesische Branche wird fast vollständig von Kleinbetrieben getragen. Rund 98 % der Kokosplantagen werden von etwa 5,5 Millionen Landwirten bewirtschaftet. Von der gesamten Kokosfläche entfallen rund 2,55 Millionen Hektar oder 76,5 % auf ertragsfähige Bestände. Maßnahmen bei Pflanzmaterial, Flächenerträgen und Einkaufskonditionen betreffen deshalb Millionen ländlicher Erzeuger sowie Verarbeiter und Exporteure unmittelbar.
Der durchschnittliche Flächenertrag liegt derzeit bei etwa 1,1 Tonnen je Hektar und damit deutlich unter dem geschätzten Potenzial von 3,5-5 Tonnen. Das Ministerium meldet zudem einen rückläufigen Trend bei Anbaufläche und Produktion. Als Ursachen nennt es die Umnutzung von Flächen für andere Kulturen, Schädlingsbefall und instabile Erzeugerpreise. Agus zufolge bewegen längere Phasen niedriger Kokosnusspreise Landwirte dazu, Kulturen wie Ölpalmen mit vermeintlich stabileren Preisen in Betracht zu ziehen.
Staat fördert Investitionen in die Verarbeitung
Indonesien will 2026 auf 151.554 Hektar die nachgelagerte Kokoswirtschaft entwickeln und dafür rund 427 Milliarden Rupiah bereitstellen. Das Programm erstreckt sich über 28 Provinzen und umfasst Produktionsgebiete, verbessertes Pflanzmaterial, höhere Flächenerträge und stärkere Lieferketten. Der wirtschaftliche Erfolg hängt davon ab, ob damit sowohl die Erntemengen als auch die verlässliche Rohstoffversorgung heimischer Verarbeiter steigen.
Nach Schätzung des Landwirtschaftsministeriums könnte die vollständige Nutzung von Faserhülle, Schale, Fruchtfleisch und Kokoswasser eine Wertschöpfung von bis zu 6,55 Milliarden $ ermöglichen. Die ICC bezifferte Indonesiens Exporte von Kokosprodukten 2022 auf rund 2,11 Milliarden $. Der Vergleich stützt die Pläne für mehr Verarbeitung im Inland. Malaysias Abhängigkeit verlangt jedoch einen Ausgleich zwischen der Versorgung eines etablierten regionalen Kunden und dem Rohstoffbedarf wachsender indonesischer Verarbeitungskapazitäten.