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Handelsbörse Malatya nennt eine Milliarde Dollar als Ziel für Aprikosenexporte

Die Handelsbörse Malatya will den türkischen Aprikosenexport von 500 Millionen auf eine Milliarde US-Dollar verdoppeln, sagte ihr Vorsitzender Ramazan Özcan der türkischen Nachrichtenagentur İLKHA. Tragende Elemente sind lizenzierte Lagerhaltung, ein elektronischer Handelssaal und regionale Kooperation. Pestizidrückstände und EU-Vorgaben zu Schwefel bleiben die größten Exporthürden.

Handelsbörse Malatya nennt eine Milliarde Dollar als Ziel für Aprikosenexporte

Die Handelsbörse Malatya hat sich zum Ziel gesetzt, die türkischen Aprikosenexporterlöse von 500 Millionen auf eine Milliarde US-Dollar zu verdoppeln. Das sagte ihr Vorsitzender Ramazan Özcan in Äußerungen, die die türkische Nachrichtenagentur İLKHA verbreitete.

Özcan äußerte sich, während er bestätigte, bei der Börsenwahl am 3. Oktober erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Die Abstimmung ist Teil des vierjährigen Wahlzyklus des Verbands der Kammern und Warenbörsen der Türkei (TOBB), der nach Özcans Angaben 367 Kammern und Börsen umfasst; der Prozess läuft vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. November.

Eine Milliarde US-Dollar als Exportziel

Die Aprikosenausfuhren bringen derzeit rund 500 Millionen US-Dollar ein, so Özcan. Die Börse konzentriere sich nun darauf, diesen Wert auf eine Milliarde US-Dollar zu heben, bei maximalem Ertrag für die Erzeuger und mit Aprikosen als Aushängeschild des türkischen Trockenfruchtexports.

Das Ziel steht in einem größeren regionalwirtschaftlichen Rahmen. Özcan bezifferte die Fleischlieferkette Malatyas auf etwa 200 Millionen US-Dollar und sagte, Landwirtschaft und Viehwirtschaft zusammen erzeugten in der Provinz eine Wirtschaftsleistung von annähernd einer Milliarde US-Dollar. Er warnte davor, Malatya allein über die Aprikose zu bewerten, und bezeichnete die Provinz als Teil der wichtigsten Fleischlieferkette der Türkei. Zugleich nannte er die Aprikose den Hauptakteur und das wichtigste Agrarprodukt der Provinz, bedeutend für die Region und für die gesamte Türkei.

Lizenzierte Lagerhaltung und elektronischer Handelssaal

Nach Darstellung Özcans tritt der Aprikosensektor in eine Phase lizenzierter Lagerhaltung in Verbindung mit einem elektronischen Verkaufssaal ein. Parallel zur physischen Infrastruktur will die Börse die veröffentlichten Nähr- und Kalorienwerte für Aprikosen auf Basis akademischer Berichte aktualisieren und den Kontakt zu Importfirmen deutlich enger gestalten.

Zugleich benannte er die aus Sicht der Börse ungelösten Punkte:

  • Preisinstabilität
  • Produktionspolitik
  • Kostendruck auf die Erzeuger
  • Betriebskosten der Unternehmen
  • Probleme im Export
  • schrumpfende Märkte

Bei der Aprikose bleibe erhebliche Arbeit zu leisten, sagte Özcan, trotz der aus seiner Sicht wichtigen Erfolge und Investitionen der vergangenen Jahre, sowohl im physischen als auch im wissenschaftlichen Bereich.

Rückstände und EU-Maßnahmen zu Schwefel

Zwei regulatorische Themen wurden als unmittelbare Exportbremsen hervorgehoben. Pestizidrückstände stünden seit Jahren weit oben auf der Agenda, sagte Özcan; im Export komme es deshalb zu sehr ernsten Schwierigkeiten.

Zudem habe die Europäische Union in den vergangenen Jahren eine Reihe von Schritten zu Schwefel unternommen, die türkische Anbieter in eine schwierige Lage brächten; die Maßnahmen benannte er nicht im Detail. Die Antwort darauf erfordere internationale Lobbyarbeit, argumentierte Özcan und rief zu einer von ihm so bezeichneten Gesamtmobilisierung von politischer Ebene, zivilgesellschaftlichen Organisationen und öffentlicher Verwaltung auf.

Regionale Kooperation und Wahlkalender

Die Milliardenmarke hängt laut Özcan von regionaler Zusammenarbeit ab: Die Warenbörsen von Elazığ, Kahramanmaraş und Sivas dürften der Aprikose nicht gleichgültig gegenüberstehen. Das Ziel formulierte er so, dass Erzeuger den größtmöglichen wirtschaftlichen Ertrag erzielen und die Aprikose zum Stolz des türkischen Trockenfruchtexports wird.

Die Handelsbörse Malatya zählt nach Özcans Angaben knapp 1.000 aktive und passive Mitglieder. In der auslaufenden Amtszeit arbeitete sie mit 16 Vollversammlungsmitgliedern in sieben Berufsgruppen; mit neuen Eintragungen erwartet er einen Anstieg. Vor der Vorstandswahl stehen die Wahlen der Vollversammlung und der Ausschüsse. Özcan, der über zwei Amtszeiten hinweg seit acht Jahren im Amt ist, sagte, unter Mitgliedern und Beteiligten habe sich ein gemeinsamer Wille für eine weitere Amtszeit gebildet; er kandidiere für die Periode 2026-2030.

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