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Mahou nimmt Biomasseanlage in Betrieb und senkt direkte CO₂-Emissionen in Alovera um bis zu 95 %

Mahou San Miguel hat am Brauereistandort Alovera in Guadalajara eine Biomasseanlage eröffnet. Sie soll Erdgas schrittweise durch erneuerbare Wärme ersetzen und im Vollbetrieb jährlich rund 17.000 Tonnen CO₂ vermeiden.

Mahou nimmt Biomasseanlage in Betrieb und senkt direkte CO₂-Emissionen in Alovera um bis zu 95 %

Erneuerbare Wärme für Spaniens größte Brauerei

Mahou San Miguel hat an seinem Produktionsstandort Alovera in Guadalajara eine Biomasseanlage in Betrieb genommen. Damit will der Konzern den Einsatz fossiler Brennstoffe in der energieintensiven Bierherstellung reduzieren. Nach Angaben von El Debate wird die Anlage Erdgas schrittweise durch erneuerbare Wärme ersetzen und die direkten Kohlendioxidemissionen der Brauerei um bis zu 95 % senken.

Im Vollbetrieb soll die Anlage jährlich rund 17.000 Tonnen CO₂ vermeiden. El Debate bezeichnet Alovera als Spaniens größte Brauerei und als eine der größten Europas. Das Projekt wird damit zu einem industriellen Praxistest für Biomassewärme im Großmaßstab. Zugleich handelt es sich um die größte Biomasseanlage im spanischen Brauereisektor.

Magnon baut und betreibt die Anlage

Errichtet wurde die Anlage von Magnon, einer Tochtergesellschaft der Grupo Ence, die auch den Betrieb übernimmt. Agrar- und Forstbiomasse soll die für die Produktionsprozesse benötigte Wärme liefern. Das Modell verbindet den industriellen Wärmebedarf mit biologischen Rohstoffen aus der Region und verringert gleichzeitig den Erdgasverbrauch des Standorts.

Mahou-San-Miguel-Geschäftsführer Alberto Rodríguez-Toquero ordnete das Projekt in die Transformationsstrategie des Brauers und sein Engagement in den Standortregionen ein. Durch den schrittweisen Ersatz von Erdgas soll die Produktion effizienter, weniger abhängig von fossilen Brennstoffen und widerstandsfähiger gegenüber Veränderungen an den Energiemärkten werden. Lidia Roca, Geschäftsführerin von Magnon Servicios Energéticos, verwies zudem auf Versorgungssicherheit und eine geringere Abhängigkeit von Preisschwankungen.

Öffentliche Mittel unterstützen private Investitionen

Der spanische Staat stellte für das Projekt knapp 4,5 Millionen Euro bereit. Industriestaatssekretär Jordi García Brustenga erklärte, die Förderung habe dreimal so hohe private Investitionen mobilisiert. Die Gesamtkosten wurden in dem Bericht nicht genannt. Die Finanzierungsstruktur zeigt jedoch, wie öffentliche Mittel die Einstiegshürde für industrielle Dekarbonisierungsprojekte senken können.

Nach Angaben von Magnon kann die Nutzung lokaler Rohstoffe außerdem Beschäftigung und wirtschaftliche Aktivität im ländlichen Raum fördern sowie eine aktivere Waldbewirtschaftung unterstützen. Die Verwertung verfügbarer Agrar- und Forstressourcen könne sowohl die Ausbreitung von Waldbränden begrenzen als auch die Energiesicherheit stärken. Der Präsident von Castilla-La Mancha, Emiliano García-Page, erklärte, das Projekt verbinde geringere Umweltbelastungen mit moderneren Anlagen und höherer Wettbewerbsfähigkeit.

Vorbild für energieintensive Getränkeproduktion

Das Projekt in Alovera greift eine zentrale Herausforderung der Getränkeindustrie auf: den Ersatz fossiler Brennstoffe bei der Erzeugung von Prozesswärme. Der wirtschaftliche Erfolg hängt von verlässlichen Biomasselieferungen, gleichbleibender Brennstoffqualität und einer ausreichenden Wärmeleistung für die Großbrauerei ab. Eine Senkung der direkten CO₂-Emissionen um bis zu 95 % wäre erheblich, muss aber ohne Einbußen bei Produktionsmenge und Kostenkontrolle dauerhaft erreicht werden.

Spanien soll Gastpartnerland der Industriemesse in Hannover sein. García Brustenga zufolge wird daran gearbeitet, Castilla-La Mancha und Unternehmen aus der Region dort zu präsentieren. Die Anlage in Alovera könnte als Beispiel für industrielle Modernisierung und Dekarbonisierung vorgestellt werden.

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