Madagaskar startet fünfjähriges Reisprojekt PAPRiz 4
Madagaskar hat mit PAPRiz 4 ein fünfjähriges Projekt für Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Reis in Alaotra-Mangoro und Boeny gestartet. Die von JICA unterstützte Initiative stärkt zudem Erzeugerorganisationen, Bewässerungsmanagement, Ausbildung und den Finanzierungszugang von Frauen.
Fünfjähriges Programm konzentriert sich auf zwei Anbauregionen
Madagaskar hat die vierte Phase des Projekts zur Steigerung der Reisproduktivität, PAPRiz 4, gestartet und dessen Auftrag auf die gesamte Reiswertschöpfungskette ausgeweitet. Das fünfjährige Programm konzentriert seine wichtigsten Aktivitäten laut Midi Madagasikara und dem Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität auf Alaotra-Mangoro und Boeny.
Das Landwirtschaftsministerium setzt das Projekt gemeinsam mit dem Ministerium für Industrialisierung und Entwicklung des Privatsektors sowie mit Unterstützung der Japan International Cooperation Agency, JICA, um. Am 31. August 2026 wurde in Anosy ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, womit die Umsetzungsphase offiziell begann.
PAPRiz 4 soll Menge und Qualität der heimischen Reiserzeugung steigern und zugleich die Ergebnisse der ersten drei Phasen sichern. Diese Programme stärkten die Fähigkeiten der Landwirte und verbreiteten leistungsfähigere Anbaumethoden landesweit, berichtete Midi Madagasikara.
Maßnahmen reichen künftig über den Anbau hinaus
Die neue Phase umfasst fünf Schwerpunkte. Sie soll die Qualität des für den Binnenmarkt bestimmten Reises verbessern und damit eine höhere Wertschöpfung der nationalen Produktion ermöglichen. Zudem werden Erzeugerorganisationen gestärkt und mit Lieferanten, Verarbeitern und Märkten vernetzt. Auch Leitung, Finanzmanagement und kaufmännische Fähigkeiten der Genossenschaften sollen verbessert werden.
Ein weiterer Bestandteil ist das Bewässerungsmanagement. Wassernutzerverbände erhalten Unterstützung bei Betrieb und Instandhaltung landwirtschaftlicher Wasserinfrastruktur sowie bei der Anpassung an klimatische Belastungen. Das Projekt kooperiert außerdem mit landwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen, Berufsbildungszentren und Universitäten, darunter die Hochschule für Agrarwissenschaften der Universität Antananarivo.
Auch die Beteiligung von Frauen gehört zum Programm. PAPRiz 4 soll ihre Vertretung und ihren Zugang zu Leitungsfunktionen in Genossenschaften und Wassernutzerverbänden ausbauen. Vorgesehen ist zudem ein besserer Finanzierungszugang, unter anderem über Madagaskars Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung.
Vierte Phase baut auf nationalem Beratungsnetz auf
Nach Angaben des Ministeriums steigerten die ersten drei Phasen die Reisproduktivität, die Fähigkeiten der Erzeuger und die Verbreitung leistungsfähiger Anbauverfahren. Offizielle Zahlen zu PAPRiz 3 nennen mehr als 400 regionale Ausbilder und über 4.000 Schulungslandwirte in fast 2.400 Bewässerungsgebieten. Diese umfassten mehr als 200.000 Hektar Reisflächen, davon 84.000 Hektar, die während der dritten Phase mobilisiert wurden.
Das Ministerium berichtete außerdem, dass begünstigte Betriebe unter PAPRiz 3 einen Durchschnittsertrag von 5 Tonnen je Hektar erreichten. Die Produktion von Basis- und zertifiziertem Saatgut an FOFIFA-Stationen stieg von 15 Tonnen im Jahr 2020 auf 56 Tonnen im Jahr 2024. Diese Ergebnisse bilden eine Grundlage für PAPRiz 4; ein Budget, ein Produktionsziel oder eine erwartete Verringerung der Einfuhren wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Für Madagaskars Reismarkt liegt die entscheidende Neuerung in der Ausweitung der Förderung vom Anbau auf Qualität, Bewässerung, Organisation, Verarbeitungsbeziehungen und Vermarktung. Steigt dadurch die Menge marktfähigen heimischen Reises, könnte der Bedarf an externen Lieferungen sinken. Das Ausmaß hängt von der Umsetzung in Alaotra-Mangoro und Boeny sowie davon ab, ob sich die dort erzielten Verbesserungen auf andere Regionen übertragen lassen.