Kanadas Lumina Metals plant Kupfer-Silber-Mine Nowa Sol in Polen und wartet auf Steuerreform
Lumina Metals bringt das Kupfer-Silber-Projekt Nowa Sol im Südwesten Polens voran, die Vormachbarkeitsstudie soll in der zweiten Hälfte 2027 vorliegen. Vorstandschef Jordan Pandoff sagte wnp.pl, die Änderungen von Ende 2025 hätten die Gesamtbelastung des Projekts von rund 80 % auf knapp 70 % gesenkt, gegenüber 35 bis 45 % in anderen NATO-Staaten. Beim Börsengang in Warschau nahm das Unternehmen rund 1 Milliarde Zloty ein.
Das kanadische Unternehmen Lumina Metals führt sein Kupfer-Silber-Projekt Nowa Sol im Südwesten Polens auf eine Bauentscheidung zu, doch nach Angaben von Vorstandschef Jordan Pandoff steht das polnische Bergbausteuersystem einer endgültigen Investitionsentscheidung weiterhin im Weg. Das sagte er dem polnischen Branchenportal wnp.pl während des Future Mining Forum & Expo in Kattowitz.
Lumina entwickelt in der Region drei Kupfer-Silber-Projekte. Nowa Sol ist das am weitesten fortgeschrittene und laut wnp.pl eines der größten unerschlossenen Projekte dieser Art in Europa. Das Unternehmen ist seit mehr als zehn Jahren in Polen tätig, das Projekt hat die Explorationsphase bereits hinter sich und befindet sich in Planung, Umweltuntersuchungen und Vorbereitung der Genehmigungsunterlagen.
Vormachbarkeitsstudie für 2027 erwartet
„Wir befinden uns in der Phase der Vormachbarkeitsstudie, und die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Es ist eine sehr detaillierte technische und umweltbezogene Ausarbeitung, die zeigen wird, wie die Mine Nowa Sol aussehen würde", sagte Pandoff. Das Dokument soll in der zweiten Hälfte 2027 vorliegen. Erst dann könne das Unternehmen deutlich präziser beantworten, wann Bau und späterer Abbau beginnen.
Die polnischen Umweltverfahren nennt Pandoff nicht als Hauptbarriere. Er beschreibt das Regelwerk für den Minenbau als detailliert: Es seien umfangreiche Unterlagen und zahlreiche Umweltverfahren nötig, und genau so solle es sein. Zugleich sei die Bürokratie in Polen weniger belastend als in einem Teil anderer europäischer Länder.
Belastung auf knapp 70 % gesenkt
Die Regierung hat die Berechnung der Steuer auf die Förderung bestimmter Bodenschätze geändert. Pandoff nennt die Reform einen guten ersten Schritt, hält aber weitere Änderungen für nötig. Nach den von ihm vorgelegten Berechnungen senkten die Änderungen von Ende 2025 die Gesamtbelastung des Projekts von rund 80 % auf knapp 70 %. Er vergleicht das mit anderen NATO-Staaten, wo die Belastung im Kupferbergbau nach seinen Angaben meist bei etwa 35 bis 45 % liegt.
Sein Argument: Ein Steuersystem dürfe folgende Fälle nicht gleich behandeln:
- eine bestehende Mine, die einen weiteren Schacht abteuft und vorhandene Infrastruktur länger nutzt;
- einen Investor, der ein Milliardenprojekt bei null beginnt;
- einen Bau, der extrem kapitalintensiv ist und viele Jahre ohne Erlöse läuft.
„Wir erwarten weitere Änderungen und eine weitere Senkung der Belastung, während sich unser Projekt und die nächste Generation von Bergbauprojekten in Polen entwickeln", sagte er.
Das Kupferdefizit der NATO
Pandoff stellt die Kupferversorgung als Sicherheitsfrage des Bündnisses dar. Die NATO-Staaten benötigten fast 6 Millionen Tonnen Kupfer pro Jahr und förderten rund 3 Millionen Tonnen, woraus ein Defizit von etwa 3 Millionen Tonnen jährlich entstehe. Die USA als größter Kupferproduzent der NATO förderten etwas mehr als 1 Million Tonnen im Jahr; um die Lücke zu schließen, wäre zusätzliche Förderung in Höhe von rund dem Dreifachen der heutigen US-Produktion nötig.
Polens Geologie kann aus seiner Sicht einen Teil dieser Lücke decken, die Chance des Landes nennt er außergewöhnlich. Das angekündigte nationale Programm zur Suche nach kritischen Rohstoffen bewertet Pandoff positiv, den Critical Raw Materials Act der Europäischen Union nennt er einen wichtigen Schritt, kritisiert aber das Tempo in Brüssel. Polen sei zudem eines der wenigen Länder, in denen Unterstützung für den Bergbau auch auf lokaler Ebene sichtbar sei; Gemeinden und lokale Akteure verstünden die Bedeutung kritischer Rohstoffe.
1 Milliarde Zloty eingesammelt, Gespräche mit KGHM
Die Aktien von Lumina Metals debütierten im Juni an der Warschauer Börse, zuvor hatte das Unternehmen einen Börsengang am kanadischen Markt absolviert. Eingesammelt wurden rund 1 Milliarde Zloty, was laut Pandoff für die nächsten vier bis fünf Entwicklungsjahre reichen soll. Die Nachfrage lag bei etwa 4 Milliarden Zloty, dem Vierfachen der aufgenommenen Summe. In 15 Jahren Tätigkeit in Polen hat das Unternehmen nach Angaben von Pandoff rund 500 Millionen Zloty investiert.
Den Großteil des künftigen Kapitals erwartet er von außerhalb Polens, vor allem aus den USA, Kanada und anderen EU-Staaten, während die operative Basis lokal bleibt: polnische Mitarbeiter, Auftragnehmer und Ingenieurfirmen, wobei das Bohrunternehmen des Projekts seinen Sitz in der Woiwodschaft Lebus hat. Lumina hat zudem eine Absichtserklärung mit KGHM unterzeichnet, die Gespräche über mögliche Lieferungen von Kupferkonzentrat aus Nowa Sol an die polnischen Hütten des Konzerns betrifft.