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Lukaschenko ordnet größere Kartoffelflächen in Belarus an und fordert neue Absatzmärkte

Präsident Alexander Lukaschenko hat die Regierung angewiesen, die Kartoffelanbaufläche auszuweiten und über den Winter zusätzliche Absatzmärkte zu finden. Die Vorgaben fielen bei einer Arbeitsreise ins Gebiet Mogiljow. Er verwies auf die Züchtungsbasis des Landes – rund 180 registrierte Sorten, ein Viertel davon aus eigener Selektion – und kritisierte die geringen Anbaumengen der Staatsbetriebe.

Lukaschenko ordnet größere Kartoffelflächen in Belarus an und fordert neue Absatzmärkte

Präsident Alexander Lukaschenko hat die belarussische Regierung angewiesen, die Anbaufläche für Kartoffeln auszuweiten und zusätzliche Absatzmärkte für die Ernte zu erschließen. Die Vorgabe erfolgte während einer Arbeitsreise in das Gebiet Mogiljow; darüber berichteten die Agentur BELTA, TASS und Life.ru.

In einem bäuerlichen Betrieb im Rajon Schklou ließ sich der Präsident über die Kartoffelernte, heimische Sorten und Lagertechnologien informieren. Er merkte an, dass die Kultur derzeit vergleichsweise kleine Flächen im Land einnimmt. „Wir müssen in Belarus mehr Kartoffeln anbauen“, sagte er. TASS zitiert ihn über den der Präsidialpressestelle nahestehenden Telegram-Kanal „Pul perwogo“.

Aufgabe für den Winter: Flächen und Käufer

Die Regierung erhielt laut Life.ru zwei miteinander verknüpfte Aufträge: über den Winter zusätzliche Absatzmärkte zu finden und festzulegen, wo genau die Anbauflächen erweitert werden. Bemerkenswert ist die Reihenfolge – die Käufersuche läuft parallel zur Flächenentscheidung, nicht danach.

Auf die aktuellen Produktionsmengen reagierte Lukaschenko ironisch: „Was sind das für Bulbaschi, die keine Kartoffeln produzieren?“ Der Spitzname leitet sich vom belarussischen Wort „Bulba“ für Kartoffel ab; die Kultur gilt im Land traditionell als zweites Brot.

Züchtungsbasis von rund 180 Sorten

Die Rossijskaja Gaseta verbindet den Vorstoß des Präsidenten mit dem Züchtungsprogramm des Landes: Belarussische Züchter haben rund 180 Kartoffelsorten registriert, ein Viertel davon stammt aus lokaler Selektion. Der von Lukaschenko besuchte Betrieb erzeugt den Großteil der Kartoffeln im Gebiet Mogiljow, berichtet die Korrespondentin von „MIR 24“, Polina Sribnenko, deren Beitrag Rambler übernahm.

  • der Betrieb baut Sorten zum Braten, Kochen und für Chips an;
  • seine Kartoffeln werden in vielen GUS-Staaten gegessen;
  • Material lokaler Züchter wächst sogar auf Sachalin.

Staatliche Betriebe bauen das „belarussische Brot“ dagegen in weit geringerem Umfang an als der private Betrieb. Genau dieses Missverhältnis soll nach dem Willen des Präsidenten korrigiert werden; Interesse von Abnehmern sei vorhanden.

Flachs, Disziplin und „Kriegszustand“ im Gebiet Mogiljow

Die Kartoffelvorgabe fiel inmitten scharfer Kritik an der Ackerbaukultur der Region. Die Mängel habe er bereits bei der Landung gesehen, sagte Lukaschenko: Ein Flachsfeld sei schlecht abgeerntet worden. Flachs ist für Belarus eine strategische Kultur – die Flachsverarbeitungsbetriebe werden modernisiert und brauchen mehr Rohstoff –, doch die Erträge des örtlichen Betriebs liegen weit unter dem Durchschnitt, ebenso die wirtschaftlichen Kennzahlen. Die Leitung versprach Besserung und bat um Hilfe bei der Technik.

„Kauf doch. Aber was kaufst du für diesen Flachs? Wenn die Technologie fehlt, wozu Traktoren und Mähdrescher geben?“, sagte der Präsident und wiederholte, staatliche Unterstützung gebe es nur für Ergebnisse. Den Beamten drohte er: „Wenn auch nur ein Meter ungepflügt bleibt, werden Sie hier nicht mehr arbeiten. Solche Fachleute brauche ich nicht. Versetzen Sie das Gebiet in den Kriegszustand und fangen Sie an zu arbeiten. Sonst war das unser letztes Gespräch.“ Laut Life.ru will er den Zustand der Agrarflächen persönlich prüfen, auch in abgelegenen Rajons.

Nicht alles wurde kritisiert. Die Kennzahlen der Tierhaltung im Betrieb steigen, was Lukaschenko auf kompetente Fachkräfte und anständige Löhne zurückführte. Die Gegenwart nannte er eine Zeit der Möglichkeiten für den Agrarsektor; das Gebiet Mogiljow mit seinen ertragreichen Böden sei zu mehr fähig, im kommenden Jahr müsse sich die Lage in allen Bereichen verbessern.

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