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L&T investiert 5.000 Crore ₹ in E-Motoren und Automobilelektronik

Larsen & Toubro investiert über fünf Jahre 5.000 Crore ₹ in E-Motoren, Sicherheitssysteme und vernetzte Fahrzeugtechnik in Tamil Nadu. Der erste Mobilitätsauftrag umfasst 500.000 elektrische Traktionsmotoren für einen Zweiradhersteller innerhalb von drei Jahren.

L&T investiert 5.000 Crore ₹ in E-Motoren und Automobilelektronik

L&T steigt in den Markt für Autokomponenten ein

Larsen & Toubro hat den Einstieg in die Automobilzulieferindustrie mit einem Investitionsprogramm über 5.000 Crore ₹ angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Elektromotoren, Sicherheitssysteme und Technik für vernetzte Fahrzeuge. Nach Angaben von Business Standard Hindi werden die Mittel über fünf Jahre verteilt und unterstützen ein neues Fertigungszentrum im Bundesstaat Tamil Nadu. Der Technologiekonzern positioniert sich damit direkt in einer indischen Lieferkette, die sich von überwiegend mechanischen Bauteilen zu höherwertiger Elektronik und Software verlagert.

Umgesetzt wird das Vorhaben über L&Ts Geschäft Electronic Products and Systems. Es steht unter der Leitung von Prashant Jain, Geschäftsführer von L&T Vyom und Chef der EPS-Gruppe. Die Initiative ist Bestandteil der Strategie Lakshya 31. Neben Mobilität umfasst die EPS-Plattform Leistungselektronik, Robotik und Automatisierung sowie die Entwicklung und Fertigung elektronischer Systeme. Dabei greift sie auf die langjährige Kompetenz des Konzerns in strategischer Elektronik zurück. Jain bezeichnete die Belieferung der Autoindustrie als natürliche Erweiterung der technischen Basis von L&T und nicht als Diversifikation in ein sachfremdes Geschäft.

Investitionen in Fertigung, Forschung und Tests

Die 5.000 Crore ₹ fließen in Produktion, Forschung und Entwicklung, Technologielizenzen und Prüfinfrastruktur. L&T will ein auf geistigem Eigentum basierendes Elektronikgeschäft aufbauen und sich nicht auf Auftragsfertigung beschränken. Den adressierten industriellen B2B-Elektronikmarkt schätzt das Unternehmen derzeit auf rund 2 Milliarden $; bis 2031 soll er auf 4,85 Milliarden $ wachsen. Für das gesamte EPS-Portfolio strebt L&T einen Marktanteil von 10–15 % an. Ein gesondertes Umsatzziel für das Mobilitätsgeschäft wurde nicht genannt.

Die Investition fällt in eine Phase, in der Elektrifizierung, Elektronik und Halbleiteranwendungen die indische Automobilzulieferindustrie verändern. Einer von Business Standard Hindi zitierten Schätzung von Goldman Sachs zufolge dürfte der Markt jährlich um 10 % wachsen: von 86 Milliarden $ im Geschäftsjahr 2026 auf 124 Milliarden $ bis zum Geschäftsjahr 2030. Für Anbieter, die Fahrzeugtechnik, eingebettete Elektronik, Software und Tests verbinden können, vergrößert sich damit der adressierbare Markt. Gleichzeitig trifft L&T auf etablierte Zulieferer, die ihr Geschäft ebenfalls über mechanische Systeme hinaus ausbauen.

Erster Auftrag über 500.000 Traktionsmotoren

Das von Sudeep Uthaman geleitete Mobilitätsgeschäft von L&T hat bereits seinen ersten kommerziellen Auftrag erhalten. Innerhalb von drei Jahren sollen 500.000 elektrische Traktionsmotoren an einen Zweiradhersteller geliefert werden. Die Großserienfertigung im L&T-Werk in Coimbatore soll im kommenden Monat beginnen. Die Motoren basieren auf lizenzierter Technik des israelischen Unternehmens EVR Motors und nutzen dessen patentierte Trapezspulen-Architektur. Laut L&T reduziert die Konstruktion den Materialeinsatz und den Bauraum, während sie eine höhere Drehmomentdichte ermöglicht.

Ein weiteres Zielfeld sind fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme. L&T betrachtet ADAS nicht nur als Premiumausstattung, sondern als Chance im Massenmarkt. Unternehmensvertreter erklärten, rund 80 % der aktuell auf indischen Straßen fahrenden Fahrzeuge hätten keine Assistenzsysteme; die ADAS-Durchdringung liege erst bei 7–8 %. Zusätzliche Nachfrage könnte entstehen, wenn Funktionen wie automatische Notbremsung ab 2027 für Nutzfahrzeuge verpflichtend werden. Eine Einführung bei Personenwagen wird ebenfalls erwartet. Das Programm kann heimische Kapazitäten für Motoren und Sicherheitselektronik schaffen, dürfte aber zugleich den Wettbewerb um Technologielizenzen, Fachkräfte und Aufträge der Fahrzeughersteller verschärfen.

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