L&T, Coal India und 20 Microns bewerben sich um Indiens Förderprogramm für Seltenerdmagnete
L&T, Coal India und 20 Microns positionieren sich für Indiens 72,8-Milliarden-Rupien-Programm für gesinterte Seltenerd-Permanentmagnete. Geplant sind 6.000 Tonnen Jahreskapazität, doch Rohstoffe und Fertigungstechnologie bleiben zentrale Hürden.
Indische Unternehmen zielen auf Magnetförderung
Larsen & Toubro, der staatlich kontrollierte Bergbaukonzern Coal India und der Industriemineralienhersteller 20 Microns verfolgen Chancen im indischen Förderprogramm über 72,8 Milliarden Rupien für gesinterte Seltenerd-Permanentmagnete, berichtet The Financial Express. Damit treten Unternehmen mit sehr unterschiedlichen industriellen Profilen im Wettbewerb um eine heimische Lieferkette an. Die Magnete werden in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen, Elektronik sowie in Luftfahrt- und Verteidigungssystemen eingesetzt.
Das indische Kabinett genehmigte das Programm am 26. November 2025. Über ein globales Wettbewerbsverfahren sollen integrierte Kapazitäten von 6.000 Tonnen pro Jahr entstehen. Bis zu fünf Begünstigte können ausgewählt werden, wobei jeder Bewerber eine Jahreskapazität zwischen 600 und 1.200 Tonnen beantragen darf. Das Programm läuft sieben Jahre: zwei Jahre für den Aufbau der Anlagen und anschließend fünf Jahre mit Förderzahlungen auf Basis der tatsächlichen Verkäufe.
Förderung begünstigt integrierte Produktion
Das Budget von 72,8 Milliarden Rupien umfasst 64,5 Milliarden Rupien an verkaufsabhängigen Anreizen und 7,5 Milliarden Rupien an Investitionszuschüssen. Die geplante Produktionskette reicht von Seltenerdoxiden über Metalle und Legierungen bis zu fertigen Magneten. Der Zugang zu Verfahrenstechnik, Technologiepartnern und verlässlichen Rohstoffen ist deshalb ebenso wichtig wie die Fähigkeit, neue Werke zu finanzieren.
Die drei genannten Gruppen bringen unterschiedliche mögliche Vorteile mit. L&T verfügt über Erfahrung mit großen Ingenieurprojekten und anspruchsvoller Fertigung, Coal India ist ein staatlich kontrollierter Bergbaukonzern und 20 Microns arbeitet mit Industriemineralien. Die verfügbaren Quellen nennen weder geplante Kapazitäten und Investitionen noch Technologien oder Konsortialpartner. Ihre Chancen lassen sich daher noch nicht anhand der technischen und kommerziellen Vergabekriterien vergleichen.
Rohstoffversorgung bleibt der Engpass
Nach Angaben von The Financial Express will IREL (India) jährlich 500 Tonnen Neodym-Praseodymoxid an lediglich drei ausgewählte Begünstigte vergeben, obwohl das Programm bis zu fünf Gewinner zulässt. Interessenten haben zudem kritisiert, dass die Förderung am Gewicht und nicht an der Qualität der Magnete ausgerichtet ist. Gerade Hochleistungsmagnete, insbesondere für hohe Betriebstemperaturen, müssen jedoch anspruchsvolle Spezifikationen erfüllen.
Indien will seine Abhängigkeit von China verringern. Laut The Financial Express liefert China 71 % der indischen Permanentmagnetimporte und verfügt über rund 90 % der weltweiten Verarbeitungskapazität für Seltene Erden. Das Programm könnte indischen Herstellern eine heimische Alternative bieten, doch wegen der zweijährigen Bauphase ist keine schnelle Entlastung zu erwarten. Entscheidend wird sein, welche Bewerber Oxide sichern, bewährte Verarbeitungstechnik erwerben und qualifizierte Magnete zuverlässig im industriellen Maßstab herstellen können.