Limetten-Anlieferungen in Europa fallen auf ein Fünftel, brasilianische Verschiffungen gekürzt
In der 39. Kalenderwoche 2026 erreichen nur 18 Container Limetten Europa, gegenüber einem Wochendurchschnitt von 120 bis 140 Containern. Phytosanitäre Beanstandungen in Brasilien und ein Maersk-Schiff in Reparatur in Salvador drücken die Mengen, die Einkaufspreise in den Niederlanden stiegen von 5,50 bis 6 Euro auf 9 Euro.
Der europäische Limettenmarkt steuert auf die knappste Phase der laufenden Saison zu: Die Anlieferungen aus Brasilien sinken auf rund ein Fünftel der üblichen Wochenmengen, die Einkaufspreise in den Niederlanden haben sich binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Das berichtet die italienische Ausgabe von FreshPlaza.
Giorgio Donnarumma, Vertriebsleiter des Mailänder Importeurs Nuovafrutta, erklärte, die für die kommenden Wochen aus Brasilien angekündigten Container seien nicht einmal die Hälfte der Sollmenge, sondern ein Fünftel. Am deutlichsten werde die Lücke in der nun beginnenden Woche sichtbar; in der Folgewoche komme etwas mehr an, die Mengen blieben aber weit unter dem europäischen Normalniveau.
18 Container gegenüber 120 bis 140 pro Woche
Die aussagekräftigste Zahl betrifft die Anlieferungen in der 39. Kalenderwoche 2026, in der Europa nur einen Bruchteil des üblichen Angebots erhält.
- 39. Kalenderwoche 2026: 18 Container Limetten mit Ankunft in Europa
- Folgewoche: 47 bis 48 Container erwartet
- Übliche Wochenspanne: 120 bis 140 Container, Spitzen bis zu 150
Auch die zweite Woche sei im Vergleich zum europäischen Wochendurchschnitt äußerst wenig, so Donnarumma. Als entscheidenden Indikator für die weitere Marktentwicklung nennt er die Zahl der ankommenden Container; Prognosen über einen längeren Zeitraum seien stets schwierig.
Einkaufspreise von 5,50 Euro in Richtung 11 bis 12 Euro
Die Angebotsverknappung schlägt sich bereits in den Notierungen nieder. Noch vor einer Woche sei die Ware in den Niederlanden zu 5,50 bis 6 Euro eingekauft worden, sagt Donnarumma; inzwischen würden 9 Euro verlangt, in Einzelfällen seien bereits 10 Euro bezahlt worden. Für die kommende Woche weist die Tendenz im Einkauf auf 11 bis 12 Euro.
Nuovafrutta rechnet mit einem lebhaften Markt. In Italien laufe das Sommergeschäft noch aus, die Phase kräftig steigender Preise sei jedoch bereits spürbar.
Phytosanitäre Beanstandungen im Ursprung und ein Schiff in Reparatur
Der Mengenrückgang hängt auch mit Kontrollen der Ware im Ursprungsland wegen phytosanitärer Probleme bei Limetten zusammen. Da die Ware vor dem Versand geprüft und bei Beanstandungen Aufträge gekürzt werden, sind belastbare Zahlen mit großem Vorlauf kaum zu bekommen. Eine vergleichbare Situation gab es bereits in der vorangegangenen Saison, als mehrere Container vernichtet und in einzelnen Fällen der Fruchtstiel der Limetten entfernt wurde.
Hinzu kam ein Vorfall an Bord eines Schiffes der Reederei Maersk, das derzeit im brasilianischen Hafen Salvador zur Reparatur liegt — nach Donnarummas Worten Regen auf ohnehin nassem Boden. Kurzfristig könne es nur schlechter werden.
Spanische Ware und Luftfracht decken nur einen Teil der Lücke
Am europäischen Markt ist auch spanische Ware präsent, die zur Preisglättung beiträgt und vor allem Menge liefert; die Volumina reichen laut Donnarumma jedoch nicht aus, um die Lage zu verändern. Bei Knappheit suchten die Marktteilnehmer üblicherweise Alternativen und fragten Luftfrachtsendungen aus Kolumbien, Peru, Guatemala, Honduras oder anderen Herkünften an, in denen sich Limetten finden lassen; Hinweise auf solche Geschäfte gebe es bislang nicht.
Für die nächsten zwei bis drei Wochen erwartet Donnarumma keine Änderung, die Preise blieben hoch; die Situation könne sich über vier bis fünf Wochen hinziehen. Eine einzige Woche mit höheren Verladungen aus Brasilien könne den Markt rasch normalisieren: Kehren die Anlieferungen auf 130 bis 140 Container pro Woche zurück, gehen die Preise wieder zurück. Danach dürfte die Saisonalität nachhelfen, denn im Winter sinkt der Limettenverbrauch, und der Markt kann schnell auf niedrigere Niveaus fallen.