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Lifosa stoppt litauisches Phosphatdüngerwerk mit 1 Million Tonnen Kapazität

Lifosa hat die Produktion in seinem litauischen Phosphatdüngerwerk mit einer Jahreskapazität von 1 Million Tonnen wegen rekordhoher Schwefelkosten eingestellt. Der Ausfall verknappt DAP, MAP und NPS in einem bereits angespannten Markt und erhöht den Preisdruck bei europäischem DAP.

Lifosa stoppt litauisches Phosphatdüngerwerk mit 1 Million Tonnen Kapazität

Rekordkosten für Schwefel stoppen die Produktion

Der litauische Düngemittelhersteller Lifosa, der zur russischen EuroChem-Gruppe gehört, hat den Betrieb seines Phosphatdüngerwerks eingestellt. Das berichtete Argus laut zol.ru. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 1 Million Tonnen Diammoniumphosphat, Monoammoniumphosphat und Stickstoff-Phosphor-Schwefel-Dünger, kurz DAP, MAP und NPS.

Unmittelbarer Auslöser sind die gestiegenen Kosten für Schwefel, einen unverzichtbaren Rohstoff der Phosphatdüngerproduktion. Rund 80 % des im Werk eingesetzten Schwefels werden für den Produktionsprozess zu Schwefelsäure verarbeitet. Bei den aktuellen Rekordpreisen ist der Betrieb von Lifosa wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.

Lieferausfälle treiben die Schwefelpreise

Dem Bericht zufolge herrscht am globalen Schwefelmarkt ein akuter Mangel. Als Gründe werden die Blockade der Straße von Hormus, der Ausfall von Exporten aus dem Nahen Osten und ein bis zum Jahresende geltendes russisches Embargo genannt. Beschränkungen Chinas haben das verfügbare Angebot zusätzlich belastet.

Bis Ende Juli stiegen die Schwefelpreise auf 800–1.000 $ je Tonne; in China wurden 1.300 $ je Tonne erreicht. Nach Einschätzung von S&P Global ist die Herstellung von Phosphatdünger bei diesem Preisniveau nicht wirtschaftlich. Der Druck reicht über Litauen hinaus: Laut zol.ru haben der US-Produzent Mosaic und das kanadische Unternehmen Nutrien ihre Kapazitäten bereits reduziert, während die marokkanische OCP sie um 50 % kürzte.

Die begrenzte Schwefelverfügbarkeit schlägt unmittelbar auf das Angebot an Fertigdünger durch. Phosphatproduzenten benötigen Schwefelsäure zur Verarbeitung von Phosphatgestein. Ein länger anhaltender Mangel kann deshalb Werke zu einer niedrigeren Auslastung zwingen, selbst wenn die Nachfrage nach dem Endprodukt bestehen bleibt.

Europäisches DAP verteuert sich trotz schwacher Nachfrage

Der Ausfall von Lifosa hat eine weitere Preisrunde bei Fertigprodukten ausgelöst. Europäisches DAP verteuerte sich dem Bericht zufolge bereits in der Vorwoche, obwohl die Nachfrage schwach war. Der Wegfall einer Anlage mit 1 Million Tonnen Jahreskapazität verengt die regionale Versorgung, während zugleich mehrere große internationale Anbieter ihre Produktion begrenzen.

Für Lifosa ist es bereits der zweite Stillstand innerhalb weniger Jahre. 2023 wurde das Werk wegen sanktionsbedingter Probleme bei Management und Logistik angehalten und verlor monatlich 3 Millionen €. Die Produktion wurde erst im Juni 2024 wieder aufgenommen. Nun trägt das Unternehmen erneut die finanziellen und betrieblichen Folgen ungenutzter Kapazitäten.

Artem Suvorov, Projektleiter bei Strategy Partners, sagte gegenüber Kommersant, der Schwefelmangel werde die Produktionskosten weltweit erhöhen. Bleiben die Preise hoch, könnten einzelne Werke ihre Auslastung weiter senken, obwohl Marktteilnehmer bereits nach alternativen Lieferwegen suchen. Eine grundlegende Lösung erwarten die im Bericht zitierten Fachleute erst bei einer Normalisierung der Lieferungen aus dem Nahen Osten.

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