Libanons Traubenexporteure wollen Zugang zu mehr als 40 Märkten sichern
Frische Trauben sind das wichtigste Agrarausfuhrprodukt des Libanon und erreichen mehr als 40 Länder. Landwirtschaftsminister Nizar Hani fordert konstante Qualität, Lebensmittelsicherheit, belastbare Kühlketten und eine Produktion nach den Vorgaben jedes Zielmarktes.
Trauben führen die libanesischen Agrarexporte an
Der Libanon will die internationale Position seiner frischen Trauben durch bessere Qualitätskontrollen, Lebensmittelsicherheit und Nacherntebehandlung verteidigen. Landwirtschaftsminister Nizar Hani erklärte, Trauben stünden an der Spitze der landwirtschaftlichen Ausfuhren des Landes und erreichten mehr als 40 Staaten. Der fortdauernde Zugang zu diesen Märkten ist für Erzeuger, Exporteure und die gesamte Agrarwirtschaft von Bedeutung.
Nach Angaben von Lebanon Debate formulierte Hani die Prioritäten bei einer Besichtigung landwirtschaftlicher Projekte in der Bekaa-Ebene und einem anschließenden Treffen mit Traubenproduzenten und Exporteuren in Ain Zebdeh. Besprochen wurden Produktions- und Exportprobleme, eine engere Abstimmung zwischen Landwirten, Exporteuren und dem Landwirtschaftsministerium sowie die Erschließung weiterer Märkte. Zudem standen eine nationale Traubenkonferenz und ein eigener nationaler Traubentag zur Debatte.
Qualitätsmanagement reicht über den Anbau hinaus
Hani zufolge genügt die Qualität der Ernte allein nicht mehr, um Exportmärkte zu öffnen. Das kommerzielle Ergebnis entsteht entlang der gesamten Kette: von Sortenwahl, Bodenbewirtschaftung und Bewässerung bis zu Sortierung, Verpackung, Kühlung und Lagerung. Für neue Absatzländer sind außerdem regelmäßige Lieferungen und die Einhaltung der jeweiligen technischen Vorgaben erforderlich.
Im Verpackungszentrum MEDIGARDENS informierte sich Hani über Sortier- und Verpackungsverfahren, insbesondere für Exporttrauben. Er betonte die Bedeutung von Verpackung und Kühlung für den Erhalt der Fruchtqualität nach der Ernte. Bei Lieferungen in entfernte Märkte können eine lückenhafte Temperaturführung oder uneinheitliche Sortierung die im Weinberg geschaffene Wertschöpfung zunichtemachen und den Erlös der Erzeuger drücken.
Das Ministerium arbeitet zudem daran, libanesische Agrarprodukte stärker auf den Golfmärkten zu positionieren, vor allem in Saudi-Arabien, und die verfügbare Landroute zu nutzen. Angaben zu Liefermengen, Exportwerten oder einem Zeitplan für einen breiteren Marktzugang enthält die Quelle nicht. Hani verknüpfte Wachstum dennoch klar mit regelmäßiger Belieferung und strikter Erfüllung der Zielmarktvorgaben, nicht allein mit höheren Produktionsmengen.
Technologieprojekte zeigen übergreifende Prioritäten
Die Reise durch die Bekaa-Ebene führte auch zur Berry Fruits Farm, einem Modellbetrieb für Beeren mit rund 24.000 Pflanzen. Ingenieur Fawzi Issa stellte das Produktions- und Lagerpotenzial vor. Hani erklärte, die weitere Entwicklung solcher Kulturen erfordere Prüfungen der agronomischen Eignung, der Produktionskosten sowie der Lagerungs- und Vermarktungsbedingungen. Auch Einsatzmöglichkeiten in der Lebensmittelverarbeitung seien zu untersuchen.
Gemeinsam mit Landwirtschaftsgeneraldirektor Louis Lahoud eröffnete Hani außerdem das technologiegestützte Projekt Agri Fresh mit einer Jahreskapazität von rund 3 Millionen Salatköpfen. Der Minister hob kontinuierliche Produktion, effizienten Ressourceneinsatz, Produktqualität und die Fähigkeit zur Deckung des Marktbedarfs hervor. Die Projekte zeigten, dass die libanesische Landwirtschaft moderne Technik einsetzen könne; die Produktionsmenge allein sei jedoch kein ausreichender Erfolgsmaßstab.
Ein effizienter Einsatz von Wasser und anderen Betriebsmitteln, stabile Qualität und geringere Verluste entscheiden über nachhaltige kommerzielle Erträge. Im Traubensektor haben diese Faktoren eine direkte Exportwirkung: Der Zugang zu mehr als 40 Ländern hängt davon ab, dass die Früchte während des gesamten Transports sicher und verkaufsfähig bleiben. Eine bessere Koordination zwischen Erzeugern, Verpackern und Exporteuren kann außerdem Sorten, Erntezeitpunkte und Behandlung an die Anforderungen der Zielmärkte anpassen und so die Betriebserlöse erhöhen, ohne allein auf mehr Produktion zu setzen.