Libanon und Jordanien wollen neue arabische Märkte für Agrarexporte erschließen
Libanon und Jordanien wollen ihre Zusammenarbeit bei Agrarhandel und Logistik vertiefen, um weitere arabische Märkte zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen Äpfel, Trauben, Bananen und Avocados; für Mai 2027 ist ein Libanon-Tag in Jordanien geplant.
Jordanien soll zum Tor für libanesische Erzeugnisse werden
Libanon will seine Agrarexporte nach Jordanien ausbauen und dessen geografische Lage nutzen, um weitere arabische Märkte zu erreichen. Obst steht im Zentrum der Initiative. Beim Besuch des libanesischen Landwirtschaftsministers Nizar Hani ging es um Äpfel, Trauben, Bananen und Avocados sowie um Maßnahmen, die den Warenverkehr erleichtern und Landwirte und Exporteure schützen sollen.
Nach Angaben von LBCI und Al Modon vereinbarten beide Seiten außerdem einen „Libanon-Tag im Königreich“ im Mai 2027. Die Veranstaltung soll für libanesische Exportwaren werben und die Investitionsbeziehungen zu Jordanien stärken. Konkrete Exportziele, finanzielle Zusagen oder ein detaillierter Zeitplan wurden in den vorliegenden Berichten nicht genannt.
Regionalkonferenz rückt Logistik und Standards in den Mittelpunkt
Hani stellte die libanesische Position auf der Arabischen Maschrek-Konferenz für Agrarexporte vor, die vom jordanischen Verband der Exporteure und Produzenten von Obst und Gemüse organisiert wurde. An dem Treffen nahmen Jordaniens Landwirtschaftsminister Saeb Abdul Halim Khreisat, Syriens stellvertretender Landwirtschaftsminister Mohammad Miqdadi und der libanesische Generaldirektor für Landwirtschaft Louis Lahoud teil. Der palästinensische Landwirtschaftsminister Rizq Salimiya war per Video zugeschaltet. Hinzu kamen Produzenten, Exporteure, Investoren und Unternehmensvertreter.
Addiyar zufolge forderte Hani, das Vierländerabkommen über landwirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Libanon, Jordanien, Irak und Syrien wiederzubeleben. Aus dem bisherigen Konsultationsrahmen solle ein Arbeitsprogramm mit festgelegten Projekten, Fristen, Zuständigkeiten und messbaren Ergebnissen werden. Zu den Prioritäten zählen einheitlichere Standards, schnellere Grenzverfahren, niedrigere Transportkosten sowie bessere Systeme für Lebensmittelsicherheit, Qualitätskontrolle, Rückverfolgbarkeit und den Austausch von Produktions- und Marktdaten.
Kühlketten und abgestimmte Erntesaisons entscheiden über den Erfolg
Der libanesische Vorschlag sieht außerdem Investitionen in Sortierung, Verpackung, Lagerung, Kühlung und Lebensmittelverarbeitung vor. Eine engere Koordination soll es den Ländern nach Hanis Worten ermöglichen, ihre Produktionssaisons zu ergänzen, statt mit denselben Kulturen auf denselben Märkten zu konkurrieren. Für libanesische Erzeuger ist das erklärte Ziel ein regelmäßigerer und wettbewerbsfähigerer Zugang zu arabischen Abnehmern, vor allem für Äpfel und Trauben.
Khreisat bezeichnete Jordaniens geografische Lage als logistischen und wirtschaftlichen Vorteil, mit dem sich die Agrarproduktion des Maschrek an regionale und internationale Märkte anbinden lasse. Exporterfolg hänge nicht nur von der Produktionsmenge ab, sondern auch von verlässlicher Qualität, kontinuierlicher Belieferung, effizientem Transport, Verpackung, Kühlung, Verarbeitung und Rückverfolgbarkeit. Die Konferenz beschloss keine verbindlichen Handelserleichterungen. Der Fortschritt hängt daher davon ab, ob die beteiligten Regierungen die Vorschläge in konkrete Grenz-, Standard- und Infrastrukturmaßnahmen umsetzen, die die Kosten der Exporteure senken.