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Kohleförderung im Kusbass sinkt von Januar bis August um 2,2 %

Die Bergbauunternehmen im Kusbass, Russlands größtem Kohlerevier, haben ihre Förderung von Januar bis August um 2,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert, wie die russische Nachrichtenagentur Finmarket berichtet. Veröffentlicht wurde eine Gesamtzahl ohne Aufteilung nach Kessel- und Kokskohle. Der Rückgang betrifft die Inlandsversorgung, das Exportangebot und die Steuerbasis der Region Kemerowo.

Kohleförderung im Kusbass sinkt von Januar bis August um 2,2 %

Die Bergbauunternehmen im Kusbass, Russlands größtem Kohlerevier, haben ihre Förderung von Januar bis August um 2,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Finmarket.

Die Zahl ist ein Gesamtwert für die Bergbaubetriebe des Reviers und bislang die einzige veröffentlichte Kennziffer für diesen Zeitraum. Eine Aufteilung des Rückgangs nach Kessel- und Kokskohle oder nach Tagebau und Untertagebau enthält die Meldung nicht. Dennoch hat eine Veränderung dieser Größenordnung im Kusbass Gewicht für die gesamte russische Kohlebilanz, denn kein anderes Revier des Landes kommt an dessen Fördermenge heran.

Warum der Kusbass den Takt der russischen Kohle vorgibt

Die Region Kemerowo, unter dem Namen Kusbass geführt, ist der Kern der russischen Kohleindustrie. Dort wird sowohl Kesselkohle für die Stromerzeugung als auch Kokskohle für die Metallurgie gefördert, und dort konzentriert sich ein großer Teil der Aufbereitungsanlagen und Bahnverladekapazitäten des Landes. Die Produktion des Reviers versorgt gleichzeitig inländische Kraftwerke, die Stahlindustrie und das Exportprogramm. Ein Förderrückgang bleibt deshalb keine regionale Meldung, sondern schlägt unmittelbar auf die verfügbaren Versandmengen und auf die Frachtbasis der Eisenbahn durch.

Der strukturelle Nachteil des Reviers ist seine Lage. Der Kusbass liegt tief im Südwesten Sibiriens, Tausende Kilometer von allen genutzten Seehäfen entfernt, ob im Fernen Osten, an der Ostsee oder im Asowsch-Schwarzmeer-Becken. Bahntarife und Hafenumschlag machen daher einen großen Teil der Kosten jeder gelieferten Tonne aus, und die Bergwerke der Region gehören weltweit zu den empfindlichsten gegenüber Schwankungen von Frachtraten und Wechselkurs.

Woher der Druck kommt

Die veröffentlichten Daten nennen keine Gründe für den Rückgang von Januar bis August. Das Arbeitsumfeld der Kusbass-Produzenten wird jedoch von einer Reihe gut dokumentierter Beschränkungen bestimmt:

  • Begrenzte Bahnkapazität in Richtung Osten, die den Zugang zu den asiatischen Märkten rationiert und Quoten für Lieferungen aus der Region erzwingt.
  • Der Verlust des europäischen Marktes nach dem EU-Embargo für russische Kohle, wodurch der nächstgelegene und ertragsstärkste Absatzweg für Kusbass-Kesselkohle entfiel.
  • Längere Transportwege und höhere Logistikkosten bei den nach Asien und in die Türkei umgeleiteten Mengen, die die Produzenten und nicht die Käufer tragen.
  • Preisabschläge auf russische Kohle an den asiatischen Märkten, die die Margen ab Grube schmälern.
  • Steigende Förderkosten in tieferen und abgelegeneren Lagerstätten, die die Preisschwelle anheben, unterhalb derer die Produktion defizitär ist.

Treffen diese Faktoren zusammen, ist eine Drosselung der Förderung für die Betriebe mit den höchsten Kosten die rationale Antwort. Die Alternative, Tonnen mit negativer Marge zu verschiffen, um Marktanteile zu halten, tragen nur Produzenten mit eigener Logistik oder mit Kokskohle im Produktmix.

Was der Rückgang für Angebot und Käufer bedeutet

Für den Inlandsmarkt ist ein Minus von 2,2 % im Hauptrevier verkraftbar. Der russischen Stromerzeugung fehlt es nicht an Kohle, und die Versorger kontrahieren ihre Mengen vor Beginn der Heizsaison. Heikler ist die Frage des Exportangebots: Der Kusbass stellt einen erheblichen Teil der Seefrachtmengen, die Russland Asien anbietet, und eine geringere Förderung verkleinert den Rest, der nach Erfüllung der Inlandsverpflichtungen und der bahnseitig begrenzten Zuteilungen bleibt.

Für die Stahlhersteller ist Kokskohle die entscheidende Größe. Da eine Gesamtzahl veröffentlicht wurde, lässt sich der Meldung nicht entnehmen, ob die metallurgischen Sorten im Gleichlauf mit dem Reviersdurchschnitt zurückgingen, sich besser hielten oder stärker nachgaben. Für die Koksversorgung und die Vertragsverhandlungen mit den Hütten ist dieser Unterschied wesentlich.

Am schärfsten ist die regionale Dimension. Kohle bildet die Steuerbasis der Region Kemerowo und ist ihr größter Arbeitgeber. Ein anhaltender Rückgang belastet daher die regionalen Haushaltseinnahmen, Subunternehmer und Bergbaudienstleister, lange bevor er in der gesamtrussischen Statistik sichtbar wird. Zu beobachten sind von hier an drei Punkte: ob sich der Monatstrend im vierten Quartal verstärkt, ob Unternehmen Stilllegungen oder Schließungen ankündigen und ob spätere Berichte die Aufteilung nach Kessel- und Kokskohle offenlegen.

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