Kuala-Lumpur-Kautschuk fällt wegen erwarteter Angebotszunahme aus Thailand
Die Kautschukpreise in Kuala Lumpur gaben am 15. Juli nach, weil Thailand in die Hauptsaison der Zapfung eintritt und das Naturkautschukangebot bis September steigen dürfte. Schwächeres chinesisches Wachstum und ein festerer Ringgit belasteten zusätzlich, während höhere Rohölpreise die Verluste begrenzten.
Saisonale Produktion in Thailand belastet den Markt
Der Kautschukmarkt in Kuala Lumpur schloss am Mittwoch, dem 15. Juli, schwächer, obwohl regionale Kautschuk-Futures zulegten. RTM berichtete unter Berufung auf Bernama, dass die Erwartung steigender Lieferungen während der thailändischen Hauptsaison für die Zapfung die Stimmung am malaysischen Kassamarkt beeinträchtigte.
Thailand tritt schrittweise in die aktivste Phase seines Zapfkalenders ein. Ein von Bernama zitierter Händler erwartet, dass die saisonale Produktion bis September weiter zunimmt und damit den Spielraum für Preissteigerungen begrenzt. Der Angebotsausblick Thailands ist für regionale Händler besonders relevant, weil zusätzlicher Naturkautschuk die Einkaufspreise beeinflusst und den Wettbewerb zwischen Exporteuren in Südostasien verschärft.
China und Wechselkurs erhöhen den Druck
Die Nachfrageerwartungen verschlechterten sich zudem, nachdem Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal um 4,3% gewachsen war. Dem Händler zufolge blieb das Ergebnis hinter den Markterwartungen und dem Wachstumsziel der Regierung für 2026 zurück. Kautschuklieferanten beobachten China genau, da eine schwächere Industrieaktivität die Käufe von Herstellern und anderen Weiterverarbeitern dämpfen kann.
Ein stärkerer Ringgit gegenüber dem US-Dollar stellte ein weiteres Hindernis für den malaysischen Markt dar. Da international gehandelte Rohstoffe üblicherweise in Dollar notieren, kann eine festere Landeswährung den in Ringgit umgerechneten Exporterlös verringern und malaysische Ware für einige ausländische Käufer weniger wettbewerbsfähig machen.
Die Preisbewegungen spiegelten die Kombination aus höherem Angebot, schwächeren Nachfragesignalen und Währungsdruck wider. Um 15 Uhr sank SMR 20 um 3 Sen auf 897,5 Sen je Kilogramm, während Bulk-Latex um 1,5 Sen auf 727 Sen je Kilogramm nachgab, berichtete Bernama. Der stärkere Rückgang von SMR 20 zeigt den unmittelbaren Druck auf eine wichtige Qualität des internationalen Kautschukhandels.
Höhere Ölpreise begrenzen die Verluste
Steigende Rohölpreise glichen die negativen Faktoren teilweise aus. Der Händler führte den Ölpreisanstieg auf erneute Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie auf Sorgen über mögliche Unterbrechungen der Ölversorgung aus dem Nahen Osten zurück. Energiepreise sind für den Kautschukmarkt wichtig, weil Rohöl ein zentraler Ausgangsstoff für synthetischen Kautschuk ist, der in mehreren industriellen Anwendungen mit Naturkautschuk konkurriert.
Auch die Erwartungen an die US-Geldpolitik boten etwas Unterstützung. Die US-Inflation verlangsamte sich im Juni auf 3,5%, was laut dem Bericht die Erwartung stärkte, dass die Federal Reserve weitere Zinserhöhungen verschieben oder einen weniger straffen Kurs verfolgen könnte. Für Importeure und Exporteure hängt die kurzfristige Marktlage damit von Thailands wachsender Saisonproduktion, den chinesischen Nachfrageindikatoren, dem Ringgit und der weiteren Stützung des Kautschukkomplexes durch höhere Ölpreise ab.