Kroatische Teemischung muss vernichtet werden: Toxinwerte zehnmal über dem Grenzwert
Eine Teemischung kroatischen Ursprungs muss vernichtet werden, nachdem eine Marktprobe fast 2.000 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide je Kilogramm ergab – zulässig sind 200. Das EU-Schnellwarnsystem stufte das Gesundheitsrisiko als ernst ein. Produkt, Hersteller und Charge wurden nicht veröffentlicht.
Eine Teemischung kroatischen Ursprungs muss vernichtet werden, nachdem die Laboranalyse einer Marktprobe fast 2.000 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide je Kilogramm ergeben hat – rund das Zehnfache des zulässigen Werts. Das berichtet das kroatische Portal Zagorje International unter Berufung auf Daten des europäischen Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel sowie auf Danica.
Zehnfache Überschreitung führt zur Vernichtung
Der zulässige Wert liegt bei 200 Mikrogramm je Kilogramm. Die gemessene Konzentration von knapp 2.000 Mikrogramm je Kilogramm entspricht etwa dem Zehnfachen dieser Obergrenze. Da das Gesundheitsrisiko als ernst eingestuft wurde, wurde nicht die Rücknahme aus dem Verkauf, sondern die Vernichtung der Ware angeordnet. Slobodna Dalmacija berichtete über denselben Fall und sprach von einem Befund, der zehnmal über der erlaubten Menge lag, verbunden mit der Anordnung zur Vernichtung.
Die Vernichtung nimmt eine Partie vollständig aus der Lieferkette. Anders als bei Rücknahme oder Rückruf bleibt kein Weg, das Material nachzubearbeiten, herunterzumischen oder auf einen anderen Markt umzuleiten. Der gesamte Warenwert der betroffenen Charge geht verloren.
Weder Produkt noch Hersteller oder Charge benannt
Die verfügbare Meldung nennt nicht, um welches Produkt es sich handelt. Angegeben ist lediglich eine Teemischung mit Ursprung in Kroatien, ohne Angaben zu Hersteller, Produktname, Verpackung und Charge, berichtet Zagorje International. Das Portal weist darauf hin, dass solche Informationen für Verbraucher wichtig sind, die sonst nicht prüfen können, ob sie das Produkt zu Hause haben, und den Verzehr vermeiden können. Für Händler und Einzelhandel gilt dasselbe: Ohne Marke und Chargennummer ist eine gezielte Prüfung der Bestände nicht möglich.
Warum Kräutermischungen der kritische Punkt sind
Pyrrolizidinalkaloide sind natürliche Toxine, die einige Pflanzen als Abwehr gegen Schädlinge bilden. In Lebensmittel gelangen sie unter anderem bei der Erzeugung und Verarbeitung pflanzlicher Produkte. Tees und Kräuterzubereitungen stehen besonders im Fokus, weil die Verbindungen durch Pflanzen eingetragen werden können, die sie von Natur aus enthalten. Die kroatische Lebensmittelbehörde hat früher darauf hingewiesen, dass Pyrrolizidinalkaloide am häufigsten gerade in Tees und Kräuterprodukten zu finden sind.
- Hohe Dosen können schwere Leberschäden verursachen.
- Bei höherer oder langfristiger Exposition sind schädliche Wirkungen auf Leber, Lunge und Blutgefäße möglich.
- Tierstudien haben für bestimmte Pyrrolizidinalkaloide ein krebserzeugendes Potenzial gezeigt, weshalb die Gehalte in Lebensmitteln so niedrig wie möglich gehalten werden sollen.
Risikobewertung und wirtschaftliche Folgen
Nach den in der Berichterstattung zitierten Einschätzungen der Behörde ist die Möglichkeit einer akuten Vergiftung bei üblichem Teekonsum vernachlässigbar, ebenso das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen für durchschnittliche Teetrinker in Kroatien. Ein höheres Risiko betrifft Personen, die häufig Produkte mit hohem Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden konsumieren, insbesondere über längere Zeiträume. Im konkreten Fall lag die gemessene Konzentration jedoch um ein Vielfaches über dem vorgeschriebenen Grenzwert, weshalb die Vernichtung angeordnet wurde.
Für den Kräuterteehandel verweist der Fall auf die Rohstoffstufe und nicht auf die Abfülllinie. Eine Kontamination dieser Art entscheidet sich mit dem Pflanzenmaterial, das in die Verarbeitung geht, denn die Verbindungen kommen mit Pflanzen herein, die sie natürlicherweise enthalten. Mischungen sind am anfälligsten, weil eine einzige belastete Zutat den Wert der gesamten Rezeptur über den Grenzwert hebt. Da die Meldung einen Ursprung und keine Marke nennt, trägt die gesamte kroatische Kräuterteekategorie die Reputationslast, und Käufer in anderen EU-Märkten haben einen klaren Anlass, bei den nächsten Kontrakten Analysezertifikate für Alkaloide zu verlangen.