Kroatien erwartet 2026 weniger Mais, Soja und Zuckerrüben
Kroatiens Maisproduktion dürfte 2026 um 8,6 % auf 1,5 Millionen Tonnen sinken, während bei Soja und Zuckerrüben noch stärkere Rückgänge erwartet werden. Eine Ausnahme bildet Sonnenblume mit einem prognostizierten Plus von 20,3 % auf 243.000 Tonnen.
Maisproduktion bei 1,5 Millionen Tonnen erwartet
Kroatien dürfte 2026 insgesamt 1,5 Millionen Tonnen Handels- und Saatmais erzeugen, 8,6 % weniger als 2025. Das zeigen die ersten Schätzungen für die wichtigsten späten Kulturen des kroatischen Statistikamts DZS. Die Angaben bilden den Stand vom 1. September ab und weisen bei drei der vier erfassten Kulturen auf eine geringere Produktion hin.
Der durchschnittliche Maisertrag wird auf 5,9 Tonnen je Hektar geschätzt, nach 6,4 Tonnen je Hektar im Jahr 2025. Der niedrigere Flächenertrag ist damit ein wesentlicher Grund für die schwächere Produktionsprognose. Eine getrennte Aufschlüsselung für Handels- und Saatmais enthält die veröffentlichte DZS-Schätzung nicht.
Mit einer Ernte von 1,5 Millionen Tonnen stünde weniger heimischer Mais zur Verfügung als im Vorjahr. Das betrifft Futtermittelhersteller und andere industrielle Verbraucher von lokalem Getreide ebenso wie Landwirte und Händler, die Lieferungen nach der Ernte organisieren. Preis-, Lagerbestands- und Handelsprognosen liegen in den Quellen nicht vor, sodass sich ein möglicher zusätzlicher Importbedarf noch nicht beziffern lässt.
Stärkere Rückgänge bei Soja und Zuckerrüben
Die Sojaproduktion soll um 28,8 % auf 141.000 Tonnen fallen. Der erwartete Ertrag beträgt 2,2 Tonnen je Hektar und liegt damit nur knapp unter den 2,3 Tonnen von 2025. Da die Produktion wesentlich stärker zurückgeht als der Flächenertrag, spielen offenbar weitere Faktoren wie die Erntefläche eine Rolle. Die von Index.hr und Glas Slavonije zitierten DZS-Daten nennen jedoch keine Fläche.
Die kleinere Ernte reduziert die Menge an kroatischem Soja, die Ölmühlen, Futtermittelherstellern und anderen Käufern zur Verfügung steht. Zu Qualität, Verarbeitungsnachfrage und Verhältnis zwischen Inlandsverbrauch und Außenhandel macht die Schätzung keine Angaben. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob sich die geringere Ernte vor allem in der Anlagenauslastung, im Wettbewerb um Rohstoffe oder in der Beschaffung aus Nachbarländern niederschlägt.
Bei Zuckerrüben wird ein Produktionsrückgang um 26,1 % auf 300.000 Tonnen erwartet. Der Ertrag sinkt von 57 Tonnen je Hektar im Jahr 2025 auf 40 Tonnen. Das ist der stärkste ausgewiesene Ertragsrückgang unter den erfassten Kulturen. Die Kombination aus deutlich geringerer Produktion und schwächerem Ertrag ist für Zuckerfabriken besonders relevant, da die voluminösen Rüben üblicherweise aus dem näheren Umfeld der Werke bezogen werden.
Sonnenblume als einzige Kultur mit Wachstum
Die Sonnenblumenproduktion soll um 20,3 % auf 243.000 Tonnen steigen. Das Plus wird trotz eines leichten Rückgangs des erwarteten Ertrags von 3 Tonnen je Hektar im Jahr 2025 auf 2,9 Tonnen erzielt. Die Zahlen deuten daher auf eine größere Anbau- oder Erntefläche hin, auch wenn die zitierten DZS-Angaben keine Hektarzahl enthalten.
Die unterschiedlichen Entwicklungen schaffen für Kroatiens Verarbeiter gegensätzliche Bedingungen. Ölsaatenkäufer erhalten deutlich weniger Soja, aber mehr Sonnenblumen, wodurch sich die Zusammensetzung der lokal verfügbaren Rohstoffe für Ölmühlen verändern kann. Zuckerfabriken müssen mit einer wesentlich kleineren Rübenernte rechnen, während Futtermittel- und Getreideunternehmen ein geringeres Maisangebot einplanen müssen. Es handelt sich um vorläufige Schätzungen; die wirtschaftlichen Folgen hängen außerdem von Qualität, Verarbeitungsnachfrage und Angeboten aus den Nachbarländern ab.