Kroatien plant höhere Beihilfen für Zuckerrüben in den Jahren 2026 und 2027
Kroatiens Landwirtschaftsministerium will die jährliche Förderung für Zuckerrüben 2026 und 2027 von 1,3 Millionen € auf 2 Millionen € erhöhen. Betriebe mit bis zu 40 Hektar Anbaufläche sollen 720 € je Hektar erhalten.
Jährliche Mittel steigen auf 2 Millionen €
Das kroatische Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei hat eine höhere Förderung für Zuckerrübenerzeuger in den Jahren 2026 und 2027 vorgeschlagen. Nach Angaben von Poslovni.hr soll die Maßnahme den heimischen Anbau sichern, der durch klimatische Veränderungen und ungünstige Marktbedingungen unter Druck steht.
Die jährlichen Mittel des überarbeiteten Programms würden von 1,3 Millionen € auf 2 Millionen € steigen. Das Gesamtbudget für den Zeitraum 2023-2027 würde sich dadurch von 6,5 Millionen € auf 7,9 Millionen € erhöhen. Dass die jährliche Aufstockung und der Anstieg des Fünfjahresbudgets unterschiedlich ausfallen, liegt an der Anwendung der höheren Sätze nur in den letzten beiden Programmjahren.
Kleine Betriebe erhalten den höchsten Satz
Der Vorschlag staffelt die Zahlungen nach Anbaufläche und sieht die höchste Hektarbeihilfe für kleinere Erzeuger vor. Betriebe mit bis zu 40 Hektar Zuckerrüben würden künftig 720 € je Hektar statt 530 € erhalten. Für Flächen zwischen 40 und 100 Hektar sind 620 € je Hektar vorgesehen, für Betriebe ab 100 Hektar 120 € je Hektar.
Staatssekretär Tugomir Majdak erklärte, kleinere Erzeuger seien besonders gefährdet und benötigten deshalb zusätzlichen Schutz. In der ersten Kategorie steigt die Förderung um 190 € je Hektar. Bei genau 40 Hektar entspräche der genannte Satz 28.800 €, vorbehaltlich der endgültigen Programmbedingungen und Förderkriterien.
Anbaufläche wächst trotz schwachen Marktes
In Kroatien wurden in diesem Jahr rund 7.500 Hektar mit Zuckerrüben bestellt, sagte Majdak. Das waren 5 % mehr als im Vorjahr. Er bewertete diese Entwicklung positiv, da die Zuckerrübenproduktion sowohl in Europa als auch weltweit zurückgehe und die Marktbedingungen ungünstig blieben.
Die Flächenentwicklung zeigt eine kurzfristige Widerstandsfähigkeit des kroatischen Anbaus. Der Fördervorschlag macht zugleich deutlich, dass das Ministerium einen Rückzug von Betrieben befürchtet. Zuckerrüben binden bereits vor der Ernte Fläche und Betriebsmittel, weshalb erwartete Erlöse und staatliche Unterstützung die Anbauentscheidung wesentlich beeinflussen.
Vorschlag geht in die öffentliche Konsultation
Der stellvertretende Ministerpräsident und Landwirtschaftsminister David Vlajčić stellte die Änderungen am Mittwoch vor und leitete die öffentliche Konsultation ein. Die Regierung wolle möglichst viele Zuckerrübenerzeuger zur Fortsetzung des Anbaus bewegen und sie dabei mit den höheren Zahlungen unterstützen.
Der Vorschlag enthält weder ein Produktionsziel noch eine Schätzung der Auswirkungen auf das kroatische Zuckerangebot. Im Mittelpunkt steht zunächst die Sicherung der Anbaufläche, vor allem bei kleineren Betrieben. Ob die zusätzlichen 700.000 € pro Jahr den Anbau stabilisieren, hängt von Kosten, Erträgen, Markterlösen und den endgültigen Bedingungen nach Abschluss der Konsultation ab.