Kroatien priorisiert Verarbeiter mit heimischen Rohstoffen bei Agrarförderung
Kroatien ändert die Bewertung von Förderanträgen für Investitionen in die Agrarverarbeitung. Vorrang erhalten künftig Verarbeiter, die mindestens 50 % heimische Rohstoffe wie Fleisch, Milch oder Getreide einsetzen.
Heimische Beschaffung wird zum Förderkriterium
Das kroatische Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei wird die Bewertungsbedingungen der Intervention 73.11 ändern, die Investitionen in die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse unterstützt. Nach den neuen Regeln werden Verarbeiter bei der Vergabe von Fördermitteln bevorzugt, wenn sie in ihrer Produktion mindestens 50 % heimische Rohstoffe einsetzen, berichtet Poslovni dnevnik.
Die Kroatische Landwirtschaftskammer HPK erklärte, das Ministerium habe ihre Argumente und Forderungen bei einem Treffen mit Vertretern aus Landwirtschaft und Wirtschaft akzeptiert. Die Bevorzugung soll für Verarbeiter gelten, die kroatisches Fleisch, Milch, Getreide und andere auf den Feldern und Höfen des Landes erzeugte Rohstoffe beziehen.
Die angekündigte Regel verbietet den Import landwirtschaftlicher Vorprodukte nicht. Die HPK betonte, Kroatien bleibe ein freier Markt und sie stelle das Recht der Unternehmen auf Auslandsbezug nicht infrage. Geändert wird vielmehr die Verteilung nicht rückzahlbarer Mittel, die für die Entwicklung der kroatischen Landwirtschaft bestimmt sind, auf förderfähige Investitionsprojekte.
Engere Verbindung zwischen Verarbeitung und Landwirtschaft
Nach Ansicht der HPK ermöglichte das bisherige System Förderungen für Verarbeiter, die vollständig auf importierte Rohstoffe angewiesen waren und weder kroatischen Weizen noch kroatisches Fleisch kauften. Eine stärkere Gewichtung der heimischen Beschaffung soll diese Praxis beenden und Investitionen in die Verarbeitung unmittelbarer mit der Nachfrage nach Erzeugnissen kroatischer Landwirte verbinden.
HPK-Präsident Željko Mihelić begrüßte die Entscheidung des Ministeriums. Das Ergebnis zeige, dass Landwirtschaftsminister David Vlajčić die kroatischen Landwirte unterstütze. Die Kammer sieht in der Regeländerung eine Möglichkeit, die Produktion im ländlichen Raum und die Lebensmittelversorgung zu stärken, da Verarbeiter einen klareren Anreiz erhalten, Lieferbeziehungen mit heimischen Betrieben aufzubauen.
An dem Treffen nahmen laut HPK auch Vertreter der Kroatischen Handwerkskammer, der Kroatischen Wirtschaftskammer, des Rindfleischerzeugerverbands Baby Beef und der Agentur für Zahlungen in Landwirtschaft und Fischerei teil. Im Mittelpunkt standen der Schutz heimischer Landwirte und eine gerechtere Lenkung von EU-Mitteln in Entwicklungsinvestitionen und Produktion. Für Verarbeiter wird die Herkunft ihrer Rohstoffe damit zu einem wichtigeren Faktor beim Zugang zu Fördermitteln; kroatische Erzeuger könnten bei Lieferverhandlungen mit geförderten Verarbeitungsprojekten an Gewicht gewinnen.