Kroatien erreicht bei Äpfeln wieder eine positive Erzeugungsbilanz
Kroatien dürfte in dieser Saison rund 60.000 Tonnen Äpfel erzeugen, bei einem Inlandsverbrauch von 55.000 bis 60.000 Tonnen. Zeitgleich verzeichnet Europa den stärksten Rückgang der Apfelproduktion seit zehn Jahren, mit den größten Einbußen in Polen und Österreich, den wichtigsten Lieferanten für den kroatischen Handel.
Kroatien wird in dieser Saison mehr Äpfel erzeugen, als es verbraucht, und nach mehreren schwachen Ernten wieder eine positive Erzeugungsbilanz erreichen. Das teilte der kroatische Obstbauverband mit. Die Wende fällt mit dem stärksten Rückgang der europäischen Apfelproduktion seit zehn Jahren zusammen, wobei die größten Einbußen in Polen und Österreich anfallen – traditionell die größten Lieferanten von Importobst für den kroatischen Markt.
Erzeugung übertrifft den Inlandsbedarf
Stjepan Zorić, stellvertretender Vorsitzender des kroatischen Obstbauverbands, erklärte, das Land werde in diesem Jahr mit rund 60.000 Tonnen erneut eine positive Bilanz bei Äpfeln erreichen. Der jährliche Apfelverbrauch in Kroatien liegt bei 55.000 bis 60.000 Tonnen, die heimischen Obstanlagen decken den Bedarf damit vollständig. Die Zahlen berichtete poslovni.hr unter Berufung auf den öffentlich-rechtlichen Sender HRT.
- Erwartete kroatische Apfelernte: rund 60.000 Tonnen
- Jährlicher Inlandsverbrauch: 55.000 bis 60.000 Tonnen
- Erwarteter Ertrag gegenüber dem Dreijahresmittel: sechs bis sieben Prozent höher
Nach mehreren schwierigen Jahren melden die Betriebe wieder volle Bäume. Luka Bilušković, Erzeuger aus Ilok, rechnet mit Erträgen sechs bis sieben Prozent über dem Dreijahresmittel, verweist aber darauf, dass bis zur Ernte noch viel Zeit vergeht. In einigen Regionen hat die Ernte früher als üblich begonnen; das Obst aus seiner Anlage geht in das Logistik- und Distributionszentrum in Križ, wo Äpfel bereits in großem Umfang verpackt werden.
Hitze und Wassermangel als Hauptrisiko
Die Prognose steht unter Vorbehalt. Die Brunnen trocknen allmählich aus, und die Obstbauern behelfen sich auf jede erdenkliche Weise, um die Früchte vor der Sonne zu schützen, berichtet poslovni.hr. Bilušković sagte, bei anhaltender Hitze ohne Regen könnten die Erträge noch sinken.
Luka Cvitan, Leiter der größten heimischen Erzeugerorganisation PZ JabukaHR, nannte als größte Sorge extreme Temperaturen ohne absehbares Ende sowie eine Wiederholung des Jahres 2024, als ein großer Teil der Früchte auf dem Boden landete. Die Branche hofft, dass das schlechteste Szenario ausbleibt und Kroatien die Selbstversorgung sowie die Erholung der heimischen Apfelproduktion festigt.
Konkurrenz durch Importe lässt nach
Das Wettbewerbsbild auf dem kroatischen Markt verändert sich von außen. Laut Zorić verzeichnen die Kollegen in Polen und Österreich die größten Produktionsrückgänge – jene beiden Länder, die traditionell die stärksten Konkurrenten kroatischer Ware in den heimischen Regalen sind.
Da das Angebot aus diesen Herkünften sinkt und die lokalen Mengen gleichzeitig zulegen, dürfte der Handel in dieser Saison mehr kroatische und weniger importierte Äpfel führen. Für Importeure bedeutet das eine knappere Verfügbarkeit in den beiden wichtigsten Beschaffungsmärkten, für kroatische Erzeuger öffnet sich Regalfläche, die in den Vorjahren schwer zu bekommen war.
Kleinere Betriebe gehen in die Verarbeitung
Nicht jeder Erzeuger profitiert vom Großhandel. In Sveti Martin na Muri erzeugt der Familienbetrieb von Tatjana Hažić rund 150 Tonnen Äpfel im Jahr. Ein kleinerer Teil der Tafeläpfel wird direkt ab Hof verkauft, doch der Betrieb stellte 2015 auf Verarbeitung um.
Hergestellt werden natürliche Säfte ohne Zuckerzusatz, Apfelmus, Smoothies und Fruchtaufstriche aus Äpfeln. Auf den vier Hektar des Betriebs lohne sich die Erzeugung von Äpfeln für den Großhandel nicht, sagte Hažić; deshalb setze man auf Direktverkauf und Verarbeitung. Die diesjährige Menge erwartet sie auf Vorjahresniveau, Frostschäden gab es nicht.