Region Krasnodar beginnt Reisernte auf fast 100.000 Hektar
Russlands wichtigstes Reisanbaugebiet Krasnodar hat mit der Ernte auf fast 100.000 Hektar begonnen und peilt rund 850.000 Tonnen an. Die Exportbeschränkungen wurden aufgehoben, doch schwache Inlandspreise und günstigere thailändische Ware belasten den Absatz.
Kuban peilt rund 850.000 Tonnen an
Die Region Krasnodar, Russlands wichtigstes Reisanbaugebiet, hat mit der Ernte auf fast 100.000 Hektar begonnen. Gouverneur Weniamin Kondratjew erklärte, das günstige Wetter lasse eine Ernte von rund 850.000 Tonnen erwarten, mindestens so viel wie 2025. Im vergangenen Jahr brachten die Betriebe der Region mehr als 850.000 Tonnen ein.
Nach Angaben von ZOL sind bereits 670 Mähdrescher im Einsatz; weitere 144 Maschinen sollen hinzukommen. Drei große Getreidespeicher—zwei im Bezirk Kalininski und einer im Bezirk Krasnoarmeiski—können zusammen fast 320.000 Tonnen aufnehmen. Die Region hat acht zentrale Reisanbaugebiete. Die größten Flächen liegen in den Kommunen Krasnoarmeiski, Slawjanski und Kalininski.
Regionales Ziel widerspricht niedrigerer Landesprognose
Krasnodar liefert gewöhnlich rund 70 % der russischen Reisproduktion und bestimmt damit wesentlich das landesweite Angebot. Agroinvestor zitierte jedoch Wladimir Petritschenko, Geschäftsführer von ProZerno, mit einer Prognose von 834.000 Tonnen für Russlands Reisernte 2026, nach 1,235 Millionen Tonnen im Jahr 2025. Diese Schätzung für das gesamte Land liegt unter dem regionalen Ziel von rund 850.000 Tonnen, sodass die beiden Angaben erkennbar voneinander abweichen.
Petritschenko führte den erwarteten landesweiten Rückgang auf eine Verringerung der Anbaufläche um 25 % auf 146.000 Hektar zurück. Grund seien die Beschränkungen für Lieferungen ins Ausland gewesen. Geschlossene Exportkanäle hätten die Preise und das Interesse der Erzeuger gedrückt, woraufhin die Betriebe weniger Flächen bestellten. Sämtliche Reisflächen Krasnodars wurden mit Saatgut aus Kuban-Züchtung bestellt. Laut ZOL decken Kuban-Sorten 100 % der regionalen und mehr als 90 % der russischen Reisfläche ab.
Exportöffnung trifft auf Preisnachteil
Die durchschnittlichen Großhandelspreise für geschälten Reis sanken laut Agroinvestor seit 2023 kontinuierlich: von 80.000 Rubel je Tonne auf 38.000 Rubel je Tonne im Sommer 2026. Im August erholten sie sich leicht auf durchschnittlich 41.000 bis 42.000 Rubel je Tonne. Petritschenko hält eine Fortsetzung des Anstiegs für möglich, insbesondere nachdem die Regierung die Exportbeschränkungen und die Quote aufgehoben hat.
Russland hatte die Ausfuhr von Rohreis ab dem 1. Juli 2022 nach einem Unfall an der Fedorowski-Wasseranlage in Krasnodar untersagt. Ab 2026 durften geschälter Reis und Rohreis innerhalb einer Zollquote von 200.000 Tonnen exportiert werden; später wurde die Quote aufgehoben. Nach Angaben des Nationalen Reisverbandes verloren russische Exporteure während der Beschränkungen einen erheblichen Teil ihrer ausländischen Kunden, während Importeure andere Lieferanten fanden und ihre Logistik umstellten. Zuvor produzierte Russland jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen Rohreis und exportierte 140.000 bis 160.000 Tonnen. Die Rückgewinnung dieser Mengen dürfte schwierig werden: Russischer Reis kostet durchschnittlich etwas mehr als 500 $ je Tonne, Qualitätsreis aus Thailand dagegen 482 $ je Tonne FOB Bangkok.