Kormotech will Umsatz in Rumänien bis 2029 verfünffachen und prüft eigenes Werk
Der größte ukrainische Heimtiernahrungshersteller Kormotech will seinen Umsatz in Rumänien bis 2029 von 10 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro steigern und unter die Top 3 des Marktes kommen, berichtet Profit.ro. Zugleich prüft das Unternehmen den Bau einer Fabrik in Rumänien.
Fünffacher Umsatz bis 2029
Kormotech, der größte Hersteller von Heimtiernahrung in der Ukraine, hat sich das strategische Ziel gesetzt, seinen Umsatz in Rumänien bis 2029 zu verfünffachen: von 10 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro im Jahr, wie Profit.ro exklusiv berichtet. Die rumänische Wirtschaftspublikation schreibt, das Ziel sei Teil eines Plans, das Unternehmen unter die drei größten Anbieter des lokalen Heimtiernahrungsmarkts zu bringen.
Die Rechnung dahinter ist anspruchsvoll. 50 Millionen Euro bedeuten 40 Millionen Euro zusätzlichen Jahresumsatz in einem einzigen nationalen Markt innerhalb von rund vier Jahren. Sofern die Kategorie in Rumänien nicht selbst in vergleichbarem Tempo wächst, muss der größte Teil dieses Zuwachses Wettbewerbern abgenommen werden, die bereits im Regal stehen. Deshalb wiegt der Marketingteil des Plans ebenso schwer wie das Mengenziel.
Profit.ro berichtet zudem, dass das Unternehmen den Bau einer Fabrik in Rumänien prüft. Damit würde ein ukrainischer Produzent zum ausländischen Industrieinvestor im rumänischen Heimtiernahrungssektor. Standort, Investitionssumme und Zeitplan wurden in dem Bericht nicht genannt.
Was der Plan umfasst
Nach Angaben von Profit.ro stützt sich die Strategie auf mehrere Elemente:
- Verfünffachung des Umsatzes in Rumänien von 10 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro bis 2029;
- eine Position unter den drei größten Anbietern des rumänischen Heimtiernahrungsmarkts;
- ein aggressives Marketingprogramm zur Unterstützung der Vertriebsziele;
- eine mögliche Produktionsstätte in Rumänien, von der Publikation als ausländische Fabrik auf dem lokalen Markt beschrieben, zusammen mit dem, was sie als Premiere für das Unternehmen in diesem Markt bezeichnet.
Solange ein solches Werk fehlt, müssten die zusätzlichen Mengen per Export aus der Ukraine kommen, mit Straßenfracht, Zollformalitäten und begrenzter Grenzabfertigung im Preis jeder in Rumänien verkauften Palette.
Warum ein lokales Werk zählt
Eine Fertigung in Rumänien verlagert die Produktion in das Zollgebiet der Europäischen Union und nimmt den grenzüberschreitenden Abschnitt aus der Lieferkette für den rumänischen Markt und potenziell für Nachbarländer heraus. Für einen Hersteller mit Sitz in einem Kriegsland entfällt damit auch eine Ebene des Logistikrisikos, die Einkäufer im Handel bei Regalplatzvergabe und Promotionsplanung berücksichtigen.
Ein lokales Werk verändert in der Regel auch das Geschäftsmodell. Freie Kapazitäten einer neuen Linie werden meist mit Eigenmarkenaufträgen für Handelsketten gefüllt, was schnell Volumen bringt, während das Markenportfolio Distribution aufbaut. Zudem verkürzen sich die Lieferzeiten bei Nassfutter, dem schwersten und frachtempfindlichsten Teil der Kategorie, in dem die Transportkosten je Einheit Verkaufswert am höchsten sind.
Für rumänische Zulieferer bedeutete eine solche Anlage neue inländische Nachfrage nach Schlachtnebenprodukten, Getreide, pflanzlichen Proteinen und Verpackungen. Die Größenordnung lässt sich aus den bisher veröffentlichten Angaben nicht abschätzen, da weder Kapazität noch Produktmix bekannt sind.
Wettbewerbsumfeld
Ein Top-3-Ziel bedeutet direkte Konkurrenz zu den multinationalen und regionalen Marken, die in rumänischen Hypermärkten, Discountern, Fachhandelsketten und im Onlinekanal bereits Regalfläche halten. Führungspositionen bei verpackter Heimtiernahrung werden üblicherweise über Aktionstiefe und nicht über den Listenpreis verteidigt. Ein Anbieter, der schnell Marktanteile gewinnen will, löst deshalb meist einen breiteren Rabattzyklus im mittleren Preissegment von Trocken- und Nassfutter aus.
Die Faktoren, die über die Umsetzung entscheiden, bleiben in der bisherigen Berichterstattung offen: Umfang und Standort einer möglichen Investition in Rumänien, die Finanzierungsstruktur, der Zeitplan bis zur ersten Produktion sowie der Anteil von Markengeschäft und Eigenmarke an den angestrebten 50 Millionen Euro. Profit.ro stellt sowohl das Wachstumsziel als auch die Fabrikoption als Pläne des Unternehmens dar, nicht als bereits getroffene Entscheidungen.
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