Koreas Alkoholexporte steigen dank Soju- und Biernachfrage
Südkorea exportierte von Januar bis Juli 176.273 Tonnen alkoholische Getränke, nach 159.212 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Soju gewann vor allem in Nordamerika hinzu, während das Biergeschäft überwiegend in Großchina wuchs und damit die schwächere Inlandsnachfrage teilweise ausglich.
Exporte stützen die Branche bei schwächerem Inlandskonsum
Südkoreanische Getränkehersteller setzen angesichts des rückläufigen Alkoholkonsums im Heimatmarkt zunehmend auf das Ausland. Von Januar bis Juli erreichten die Ausfuhren von Soju, Bier und anderen Likören laut der Korea International Trade Association 176.273 Tonnen, verglichen mit 159.212 Tonnen im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Das entspricht einem Zuwachs um 17.061 Tonnen beziehungsweise rund 10,7%. Die Zahlen zeigen, dass die Auslandsnachfrage für die unter dem schwächeren Inlandskonsum leidende Branche als Volumenquelle an Bedeutung gewinnt. Korean Financial News zufolge hat die internationale Beliebtheit der koreanischen Kultur auch den Bekanntheitsgrad koreanischer Alkoholika erhöht.
Soju und Bier erschließen unterschiedliche Regionen
Das Exportmuster unterscheidet sich nach Produkt und Zielmarkt. Der Soju-Absatz wächst hauptsächlich in Nordamerika, während sich das Wachstum bei Bier auf Großchina konzentriert. Damit stützt sich die Auslandsexpansion auf zwei getrennte Nachfragezentren und nicht auf einen einzigen Markt.
Für Soju-Hersteller eröffnet Nordamerika einen Weg über die traditionelle heimische Kundschaft hinaus. Die Bekanntheit koreanischer Küche und Kultur kann Verbrauchern, die mit der Kategorie nicht vertraut sind, den Einstieg erleichtern. Brauereien finden ihre wichtigste Chance dagegen in Großchina: Höhere Verkäufe schaffen Skaleneffekte, machen die Ergebnisse aber zugleich anfälliger für Nachfrageschwankungen in einer einzelnen Region.
Exportwachstum verschiebt die Prioritäten der Hersteller
Das Volumen von Januar bis Juli deutet darauf hin, dass die Auslandsexpansion zumindest einen Teil des Drucks durch den sinkenden Inlandskonsum auffängt. Exporte können Produktionsläufe und Kapazitätsauslastung stützen, verlangen jedoch in jedem Zielmarkt eigene Lösungen für Vertrieb, lokale Vorlieben und Wettbewerb. Wegen der unterschiedlichen regionalen Stärken von Soju und Bier können Unternehmen nicht dieselbe Vertriebsstrategie auf beide Kategorien übertragen.
Importeure und Distributoren werden für die nächste Wachstumsphase entscheidend sein. Von ihnen hängt ab, ob das Interesse an koreanischer Kultur zu Wiederholungskäufen und einer stabilen Nachfrage im Einzelhandel und in der Gastronomie führt. Hersteller müssen zudem beobachten, ob sich der Soju-Absatz über Nordamerika und der Bierabsatz über Großchina hinaus verbreitert. Die insgesamt 176.273 Tonnen markieren einen klaren Fortschritt; dauerhaft wird das Wachstum aber nur, wenn aus Produktbekanntheit regelmäßiger Konsum in zusätzlichen Kanälen und Märkten entsteht.