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Südkoreanische Ästhetikfirmen bauen Produktion und Vertrieb im Ausland aus

Südkoreanische Anbieter ästhetischer Medizin ersetzen den Export über Händler zunehmend durch eigene Produktions-, Verkaufs- und Vertriebsstrukturen. Pharmaresearch, Classys und Jeisys Medical expandieren in den USA, Lateinamerika, Europa und China.

Südkoreanische Ästhetikfirmen bauen Produktion und Vertrieb im Ausland aus

Vom Export zur Kontrolle des lokalen Geschäfts

Südkoreanische Unternehmen der ästhetischen Medizin gehen über den klassischen Export hinaus und bauen im Ausland eigene Produktions- und Vertriebsnetze auf. Laut Seoul Economic Daily gründen Anbieter, die ihre Produkte bislang über ausländische Händler vertrieben, lokale Tochtergesellschaften oder übernehmen Hersteller und Distributoren. Hintergrund ist die wachsende internationale Nachfrage nach koreanischen Ästhetikprodukten.

Das Modell verschafft den Herstellern mehr Kontrolle über Preise, Bestände, Marketing und Kundendaten. Bei geringen Auslandsumsätzen begrenzen unabhängige Vertriebspartner Kosten und Risiken. Mit zunehmenden Erlösen werden eigene Strukturen attraktiver. Für ästhetisch-medizinische Geräte ist dies besonders relevant, weil Kliniken Verbrauchsmaterial regelmäßig nachbestellen und direkte Kundenbeziehungen damit die langfristige Profitabilität verbessern können.

Pharmaresearch schafft Produktionsbasis in den USA

Pharmaresearch gründete im Juni für 24,6 Milliarden Won die hundertprozentige Tochter Pharmaresearch Frontier in Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien. Die neue Gesellschaft soll das wachsende Portfolio amerikanischer Tochterunternehmen steuern, zu dem bereits Dr. J Skinclinic und Pharmaresearch USA gehörten.

Ebenfalls im Juni unterzeichnete Pharmaresearch eine Vereinbarung zur Übernahme des lokalen Kosmetikherstellers Cosmetic Group USA. Seoul Economic Daily zufolge erhöhte der wachsende Absatz von Rejuran-Kosmetik über Amazon Prime Day, Sephora sowie weitere Online- und stationäre Kanäle den Bedarf an einer US-Produktionsbasis. Mit der Übernahme will das Unternehmen eine Lieferkette von der lokalen Herstellung bis zu Logistik und Vertrieb aufbauen.

Im zweiten Quartal erzielte Pharmaresearch in den USA einen Rekordumsatz von mehr als 10 Milliarden Won. Die direkte Kontrolle über Fertigung und Vertrieb kann schnellere Reaktionen auf die Nachfrage ermöglichen und die Abhängigkeit von externen Partnern verringern. Pharmaresearch bezeichnet Frontier als Managementplattform für das wachsende US-Geschäft und nicht nur als weitere Vertriebsgesellschaft.

Classys und Jeisys erweitern den Direktvertrieb

Auch der Gerätehersteller Classys ersetzt den indirekten Absatz über Auslandshändler durch eigene Netze. Im März schloss das Unternehmen den Erwerb von 77,5 % an JL Health ab. Seoul Economic Daily bezeichnet JL Health als Brasiliens größte Vertriebsgruppe für ästhetisch-medizinische Geräte. Im selben Zeitraum übernahm Classys zudem jeweils 100 % der Vertriebsgesellschaften in Kolumbien und Argentinien.

Damit stellte Classys mehrere wichtige lateinamerikanische Märkte auf Direktbetrieb um und gewann Zugang zu mehr als 15.000 lokalen Kundenkontaktpunkten. Das Netz soll bei neuen Produkteinführungen zum Ausbau des Marktanteils beitragen. Ein eigener Vertrieb schafft außerdem engere Beziehungen zu Kliniken, die sowohl Geräte als auch wiederkehrend Verbrauchsmaterial kaufen.

Jeisys Medical verfolgt einen ähnlichen Weg. Nach der Gründung von Tochtergesellschaften in den USA und Brasilien im vergangenen Jahr kamen in diesem Jahr Gesellschaften in Frankreich und China hinzu. Sie sollen den direkten Verkauf und Vertrieb in wichtigen Märkten ausbauen, die zuvor überwiegend von externen Händlern bedient wurden.

Mehr Ertragspotenzial, aber auch mehr Verantwortung

Die drei Unternehmen setzen unterschiedliche Varianten derselben Strategie um. Pharmaresearch verbindet in den USA Produktion, Logistik und Zugang zum Einzelhandel, Classys kauft etablierte Vertriebsnetze in Lateinamerika, und Jeisys gründet Gesellschaften in mehreren Regionen. Die Investitionen deuten darauf hin, dass die Auslandserlöse eine Größenordnung erreicht haben, bei der die Kontrolle des Marktzugangs höhere Fixkosten rechtfertigen kann.

Eigene Strukturen können Vertriebsmargen beim Hersteller halten und Produkteinführungen besser koordinieren. Zugleich tragen die Unternehmen selbst die Verantwortung für lokale Bestände, Personal, regulatorische Vorgaben und die Leistung ihrer Kanäle. Seoul Economic Daily zitierte einen Branchenvertreter, der mit weiteren Tochtergründungen und Händlerübernahmen rechnet, wenn die weltweite Bekanntheit koreanischer Ästhetikgeräte und deren Anteil am Auslandsumsatz weiter steigen.

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