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Kartellverfahren um Mehl und Zucker rückt Koreas hohe Brotpreise in den Fokus

Südkoreanische Staatsanwälte haben 16 Unternehmen und 36 Personen wegen mutmaßlicher Absprachen bei Mehl, Zucker und weiteren lebensnotwendigen Gütern angeklagt. Zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt ein Preisvergleich: Ein Croissant kostete in Korea 2.281 Won und in Japan 702 Won.

Kartellverfahren um Mehl und Zucker rückt Koreas hohe Brotpreise in den Fokus

Preisabstand weckt politisches Interesse

Die hohen Preise für Backwaren in Südkorea geraten erneut in den Fokus, nachdem die Staatsanwaltschaft ein umfangreiches Strafverfahren wegen mutmaßlicher Absprachen bei Mehl, Zucker und anderen lebensnotwendigen Gütern eingeleitet hat. Verschärft wurde die Debatte durch einen von OhmyNews veröffentlichten Vergleich: Ein Croissant kostete in Korea 2.281 Won, in Japan dagegen 702 Won. Die Zahlen erklären für sich genommen nicht den Preisunterschied, lenken den Blick aber auf die Kosten wichtiger Zutaten für Bäckereien und Lebensmittelhersteller.

Präsident Lee Jae-myung erklärte am 5. Februar, eine Untersuchung habe ergeben, dass Brot in Korea im Vergleich zu anderen Ländern außerordentlich teuer sei. Seine Äußerung fiel in eine Phase, in der die Strafverfolgung von Mehl- und Zuckerlieferanten bereits Fragen zum Wettbewerb in den vorgelagerten Lebensmittelmärkten aufwarf. Für Hersteller und Verbraucher ist entscheidend, ob mutmaßliche Absprachen über Preise und Liefermengen die Kosten über dem Niveau hielten, das bei stärkerem Wettbewerb möglich gewesen wäre.

Unternehmen und Führungskräfte angeklagt

Laut einer juristischen Analyse von Bae, Kim & Lee vom 9. Februar erhob die Zentrale Bezirksstaatsanwaltschaft Seoul am 2. Februar Anklage gegen 52 Beschuldigte: 16 juristische Personen und 36 natürliche Personen, darunter Vorstandsvorsitzende und leitende Manager. Ihnen werden mutmaßliche Verstöße gegen das südkoreanische Wettbewerbsrecht in Fällen zu Mehl, Zucker und weiteren lebensnotwendigen Gütern vorgeworfen. Die Kanzlei erklärte, die Staatsanwaltschaft habe mithilfe des strafrechtlichen Kronzeugenprogramms eingegriffen, bevor die Korea Fair Trade Commission ihre Untersuchung und das Verweisungsverfahren abgeschlossen hatte.

Maeil Business Newspaper berichtete, die Staatsanwaltschaft beziffere das mutmaßliche Mehlkartell auf 5,9913 Billionen Won und das mutmaßliche Zuckerkartell auf 3,2715 Billionen Won. Zuckerhersteller seien wegen des Verdachts untersucht worden, Zeitpunkt und Umfang von Preisanpassungen zwischen Februar 2021 und April 2025 im Voraus abgestimmt zu haben. CJ CheilJedang und Samyang Corp. wurden in Berichten über den Zuckerfall genannt. Über die Vorwürfe müssen die Gerichte entscheiden; eine Anklage ist kein Schuldspruch.

Strengere Durchsetzung kann Lieferpraktiken verändern

Die Auswirkungen könnten über die Brotpreise im Einzelhandel hinausreichen. Mehl und Zucker sind Grundstoffe für Großbäckereien, Süßwarenhersteller, Getränkeunternehmen, Restaurants und kleine unabhängige Betriebe. Bestätigen die Gerichte die Vorwürfe und nimmt der Wettbewerb zu, könnten Abnehmer mehr Verhandlungsmacht bei Vertragspreisen und Lieferbedingungen erhalten. Die vorliegenden Daten zeigen jedoch nicht, welcher Anteil des koreanisch-japanischen Preisunterschieds bei Croissants auf Zutaten und welcher auf Löhne, Mieten, Vertrieb, Produktspezifikationen oder Handelsmargen entfällt.

Auch das regulatorische Umfeld wird strenger. Bae, Kim & Lee zufolge will die Korea Fair Trade Commission den maximalen umsatzbezogenen Kartellaufschlag von 20% auf 30% der relevanten Umsätze und den festen Höchstbetrag von 4 Milliarden Won auf 10 Milliarden Won anheben. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, Unternehmensgeldbußen allein schreckten nicht ausreichend ab und könnten über höhere Preise an Verbraucher weitergegeben werden. Für Lieferanten, Verarbeiter und Bäckereigruppen steigen damit die persönlichen Risiken für Führungskräfte, die Kontrolle von Wettbewerberkontakten und die Gefahren beim Austausch von Preis-, Mengen- und Vertragsinformationen.

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