Andong, RDA und Ottogi Jeyu treiben Premium-Sesamöl aus koreanischem Anbau voran
Andong, die Rural Development Administration und Ottogi Jeyu wollen eine heimische Lieferkette für funktionellen Sesam aufbauen und Premium-Sesamöl vermarkten. Das Vorhaben folgt auf einen Anstieg des koreanischen Exportwerts um 37,0 % von Januar bis April 2026.
Drei Partner bauen eine heimische Sesamkette auf
Südkorea will Premium-Sesamöl durch die Verbindung von Agrarforschung, lokalem Anbau und industrieller Verarbeitung als K-Food-Kategorie stärken. Am 27. Juli unterzeichneten die Stadt Andong, das National Institute of Crop Science der Rural Development Administration und Ottogi Jeyu eine dreiseitige Absichtserklärung. Sie umfasst den Aufbau eines heimischen Produktionsgebiets für funktionellen Sesam und die Vermarktung von Premium-Sesamöl.
Jeder Partner übernimmt einen eigenen Abschnitt der Lieferkette. Das National Institute of Crop Science entwickelt und verbreitet funktionelle Sesamsorten, unterstützt die Anbautechnik und analysiert Qualität sowie funktionelle Eigenschaften der Ernte. Andong richtet ein spezialisiertes Anbaugebiet für Rohsesam ein, erweitert die Förderung der Betriebe und vergrößert die Anbaufläche. Ottogi Jeyu baut Pressanlagen ausschließlich für koreanischen Sesam und entwickelt daraus marktfähige Premiumöle.
Nach Angaben von Daily Hankooki nahmen 15 Personen an der Unterzeichnung teil, darunter Andongs Bürgermeister Kwon Ki-chang, Institutsdirektor Kim Byeong-seok, Ottogi-Jeyu-Geschäftsführer Kim Nak-hyun und Vertreter von Vertragsanbaubetrieben. Damit steht der Vertragsanbau im Zentrum eines Projekts, das Pflanzenzüchtung unmittelbar mit kommerzieller Verarbeitung verbindet.
Andong beginnt mit 3 Tonnen
Andong will 2026 zunächst 3 Tonnen Sesam produzieren und zugleich die Unterstützung der Landwirte sowie die Anbaufläche schrittweise ausweiten. Für ein industrielles Ölsaatenprojekt ist dieses Anfangsvolumen gering. Die erste Phase dürfte deshalb vor allem dazu dienen, Anbaumethoden, Rohstoffqualität und Verarbeitungsvorgaben für ein Premiumprodukt festzulegen.
Zum Einsatz kommen funktionelle Sorten des National Institute of Crop Science. Laut Nongmin enthalten sie 3-mal so viele Lignane, darunter Sesamin und Sesamolin, wie ausländischer Sesam. Das Institut stellte außerdem eine schützende Wirkung auf Leberzellen und eine Verbesserung der Gedächtnisleistung fest. Daily Hankooki verwies zusätzlich auf antioxidative, leberschützende und gedächtnisbezogene Wirkungen und berichtete, dass die Ernte zu Premium-Sesamöl verarbeitet werden soll.
Für Landwirte entsteht damit ein möglicher Absatzkanal für eine differenzierte Kultur statt einer austauschbaren Ölsaat. Ottogi Jeyu kann durch eigene Pressanlagen die Trennung der Rohstoffpartien und die Produktkonsistenz besser kontrollieren. Der wirtschaftliche Erfolg hängt jedoch davon ab, ob sich der heimische Anbau über die anfänglichen 3 Tonnen hinaus ausweiten lässt, ohne die für die Premiumpositionierung wichtigen Eigenschaften zu verlieren.
Exporte erreichen Rekorde, Wachstumsraten unterscheiden sich
Das Projekt beginnt in einer Phase steigender koreanischer Sesamölexporte. Nach Daten des Korea Customs Service, die Nongmin zitiert, erreichten die Ausfuhren von Januar bis April 2026 einen Wert von 6,14 Millionen $, entsprechend 9 Milliarden KRW. Das waren 37,0 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Menge stieg um 47,6 % auf 657 Tonnen. Beide Werte markierten Rekorde für die ersten vier Monate eines Jahres.
Eine breiter gefasste Halbjahresstatistik des Ministry of Agriculture, Food and Rural Affairs weist Exporte von 8,4 Millionen $, entsprechend 12,3 Milliarden KRW, und ein Wachstum von 12,0 % gegenüber dem Vorjahr aus. Wegen der unterschiedlichen Berichtszeiträume sind die Wachstumsraten nicht direkt vergleichbar. Beide Datensätze zeigen jedoch eine weitere Zunahme der Auslandsnachfrage.
Die Kooperation soll den Mengenanstieg durch ein höherwertiges Produkt aus koreanischem Saatgut, dokumentierten funktionellen Merkmalen und separater Verarbeitung ergänzen. Verarbeiter könnten sich damit in Exportmärkten klarer differenzieren, während Landwirte einen neuen heimischen Absatzkanal erhalten. Angaben zur Investitionssumme, zur geplanten Verarbeitungskapazität, zum Marktstart oder zur Verteilung der Exporte nach Zielländern wurden nicht veröffentlicht. Umfang und internationale Reichweite hängen somit von der ersten Produktions- und Vermarktungsphase ab.