Kolumbien treibt China-Zugang für Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch voran
Kolumbien arbeitet an den gesundheitspolizeilichen Voraussetzungen für Ausfuhren von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch nach China und in weitere asiatische Märkte. Eine GACC-Delegation prüfte eine Woche lang das von Invima betriebene Inspektions- und Kontrollsystem.
Chinesische Fachleute prüfen Kolumbiens Kontrollen
Kolumbien ist beim angestrebten Zugang zum chinesischen Markt für Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch vorangekommen. Die gesundheitspolizeiliche Zulassung steht im Mittelpunkt der Exportstrategie der kolumbianischen Tierhaltung für den asiatisch-pazifischen Raum. Nach Angaben von Eurocarne hielt sich eine Delegation der chinesischen Zollhauptverwaltung GACC eine Woche in Kolumbien auf, um das Inspektions- und Hygienekontrollsystem des Landes zu prüfen.
Im Mittelpunkt stand das System des kolumbianischen Instituts für Lebensmittel- und Arzneimittelüberwachung Invima. Eine solche Prüfung gehört zu den notwendigen Schritten, bevor Erzeugnisse tierischen Ursprungs in einen neuen Markt gelangen können. Aus den vorliegenden Informationen geht weder eine endgültige Zulassung noch ein Zeitplan für den Abschluss des chinesischen Verfahrens hervor.
Der Besuch ist dennoch ein konkreter Fortschritt, weil sich die chinesischen Fachleute unmittelbar ein Bild von den kolumbianischen Kontrollen machen konnten. Der nächste kommerzielle Schritt für Erzeuger und Verarbeiter hängt davon ab, ob die verbleibenden Anforderungen erfüllt und die Bedingungen für die Zulassung einzelner Produkte und Betriebe vereinbart werden.
Drei Tierhaltungsbranchen streben Marktzugang an
Die Initiative umfasst Kolumbiens Rinder-, Schweine- und Geflügelwirtschaft. Jede Branche muss nachweisen, dass Produktion, Tiergesundheitsüberwachung, Verarbeitungskontrollen und Zertifizierungsverfahren den Anforderungen des Zielmarktes entsprechen. Die vorliegenden Angaben nennen keine bestimmten Schlacht- oder Verarbeitungsbetriebe, die Gegenstand der Prüfung waren.
Für Exporteure ist diese Unterscheidung entscheidend. Die Anerkennung eines nationalen Kontrollsystems kann die regulatorische Grundlage für den Handel schaffen. Lieferungen können jedoch zusätzlich von Produktprotokollen und der Zulassung einzelner Betriebe abhängen. Bis diese Schritte abgeschlossen sind, können Unternehmen China nicht als tatsächlich verfügbaren Exportkanal behandeln.
China ist der wichtigste ausdrücklich genannte Markt, während die breitere Strategie auch weitere asiatische Ziele umfasst. Andere Länder werden im bereitgestellten Material nicht genannt. Das Vorhaben signalisiert somit eine geografische Diversifizierung, konkret geht es derzeit aber um die technische Abstimmung zwischen den kolumbianischen Behörden und der GACC.
Geschäftschance hängt von der endgültigen Freigabe ab
Die Öffnung asiatischer Märkte würde kolumbianischen Tierhaltungsunternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten bieten und könnte den Käuferkreis für im Land erzeugtes und verarbeitetes Fleisch erweitern. Die wirtschaftliche Wirkung wird jedoch davon abhängen, welche Tierarten, Teilstücke und Betriebe zugelassen werden und welche gesundheitspolizeilichen Bedingungen für den Handel gelten.
Importeure benötigen zudem eine verlässliche Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit durch zugelassene kolumbianische Lieferanten. Für Verarbeiter entscheiden die Kosten der Regelbefolgung und die Fähigkeit, marktspezifische Kontrollen dauerhaft einzuhalten, darüber, ob formaler Zugang zu regelmäßigen Verkäufen führt. Händler sollten offizielle Protokolle abwarten und den Inspektionsbesuch nicht als Liefergenehmigung verstehen.
Der aktuelle Meilenstein ist daher regulatorischer und nicht kommerzieller Art. China hat Kolumbiens Inspektions- und Hygienekontrollrahmen geprüft, während die Rind-, Schweine- und Geflügelbranche weiter an den Anforderungen arbeitet. Endgültige Genehmigungen, zugelassene Betriebe und Liefertermine bleiben die entscheidenden offenen Punkte für Unternehmen, die das Potenzial Chinas und des weiteren asiatisch-pazifischen Raums bewerten.