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Kolumbien öffnet mit Minerva-Lieferung direkten US-Markt für Rindertalg

Minerva Ingredients hat Kolumbiens erste direkte Lieferung von Rindertalg aus einem zugelassenen Schlachtbetrieb in die USA abgeschlossen. Damit erhält die kolumbianische Rinderwirtschaft Zugang zu einem bedeutenden Absatzmarkt für Rohstoffe zur Herstellung von erneuerbarem Diesel und anderen Biokraftstoffen.

Kolumbien öffnet mit Minerva-Lieferung direkten US-Markt für Rindertalg

Erste Direktlieferung erreicht den US-Markt

Kolumbien hat erstmals Rindertalg aus einem zugelassenen Schlachtbetrieb direkt in die USA geliefert. Damit öffnet sich ein neuer Absatzweg für ein Nebenprodukt der Rinderverarbeitung, das zur Herstellung von erneuerbarem Diesel und anderen Biokraftstoffen dient. Abgewickelt wurde die Transaktion von Minerva Ingredients, der auf tierische Nebenprodukte spezialisierten Geschäftseinheit von Minerva Foods.

Nach Angaben von Agronegocios ging der Lieferung ein Verfahren mit Zertifizierungen, Betriebszulassungen und Genehmigungen der kolumbianischen und US-amerikanischen Behörden voraus. Menge und Wert der ersten Fracht wurden nicht genannt. Die Lieferung schafft dennoch eine direkte Handelsverbindung zwischen Kolumbiens Fleischverarbeitung und einem der weltweit größten Biokraftstoffmärkte.

Die Ware wurde vom Minerva-Standort in Bucaramanga im Departamento Santander versandt. Corrillos zufolge liegt das Werk an der Straße zwischen Bucaramanga und Rionegro auf dem Gelände des früheren Schlachthofs Vijagual. Es ist neben dem Werk in Ciénaga de Oro im Departamento Córdoba einer von zwei kolumbianischen Standorten von Minerva Foods.

Rückverfolgbarkeit erleichtert Zugang zu Spezialabnehmern

Der direkte Versand aus einem zugelassenen Schlachtbetrieb ermöglicht eine Rückverfolgung des Talgs bis zu seinem Ursprung und eine Verarbeitung unter festgelegten Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitskontrollen. Für Käufer von Rohstoffen für erneuerbare Kraftstoffe sind diese Merkmale entscheidend, da sie Herkunft, gleichbleibende Beschaffenheit und regulatorischen Status ihrer Einsatzstoffe prüfen müssen.

Laut Corrillos verfügt das Werk in Bucaramanga über die erforderlichen Gesundheitszulassungen der kolumbianischen Behörde Invima sowie über internationale Zertifizierungen für den Export von verarbeitetem Rindfleisch in wichtige Auslandsmärkte, darunter China. Der Standort ist außerdem nach dem Lebensmittelsicherheitsstandard BRCGS zertifiziert. Die bestehenden Exportkontrollen und Rückverfolgbarkeitssysteme bildeten die industrielle Grundlage für die zusätzlichen Verfahren zur Ausfuhr von Talg in die USA.

Die Marktöffnung verschafft kolumbianischen Verarbeitern neben Fleisch und Leder eine weitere Erlösquelle aus der Rinderschlachtung. Der Talg kann gewonnen, verarbeitet und als Industrierohstoff verkauft werden, statt als Nebenprodukt mit geringerem Wert zu enden. Ein zusätzlicher Absatzmarkt kann die Wirtschaftlichkeit der umfassenderen Tierverwertung für Schlachtbetriebe und Viehlieferanten verbessern. Minerva und die berichtenden Medien nannten jedoch weder Preise noch erwartete Liefermengen.

US-Absatzweg für einen Markt von rund 60 Millionen USD

Agronegocios bezifferte den jährlichen kolumbianischen Talgmarkt unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung auf annähernd 60 Millionen USD. Derselben Mitteilung zufolge entfallen ungefähr 45% der weltweiten Biokraftstoffproduktion auf die USA. Damit ist das Land ein bedeutendes potenzielles Ziel für Anbieter von Fetten und anderen Rohstoffen für erneuerbare Kraftstoffe.

Die Transaktion erfolgt vor dem Hintergrund einer weltweit steigenden Nachfrage nach Ausgangsstoffen für Kraftstoffe mit geringerem CO₂-Ausstoß. Rindertalg gehört zu den Fetten, die zu erneuerbarem Diesel und anderen Biokraftstoffen verarbeitet werden können, und verbindet damit Rinder- und Energiewirtschaft. Der neue Marktzugang garantiert noch keine großen Handelsströme, beseitigt aber eine regulatorische und operative Hürde für zugelassene kolumbianische Produktion.

Minerva Foods zählt zu den großen südamerikanischen Rindfleischexporteuren und verkauft in mehr als 100 Ländern. Die Minerva-Gruppe ist in Brasilien, Paraguay, Argentinien, Uruguay, Kolumbien, Chile und Australien tätig. Sie betreibt 46 Industrieanlagen, 18 internationale Büros und 23 Vertriebszentren und beschäftigt mehr als 35.000 Mitarbeiter. Zu ihren Geschäftsbereichen gehören Fleisch, Zutaten, Därme, Leder, Biodiesel, Energie und kohlenstoffbezogene Dienstleistungen.

Für Kolumbien wird entscheidend sein, ob weitere Lieferungen gleichbleibende Spezifikationen, wettbewerbsfähige Logistik und für Verarbeiter sowie US-Käufer attraktive Preise erreichen. Die erste zertifizierte Fracht schafft den erforderlichen Weg. Erst Folgegeschäfte werden zeigen, welcher Anteil der kolumbianischen Talgproduktion in die US-Lieferketten für erneuerbare Kraftstoffe gelangen kann.

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