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Kokskohle könnte bis 2029 um 20–30 % teurer werden

NEFT Research erwartet, dass die Preise der gefragtesten Kokskohlesorten bis 2029 um 20–30 % gegenüber dem heutigen Niveau steigen. Höhere indische Importe, Angebotsengpässe sowie steigende Produktions- und Logistikkosten dürften den Markt stützen, während die Nachfrage in China und Europa nachlässt.

Kokskohle könnte bis 2029 um 20–30 % teurer werden

Angebotsdefizit stärkt den Markt 2026

Die Weltmarktpreise der gefragtesten Kokskohlesorten könnten bis 2029 gegenüber dem heutigen Niveau um 20–30 % steigen, prognostiziert NEFT Research. Alexander Kotov, Beratungspartner des Unternehmens, sagte der Nachrichtenagentur TASS, der Markt werde sich in den kommenden drei Jahren deutlich verändern, weil sich die geografische Verteilung der asiatischen Nachfrage verschiebt.

InvestFuture berichtete, dass der globale Markt für metallurgische Kohle im zweiten Quartal 2026 wegen eines Angebotsdefizits zu steigen begann. Einer der wichtigsten Auslöser war ein schwerer Unfall im chinesischen Bergwerk Liushenyu Ende Mai. Die anschließend angeordneten umfassenden Sicherheitsprüfungen in der Provinz Shanxi entzogen dem Markt bis zu 20 Millionen Tonnen Kohle. Die geopolitische Zuspitzung im Nahen Osten und höhere Käufe Indiens verstärkten den Preisdruck.

Indien dürfte zum größten Importeur werden

Kotov geht davon aus, dass diese Faktoren die Preise mindestens bis Ende 2026 stützen. Indische Stahlhersteller dürften zudem im Frühherbst nach dem Ende des Monsuns wieder verstärkt am Seemarkt einkaufen. Diese saisonale Nachfragebelebung trifft auf einen Markt, dessen verfügbare Mengen aus China bereits gesunken sind.

Indien dürfte zwischen 2027 und 2029 zum größten Importeur von Kokskohle aufsteigen. Seine Käufe könnten von 76 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr auf 89 Millionen Tonnen 2027 und 104 Millionen Tonnen bis 2030 wachsen. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies bis 2030 einem Zuwachs von 28 Millionen Tonnen. Damit wird die indische Beschaffung zu einem entscheidenden Faktor für Bergbauunternehmen, Händler und Stahlproduzenten, die langfristige Lieferungen planen.

Auch in anderen Ländern Südostasiens werden steigende Importe erwartet, besonders in Vietnam. Der Schwerpunkt der seegestützten Nachfrage verlagert sich damit allmählich nach Süd- und Südostasien. Anbieter müssen ihre Vertriebsstrategie, Transportkapazitäten und Vertragsportfolios stärker auf Märkte mit wachsendem Rohstoffbedarf der Stahlindustrie ausrichten.

China und Europa begrenzen den Ausblick

Die Prognose beruht nicht auf einem gleichmäßigen Wachstum des weltweiten Verbrauchs. China dürfte wegen der nachlassenden Aktivität im Bausektor schrittweise weniger Kokskohle einsetzen. Europas langfristige Nachfrage nach metallurgischer Kohle dürfte laut Kotov ebenfalls schwach bleiben, da die Roheisenproduktion tendenziell sinkt. Diese Rückgänge könnten einen Teil der zusätzlichen Käufe Indiens und Vietnams ausgleichen und die Unterschiede zwischen den Regionalmärkten vergrößern.

NEFT Research nennt außerdem steigende Produktions- und Logistikkosten als langfristige Preistreiber. Verteuern sich Förderung, Aufbereitung und Transport weiter, benötigen Produzenten höhere Verkaufserlöse, um wirtschaftlich tragfähige Lieferungen aufrechtzuerhalten. Für Stahlhersteller bedeutet dies zusätzlichen Druck auf die Rohstoffbudgets, selbst wenn der globale Gesamtverbrauch nicht überall zunimmt.

Entscheidend wird das Verhältnis zwischen wachsenden asiatischen Importen und sinkendem Verbrauch in reifen oder schwächeren Stahlmärkten sein. Der Ausfall von bis zu 20 Millionen Tonnen infolge der chinesischen Sicherheitsprüfungen zeigt, wie schnell Betriebsstörungen die Verfügbarkeit verknappen können. Käufer müssen ihre Bezugsquellen und Frachtplanung breiter aufstellen. Für Produzenten bietet Indiens erwarteter Importanstieg auf 104 Millionen Tonnen bis 2030 die klarste zusätzliche Nachfragequelle der Prognose.

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