Steigende Kokosnussschalenpreise gefährden Indiens Aktivkohleexporte
Teurere Kokosnussschalen schwächen Indiens Aktivkohlehersteller gegenüber chinesischen Anbietern in Afrika und Europa. Der Branchenverband führt monatliche Richtpreise ein und fordert eine Einbeziehung der Rohstoffe in das GST-System.
Rohstoffkosten schwächen Indiens Position
Der starke Anstieg der Preise für Kokosnussschalen bringt indische Aktivkohlehersteller gegenüber chinesischen Lieferanten zunehmend ins Hintertreffen. Die Activated Carbon Manufacturers Association of India, kurz ACMAOI, thematisierte das Problem auf ihrer Jahreshauptversammlung. Sie warnte, dass der unkontrollierte Anstieg der Rohstoffkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche auf den Exportmärkten beeinträchtigt.
Laut The Hindu BusinessLine sind die Preise für Kokosnussschalen in den südindischen Bundesstaaten stark gestiegen, ohne dass es einen wirksamen Mechanismus zur Regulierung des Marktes gibt. Für Aktivkohleproduzenten schlägt dies direkt auf die Kosten durch, da die Schalen ein zentraler Rohstoff sind. Die Hersteller müssen entweder geringere Margen akzeptieren oder die Mehrkosten weitergeben und Aufträge riskieren.
Chinesische Anbieter gewinnen in Afrika und Europa
Nach Angaben der ACMAOI kaufen chinesische Produzenten ganze Kokosnüsse in Indonesien und auf den Philippinen und verarbeiten sie zu Aktivkohle. Das Endprodukt wird in Afrika und Europa günstiger angeboten als indische Ware. NewsBytes berichtet, dass chinesische Anbieter in Märkten zulegen, die zuvor von indischen Herstellern bedient wurden.
Für Indiens Aktivkohleexportbranche mit einem Wert von rund ₹4.700 Crore ist der Druck erheblich. Aktivkohle wird zur Filtration und Reinigung eingesetzt, weshalb Industriekunden auf stabile Preise und verlässliche Lieferungen angewiesen sind. Ein dauerhafter Abstand bei den Rohstoffkosten könnte Aufträge zu chinesischen Herstellern lenken, insbesondere wenn Käufer den Anbieter wechseln können, ohne die Endanwendung anzupassen.
Branche plant Richtpreise und GST-Einbeziehung
Die ACMAOI will monatliche Richtpreise für Kokosnussschalen veröffentlichen, um für mehr Stabilität zu sorgen. Für September legte sie ₹105–₹107 je Kilogramm fest, für Oktober ₹98–₹100 je Kilogramm. Die niedrigere Oktober-Spanne zeigt die angestrebte Orientierung, ihre Wirkung hängt jedoch davon ab, ob Käufer und Verkäufer sie bei ihren Geschäften berücksichtigen.
Der Verband will die indischen GST-Behörden außerdem auffordern, Kokosnussschalen und Holzkohle in das System der Waren- und Dienstleistungssteuer aufzunehmen. Nach Angaben der ACMAOI gilt für beide Waren derzeit ein Nullsteuersatz, und sie liegen außerhalb des Systems. Der Verband erwartet von einer Einbeziehung mehr Transparenz bei Transaktionen und eine bessere Kontrolle eines Rohstoffmarktes, dessen Preisbildung den Herstellern Schwierigkeiten bereitet.
Zölle, Sanktionen und Fracht verschärfen die Lage
Die Rohstoffinflation ist nur ein Teil der Exportprobleme. The Hindu BusinessLine verweist auf zollbedingte Schwierigkeiten in den USA sowie auf Sanktionen, die Russland und Sudan betreffen, wo indische Hersteller etablierte Absatzmärkte haben. Die Krise in Westasien hat laut dem Verband zudem die Seefrachtkosten erhöht und die Verfügbarkeit von Exportcontainern und Schiffen reduziert.
Diese Faktoren setzen indische Anbieter auf beiden Seiten unter Druck: Kokosnussschalen verteuern die Produktion, während Frachtengpässe Kosten und Unsicherheit bei der Auslieferung erhöhen. Zoll- und sanktionsbedingte Hürden erschweren zusätzlich den Zugang zu etablierten Märkten. Die ACMAOI fordert deshalb Maßnahmen gegen Rohstoffpreisschwankungen und Lieferkettenprobleme, während chinesische Produzenten aggressiver um das Geschäft in Afrika und Europa konkurrieren.
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