Bauboom in Kirgisistan lässt Sandförderung auf das 2,6-Fache steigen
Kirgisistan förderte von Januar bis Juli 2026 1,7239 Millionen Tonnen Sand sowie 2,6831 Millionen Tonnen Schotter, Kies und Geröll. Die Baunachfrage ließ die gesamte Bergbauproduktion um 16,9 % wachsen, während die sinkende Öl- und Gasförderung die Importabhängigkeit erhöhte.
Baustoffe führen das Wachstum im Bergbau an
Der Bauboom in Kirgisistan hat die Nachfrage nach heimischen Steinbruchprodukten in den ersten sieben Monaten 2026 stark erhöht. Die Sandförderung stieg gegenüber dem Vorjahr auf das 2,6-Fache und erreichte 1,7239 Millionen Tonnen. Die Produktion von Schotter, Kies und Geröll verdoppelte sich nahezu auf 2,6831 Millionen Tonnen, berichtete 24.kg unter Berufung auf den Nationalen Statistikausschuss.
Besonders kräftig fiel die Beschleunigung im Juli aus. In diesem Monat wurden 445.800 Tonnen Sand gewonnen, 92,9 % mehr als im Juli 2025. Die Produktion von Schotter, Kies und Geröll erreichte 650.100 Tonnen und legte um 48,7 % zu. Diese Materialien sind zentrale Vorprodukte für Beton, Straßenbau und andere Infrastrukturprojekte. Ihre Förderung ist daher ein unmittelbarer Indikator für die Aktivität in der heimischen Bauzulieferkette.
Bergbauproduktion beschleunigt sich im Juli
Der Produktionswert des kirgisischen Bergbaus erreichte von Januar bis Juli 2026 52,1843 Milliarden Som und lag damit 16,9 % über dem Vorjahreszeitraum. Allein im Juli wurden Güter im Wert von 8,1708 Milliarden Som produziert, ein Anstieg um 38,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Bericht führte die stärkere Monatsentwicklung auf die hohe Bautätigkeit und die höhere Braunkohleförderung zurück.
Die Kategorie der sonstigen Mineralien, zu der die für den Bau benötigten Steinbruchprodukte zählen, verdoppelte sich und wurde zum wichtigsten Wachstumstreiber. Die Produktion von Metallerzen nahm um 21 % zu, die gesamte Kohleförderung um 11,7 %. Das Wachstum war jedoch ungleich verteilt: Steinbruchprodukte, Braunkohle und Metallerze legten zu, während mehrere Energierohstoffe Rückgänge verzeichneten.
Kohle wächst, Kohlenwasserstoffe gehen zurück
Die Braunkohleförderung stieg von Januar bis Juli um 28 % auf 1,634 Millionen Tonnen, darunter 209.700 Tonnen im Juli. Die Steinkohleproduktion sank über sieben Monate um 10,6 % auf 630.500 Tonnen, erholte sich im Juli jedoch um 18,1 % gegenüber dem Vorjahr auf 140.000 Tonnen. Die gegenläufigen Entwicklungen zeigen, dass der Anstieg im Kohlesektor hauptsächlich von Braunkohle getragen wurde.
Die heimische Kohlenwasserstoffförderung schwächte sich weiter ab. Die Rohölproduktion fiel von Januar bis Juli um 8,1 % auf 143.500 Tonnen und im Juli um 8,4 % auf 20.700 Tonnen. Die Erdgasförderung sank über sieben Monate um 4 % auf 14,5 Millionen Kubikmeter; im Juli wurden 1,3 Millionen Kubikmeter produziert, 7,1 % weniger als ein Jahr zuvor. Laut 24.kg verstärkt dieser Rückgang Kirgisistans Importabhängigkeit, während die inländischen Kraftstoffpreise stark steigen.
Kapazitäten, Kosten und Aufsicht
Die Zahlen zu Steinbruchprodukten deuten darauf hin, dass die Anbieter ihre Auslastung rasch erhöht haben, um Bauprojekte zu versorgen. Die verfügbaren Daten nennen jedoch weder installierte Kapazitäten noch einzelne Hersteller, regionale Förderstätten oder Verkaufspreise. Für Verarbeiter und Bauunternehmen ist entscheidend, ob das Angebot weiter schnell genug wächst, um Engpässe und höhere Lieferkosten zu vermeiden, insbesondere bei steigenden Kraftstoffpreisen.
Die Logistik ist zentral, da Sand und Schotter voluminöse Produkte mit relativ niedrigem Stückwert sind und ihre Wirtschaftlichkeit stark von der Entfernung zwischen Steinbruch und Baustelle abhängt. Die sinkende Öl- und Gasförderung begrenzt die Steinbruchkapazität nicht unmittelbar, doch eine stärkere Abhängigkeit von importiertem Kraftstoff kann Abbau- und Transportkosten erhöhen. Der Statistikbericht enthält zudem keine Angaben zu Rekultivierung, Wasserverbrauch, Staub, Genehmigungen oder Umweltauflagen. Bei einem derart schnellen Förderanstieg werden diese Daten für die Bewertung der langfristigen Produktionsmöglichkeiten wichtiger.