Kirgisistan steigert Maisexporte von Januar bis Mai 2026 um 24%
Kirgisistan exportierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 17.500 Tonnen Mais im Wert von 1,6 Millionen $. Usbekistan nahm 90% der Lieferungen ab; Afghanistan, Tadschikistan und China kamen als neue Ziele hinzu.
Exportmenge wächst schneller als Erlös
Kirgisistan exportierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 17.500 Tonnen Mais. Das waren 24% mehr als im Vorjahreszeitraum, wie ZOL unter Berufung auf die Außenhandelsstatistik berichtete. Der Wert der Lieferungen stieg um 16,5% auf 1,6 Millionen $.
Der Abstand zwischen dem Mengen- und dem Wertzuwachs deutet auf einen Rückgang des durchschnittlichen Exporterlöses je Tonne hin. Aus den gemeldeten Summen ergibt sich für die ersten fünf Monate 2026 ein Durchschnitt von rund 91 $ je Tonne über alle Zielländer hinweg, nach etwa 99 $ im Vorjahr. Dabei handelt es sich um rechnerische Mittelwerte und nicht um Marktpreise; Unterschiede bei Zielmärkten, Produktspezifikationen und Lieferbedingungen können das Ergebnis beeinflusst haben.
Von Januar bis Mai des Vorjahres hatten kirgisische Exporteure 14.099 Tonnen im Wert von 1,4 Millionen $ geliefert. Das Plus von mehr als 3.000 Tonnen im Jahr 2026 zeigt, dass Mais als Exportgeschäft an Bedeutung gewinnt. Der Handel bleibt jedoch stark auf einen benachbarten Markt konzentriert.
Usbekistan nimmt 90% der Lieferungen ab
Usbekistan erhielt 15.700 Tonnen und damit 90% der gesamten kirgisischen Maisexporte im Berichtszeitraum. Die physische Liefermenge in das Nachbarland nahm um 12% zu, während ihr Wert laut ZOL um 3,3% auf 1,3 Millionen $ sank.
Auf der usbekischen Route fiel die gegenläufige Entwicklung von Menge und Wert noch deutlicher aus. Die veröffentlichten Daten ergeben einen durchschnittlichen Erlös von etwa 83 $ je Tonne. Mehr Tonnage bei geringeren Einnahmen kann auf schwächere Stückerlöse, eine veränderte Zusammensetzung der Lieferungen oder andere Geschäftsbedingungen hindeuten. Aus den Quelldaten geht nicht hervor, welcher Faktor ausschlaggebend war.
Wegen des hohen Anteils bestimmen Nachfrage und Einkaufsbedingungen in Usbekistan maßgeblich die Wirtschaftlichkeit der kirgisischen Maisexporte. Der Markt lieferte den nötigen Absatz für das gesamte Mengenwachstum, doch der gesunkene Lieferwert begrenzte den Erlöszuwachs für Produzenten und Händler. Zugleich erhöht die Konzentration die Abhängigkeit von Nachfrage, Logistik und Preisen in einem einzigen Zielland.
Drei neue Absatzmärkte kommen hinzu
Kirgisistan nahm außerdem Lieferungen nach Afghanistan, Tadschikistan und China auf. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren in diese Länder keine kirgisischen Maisexporte verzeichnet worden. Afghanistan erhielt 1.107 Tonnen, Tadschikistan 613 Tonnen und China 22 Tonnen. Zusammen kamen die drei neuen Ziele auf 1.742 Tonnen oder rund 10% der gemeldeten Gesamtmenge.
Afghanistan war der größte neue Abnehmer, während Tadschikistan einen weiteren regionalen Markt mit nennenswertem Volumen eröffnete. Die 22 Tonnen für China waren gemessen am gesamten Handel gering und bilden bislang keine bedeutende Alternative zu Usbekistan. Dennoch erweiterten die drei neuen Käufer die geografische Reichweite der kirgisischen Ausfuhren.
Die Exporte nach Russland entwickelten sich in die andere Richtung und sanken von 40 auf 7 Tonnen. Russland war damit in beiden Zeiträumen nur ein marginaler Absatzmarkt. Kurzfristig hängt die Exportentwicklung vor allem davon ab, ob Kirgisistan seine Mengen nach Usbekistan halten kann und ob die neuen Routen nach Afghanistan und Tadschikistan über die ersten Lieferungen hinaus wachsen.