KI-Nachfrage verschärft weltweite Knappheit bei PCB-Laminaten
Der Ausbau der KI-Infrastruktur treibt die Preise für kupferkaschierte Laminate und andere Leiterplattenmaterialien nach oben und verlängert die Lieferzeiten. Asiatische Anbieter profitieren von höheren Gewinnen und investieren in Kapazitäten, während westliche Hersteller steigende Beschaffungsrisiken tragen.
Asiatische Anbieter profitieren vom Engpass
Der Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz verschärft die Knappheit bei kupferkaschierten Laminaten, kurz CCL, und anderen Leiterplattenmaterialien. Elettronica News berichtet von steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten für Käufer. Asiatische Materialhersteller nutzen den angespannten Markt zugleich zur Verbesserung ihrer Margen, Börsenbewertungen und Kapazitätsinvestitionen.
Chinesische Anbieter wie Goldenmax International, Nanya New Material, Shengyi Technology, Wus Printed Circuit, Shengyi Electronics, Shennan Circuits und Wazam New Materials legten starke Prognosen für das erste Halbjahr vor. Bei 11 profitablen Unternehmen lag das durchschnittlich erwartete Wachstum des Nettogewinns zwischen 269% und 342% gegenüber dem Vorjahr. Goldenmax erwartet einen Gewinn von 730 Millionen bis 820 Millionen Yuan und verweist auf den anhaltenden Mangel an CCL und Prepreg. Shengyi Technology meldete einen Quartalsgewinn, der etwa 76% über dem Vorquartal lag.
Preise und Kapazitäten steigen
Der Druck reicht über China hinaus. Der südkoreanische Importwert für CCL erreichte im März 20.728 $ je Tonne. Das waren 74,5% mehr als im Vorjahr und erstmals seit Beginn der Erfassung im Jahr 2000 mehr als 20.000 $, wie von TrendForce zitierte koreanische Zolldaten zeigen. Der südkoreanische Konzern Doosan kündigte ein neues CCL-Werk in Thailand an. Lotte Energy Materials will seine jährliche Kupferfolienkapazität bis 2027 von 3.700 auf 16.000 Tonnen erhöhen und damit PCB-Hersteller für Rechenzentren und KI-Infrastruktur beliefern.
Die Investitionen reagieren auf den rasch steigenden Materialbedarf. Laut Vexos benötigt ein KI-Server mit NVIDIA-Blackwell-GB300-Architektur 28 bis 34 Leiterplattenlagen und extrem verlustarme Dielektrika der Klasse M7. Die für das zweite Halbjahr 2026 erwartete Vera-Rubin-Plattform soll mehr als 40 Lagen und Materialien der Klasse M10 erfordern. Die durchschnittliche Lagenzahl einer KI-Serverplatine stieg von 18 im Jahr 2023 auf 32 im Jahr 2025, ein Plus von 78%. Ein KI-Server verbraucht fünf- bis siebenmal so viel CCL wie ein herkömmlicher Server. TrendForce erwartet 2026 ein jährliches Wachstum der weltweiten KI-Server-Lieferungen von mehr als 28%.
Westliche Käufer warten länger
Reuters berichtete, dass Analysten von Goldman Sachs innerhalb eines Monats PCB-Preissteigerungen von bis zu 40% verzeichneten. Ein Manager von Daeduck Electronics erklärte, die Lieferzeiten für Epoxidharz seien von drei auf 15 Wochen gestiegen. Bei Victory Giant Technology entfallen rund 60% der Rohstoffkosten für Leiterplatten auf Kupfer. Die Preise für Kupferfolie sind seit Jahresbeginn um bis zu 30% gestiegen. Gatema verwies ebenfalls auf gravierende Engpässe bei Epoxidharz, Glasfaser und Kupferfolie.
Raymond Goh, Chief Operating Officer von Confidee, erklärte, die Störung habe sich von speziellen Hochfrequenzmaterialien auf nahezu das gesamte PCB-Materialsegment einschließlich Standard-FR4 ausgebreitet. Die Lieferzeiten stiegen von wenigen Tagen auf etwa vier Wochen. OEMs und Leiterplattenhersteller in Nordamerika und Europa müssen alternative Laminate früher freigeben, den Lagenaufbau vorziehen und ihre Einkaufsplanung von wenigen Wochen auf mehrere Monate ausdehnen. Das Ungleichgewicht stärkt die Preissetzungsmacht asiatischer Lieferanten, erhöht aber Kosten und Produktionsrisiken der globalen Elektronikindustrie.