KGHM wird mit 12,3 Millionen Unzen im Quartal weltgrößter Silberproduzent
KGHM produzierte im zweiten Quartal 2026 12,3 Millionen Unzen Silber und lag damit im MinerDeck-Ranking vor Fresnillo und Newmont. Die höhere Förderung und der starke Preisanstieg stützten das Halbjahresergebnis des polnischen Konzerns.
KGHM überholt Fresnillo und Newmont
Der staatlich kontrollierte polnische Konzern KGHM Polska Miedź ist laut einer Rangliste des Rohstoffportals MinerDeck, über die Gazeta.pl berichtete, zum weltgrößten Silberproduzenten aufgestiegen. Im zweiten Quartal 2026 produzierte die Gruppe 12,3 Millionen Unzen beziehungsweise 383 Tonnen Silber.
Damit lag KGHM vor dem mexikanischen Produzenten Fresnillo mit 10,9 Millionen Unzen und dem US-Unternehmen Newmont mit 7 Millionen Unzen. Newmont gilt als weltgrößter Goldbergbaukonzern. KGHM setzte sich somit nicht nur gegen spezialisierte Silberförderer, sondern auch gegen große diversifizierte internationale Bergbauunternehmen durch.
Polnische Standorte liefern den Großteil
Im ersten Halbjahr 2026 gewann KGHM 712 Tonnen Silber, 8% mehr als im Vorjahr. Davon stammten 697 Tonnen aus den polnischen Betrieben und 14,9 Tonnen aus der Mine Sierra Gorda in Chile. Die Silberproduktion von Sierra Gorda stieg im Jahresvergleich um 38%, machte aber weiterhin nur einen kleinen Teil der Konzernmenge aus.
Das Silber fällt als Nebenprodukt des Kerngeschäfts mit Kupfer an. KGHM förderte im ersten Halbjahr 2026 351.000 Tonnen Kupfer aus Erzen, die von Natur aus geringe Silbermengen enthalten. Bei der anschließenden Kupferverarbeitung wird das Edelmetall abgetrennt und zurückgewonnen. Dadurch entsteht eine zusätzliche wertvolle Erlösquelle, ohne dass KGHM primär Silberminen betreiben muss.
Höhere Preise verstärken den Ergebnisbeitrag
Die höhere Produktion fiel mit einem kräftigen Anstieg des Silberpreises zusammen. Nach Angaben von Gazeta.pl erreichte der Durchschnittspreis der London Bullion Market Association im ersten Halbjahr 2026 78,83 $ je Unze und lag damit fast 141% über dem Durchschnitt des Vorjahreszeitraums. KGHM erzielte im Halbjahr einen Nettogewinn von fast 5,6 Milliarden Zloty. Der Konzern führte die deutlich niedrigeren Kosten in Polen und Chile vor allem auf die hohe Bewertung von Nebenprodukten wie Silber und anderen Edelmetallen zurück.
Vorstandschef Remigiusz Paszkiewicz erklärte, die Halbjahreszahlen bestätigten die gute Verfassung der Gruppe und die Wirksamkeit ihrer Entwicklungsmaßnahmen. KGHM nutze die günstige Lage am Kupfermarkt, um das Geschäft in Polen und im Ausland zu stärken und eine kosteneffiziente, diversifizierte Multi-Rohstoff-Gruppe aufzubauen. KGHM gehört zu den zehn größten Produzenten von Minenkupfer weltweit und besitzt Bergbauanlagen in Polen, den Vereinigten Staaten, Chile und Kanada sowie Kupferhütten in Polen. Zum Portfolio zählen außerdem Molybdän, Nickel und Gold. Größter Aktionär ist der polnische Staat mit 31,79%.