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Kenia will Teeexporte nach China und die Produktion höherwertiger Sorten ausbauen

Kenia will seine Teeverkäufe nach China mithilfe des Nullzollzugangs, chinesischer Verarbeitungstechnik und gemeinsamer Standards steigern. Bis 2030 sollen fast 200 Millionen Kilogramm Grüntee und orthodox verarbeiteter Tee produziert werden; zudem wird eine Online-Auktion geprüft.

Kenia will Teeexporte nach China und die Produktion höherwertiger Sorten ausbauen

Kenia nimmt den chinesischen Markt ins Visier

Kenia strebt eine engere Zusammenarbeit mit China bei Teeproduktion, Technologietransfer und Marktzugang an, um seine Exporte in das weltweit größte Teeverbraucherland auszuweiten. Das teilte das Tea Board of Kenya mit. Die Strategie verbindet eine bevorzugte Zollbehandlung mit Investitionen in die Verarbeitung, einer breiteren Produktpalette und einer stärkeren Ausrichtung auf die Anforderungen chinesischer Verbraucher.

Behördenchef Willy Mutai erklärte, Kenia nutze Chinas Nullzollpolitik und arbeite mit chinesischen Investoren zusammen, um in der gesamten Wertschöpfungskette neue Möglichkeiten zu erschließen. Das Tea Board unterstützt Produzenten mit Schulungen für Landwirte, Beratung und Vermarktungsmaßnahmen bei der Einhaltung internationaler Qualitätsstandards.

Kenia möchte, dass weitere chinesische Unternehmen Exportlizenzen beantragen und Tee direkt bei lokalen Anbietern kaufen. Laut Mutai exportieren chinesische Firmen bereits kenianischen Tee nach China. Den Großteil der Ausfuhren nehmen jedoch weiterhin traditionelle Märkte wie Pakistan, das Vereinigte Königreich, Sudan und Afghanistan ab.

Verarbeitungstechnik und digitaler Vertrieb

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf Standards und Produktionstechnologien. Nach Angaben von Mutai haben drei Unternehmen chinesische Technik zur Teeverarbeitung in Kenia eingeführt. Eine Fabrik arbeitet bereits mit chinesischen Anlagen, die auf Produkte für den Geschmack des chinesischen Marktes ausgelegt sind.

Beide Länder prüfen außerdem die Einführung einer Online-Auktionsplattform für Tee innerhalb der kommenden drei Monate. Das System soll den Handel effizienter gestalten und Käufern wie Verkäufern einen besseren Marktzugang bieten. Für Kenia wäre es ein zusätzlicher digitaler Vertriebskanal bei der angestrebten Diversifizierung über die etablierten Exportbeziehungen hinaus.

Kenia gehört zu den führenden Teeproduzenten der Welt und ist der größte Exporteur von schwarzem CTC-Tee, der nach dem Verfahren Crush, Tear and Curl hergestellt wird. China bietet jedoch mehr Potenzial für Grüntee, orthodox verarbeiteten Tee und Spezialitäten. Das Tea Board rechnet in diesen höherwertigen Kategorien mit deutlichem Wachstum und strebt bis 2030 eine Produktion von fast 200 Millionen Kilogramm Grüntee und orthodoxem Tee an.

Qualität, Forschung und Klimaresistenz

Chinesische Käufer legen Mutai zufolge besonderen Wert auf Qualität, Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit. Kenia sieht im geringen Pestizideinsatz, der durch günstige klimatische Bedingungen ermöglicht wird, sowie in seinen Anbaumethoden und Qualitätssicherungssystemen Wettbewerbsvorteile.

Die Partnerschaft umfasst zudem Forschung, Ausbildung und Kompetenzentwicklung. Kenianische Produzenten und Forscher werden regelmäßig in China geschult. Institutionen beider Länder arbeiten außerdem gemeinsam an neuen Sorten und Produkten. Dazu gehören klimaresistente Teepflanzen mit höheren Erträgen sowie größerer Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Krankheiten.

Kenianische Forscher haben laut Mutai mithilfe klassischer Züchtung und molekularer Verfahren 62 Teesorten mit unterschiedlichen Eigenschaften entwickelt. Sie sollen Landwirten den Anbau in verschiedenen agrarökologischen Zonen ermöglichen und ihre Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel verringern.

Das Tea Board kooperiert mit chinesischen Partnern außerdem bei Verarbeitungsmaschinen, energieeffizienter Technik und Produktinnovationen. Chinas Botschafterin in Kenia, Guo Haiyan, bezeichnete die Modernisierung der Landwirtschaft als wichtigen Bereich der chinesisch-afrikanischen Zusammenarbeit im Rahmen des Forums für China-Afrika-Kooperation. Für Kenias Teeindustrie wird entscheidend sein, ob Technik, Direkteinkauf und zollfreier Zugang dauerhaft Nachfrage in einem Markt mit eigenen Produktvorlieben schaffen.

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