Kenia fördert Spezialtee mit 360-Millionen-Ksh-Projekt und Fabrikzuschuss
Kenia erweitert die Verarbeitung von Grüntee und anderen Premiumsorten, um die Erträge von Kleinbauern zu erhöhen und die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Markt für schwarzen CTC-Tee zu verringern. Ein Grünteeprojekt über 360 Millionen Ksh wird mit japanischer Unterstützung fortgesetzt, während die Thumaita-Teefabrik 28,7 Millionen Ksh für ihre Modernisierung erhält.
Regierung setzt auf höherwertige Teeproduktion
Kenia verstärkt seine öffentliche Förderung der Teeverarbeitung, um mit Grüntee, Purpurtee, orthodox verarbeitetem Tee und weiteren Spezialsorten höhere Erlöse zu erzielen. Landwirtschaftsminister Mutahi Kagwe stellte der Thumaita-Teefabrik im County Kirinyaga einen staatlichen Zuschuss von 28,7 Millionen Ksh für die Modernisierung bereit, wie die Kenya Broadcasting Corporation berichtet. Mit den Mitteln sollen die Verarbeitungskapazitäten verbessert und neben herkömmlichem schwarzem Crush-Tear-Curl-Tee, kurz CTC, höherwertige Sorten hergestellt werden.
Kirinyagas stellvertretender Gouverneur David Githanda erklärte, modernisierte Maschinen und eigene Linien für Spezialtee könnten die Verarbeitungskosten senken, die Ausbeute aus den Teeblättern verbessern und die Ausschüttungen an die Bauern erhöhen. Die Diversifizierung soll Erzeuger gegen Schwankungen der Erlöse aus traditionellem Tee absichern, die durch das internationale Angebot und Wechselkursbewegungen entstehen. Grüntee, Purpurtee und andere Spezialsorten erzielen potenziell höhere Preise, stellen aber auch strengere Anforderungen an Blattqualität und Fabrikbetrieb.
Grünteefabrik für 360 Millionen Ksh kommt wieder voran
Zum breiteren Investitionsprogramm gehört eine Fabrik für gedämpften Grüntee im Wert von 360 Millionen Ksh, die von der Kenya Tea Development Authority und der Japan International Cooperation Agency unterstützt wird. Die Ausrüstung wurde bei der Kangaita-Teefabrik übergeben. Laut KBC begann der Bau 2019, kam später jedoch zum Stillstand. Die Unterstützung der japanischen Regierung soll das Projekt nun bis zur Fertigstellung voranbringen.
Die Anlage ist als regionales Kompetenzzentrum für Schulungen in der Verarbeitung von Grüntee und Spezialtee vorgesehen. Regierungsvertreter erwarten, dass Kleinbauern dadurch besser an der internationalen Nachfrage nach hochwertigem kenianischem Tee teilhaben können. Kangaita verfügt bereits über Erfahrung in diesem Segment: Fabrikvorsitzender David Githinji zufolge nahm das Unternehmen 2002 als erste Teefabrik Kenias die kommerzielle Produktion von orthodox verarbeitetem Tee auf. Die neuen Anlagen sollen die Effizienz steigern, Produktionskosten senken und die Qualität verbessern.
Qualitätsvorgaben und Verteilung der Abgabe
Die Verantwortlichen betonten, dass Investitionen in die Verarbeitung allein keine Premiumpreise sichern. Bauern sollen strengere Pflückvorgaben einhalten und unter anderem zwei Blätter und eine Knospe ernten, damit geeignetes Rohmaterial in die Spezialteelinien gelangt. Gleichbleibender Anbau und sorgfältige Handhabung werden darüber entscheiden, ob die Fabriken die Anforderungen hochwertiger Märkte erfüllen und ihre neuen Kapazitäten in höhere Einkommen für die Bauern umsetzen können.
Die Regierung erläuterte zudem die Verteilung einer neu eingeführten Teeabgabe von 1 %. Willy Mutai, Vorstandsvorsitzender des Tea Board of Kenya, sagte, dass die Käufer und nicht die Bauern die Abgabe zahlen. Die Hälfte der Einnahmen fließt direkt an die Bauern, 20 % gehen in Forschung und Entwicklung. Die County-Regierungen erhalten 15 % für ländliche Straßen in den Teeanbaugebieten, weitere 15 % behält das Tea Board für die Regulierung. Für Kirinyaga sind diese Maßnahmen besonders relevant, denn Tee ist dort die zweitwichtigste kommerzielle Agrarkultur. Mehr als 53.000 Kleinbauern produzierten im Geschäftsjahr 2024/2025 insgesamt 103,5 Millionen Kilogramm grüne Teeblätter im Wert von über 7,6 Milliarden Ksh, wie KBC berichtet. Entscheidend wird sein, ob die modernisierten Fabriken diese Rohstoffbasis dauerhaft in Tee mit einem stabilen Preisaufschlag gegenüber Standard-CTC-Ware verwandeln können.