Kenias Saatgutfirmen beschleunigen Entwicklung dürreresistenter Maissorten
Kenianische Saatguthersteller bringen schneller reifende Maishybriden auf den Markt, nachdem geringe Niederschläge in einigen Gebieten Ernteverluste von mehr als 60 % verursacht haben. Neue Sorten benötigen weniger als 350 mm Regen statt rund 800 mm bei traditionellen Hybriden; einige reifen innerhalb von 90 Tagen.
Saatguthersteller reagieren auf wachsende Niederschlagsrisiken
Kenianische Maissaatgutfirmen beschleunigen die Forschung an klimaresilienten Sorten, weil unberechenbares Wetter die Risiken für Landwirte und die Lebensmittelversorgung des Landes erhöht. The Star berichtet, dass ausgebliebene Regenfälle in wichtigen Anbauregionen bereits erhebliche Schäden verursacht haben. In einigen Gebieten verloren Landwirte mehr als 60 % ihrer Kulturen, nachdem die Maisfelder vertrocknet waren.
Die Ausfälle steigern die Nachfrage nach Saatgut, das entweder vor dem Ende der Regenfälle reift oder Trockenperioden in empfindlichen Entwicklungsphasen übersteht. Bei Mais bestimmen Menge und Zeitpunkt des Niederschlags sowohl den Ertrag als auch die Fähigkeit der Betriebe, ihre Ausgaben für Saatgut und andere Betriebsmittel zu decken. Für Saatguthersteller entsteht damit ein Markt für Hybriden, die auf kürzere und weniger verlässliche Vegetationsperioden zugeschnitten sind.
Neue Hybriden benötigen weniger Regen und Zeit
Western Seed Company hat gemeinsam mit der kenianischen Agrar- und Viehforschungsorganisation Kalro eine neue Generation dürremindernder Maissorten entwickelt. Mindestens sieben Sorten wurden auf den Markt gebracht. Nach Angaben des Unternehmens sollen die früh reifenden Hybriden unter verschiedenen ökologischen Bedingungen Kenias funktionieren, darunter in Trockengebieten.
Zu ihnen gehört Aminika WH505, eine extrem frühe Sorte, die innerhalb von 90 Tagen reift und 250 mm Niederschlag benötigt. Western-Seeds-Vertriebsleiter Tarek Albalah sagte, sie eigne sich für die Countys Turkana, Kitui, Makueni und Baringo. Die neueren Hybriden des Unternehmens benötigen generell weniger als 350 mm Regen, traditionelle Sorten dagegen etwa 800 mm. Weitere schnell reifende Produkte sind Haraka WH101, WH301, WH401, WH507 und WH508. Laut Albalah kann der neu gezüchtete Mais entweder durch einen vollständigen Zyklus in 90 Tagen der Dürre entgehen oder während der Blüte 21 Tage ohne Wasser überstehen. Trockenstress in dieser Phase kann die Leistung der Pflanzen stark beeinträchtigen.
Produktionskapazität und regionale Präsenz wachsen
Western Seed hat seine Aktivitäten über Kenia hinaus nach Uganda, Tansania und Sambia ausgeweitet. Der leitende Techniker Simon Kipngetich sagte, das Unternehmen habe die Saatgutproduktion nach Einführung der Bewässerung von sieben Millionen auf 12 Millionen Kilogramm erhöht. Der Zuwachs um fünf Millionen Kilogramm verbessert die Lieferfähigkeit, während in Märkten mit unregelmäßigen Regenfällen die Nachfrage nach Sorten mit kürzerem Zyklus steigt.
Kenya Seed Company verfolgt eine ähnliche Produktstrategie. Die neueren Sorten H6506, H675 und H6507 reifen in 90 bis 110 Tagen und benötigen rund 350 mm Niederschlag. Ältere Hybriden wie H614 und H625 brauchen etwa 800 mm und bis zu 180 Tage bis zur Reife. Der Unterschied verschafft Landwirten mehr Spielraum bei der Wahl des Aussaattermins und verkürzt die Zeit, in der ihre Kulturen einer ausbleibenden Regenzeit ausgesetzt sind. Zudem haben die Unternehmen eine vierschichtige Saatgutbeschichtung zum Schutz vor Schädlingen eingeführt. Die neue Genetik beseitigt das Produktionsrisiko nicht, doch der geringere Wasserbedarf und die kürzeren Zyklen schaffen zusätzliche Optionen, wenn Dürre zur unmittelbaren wirtschaftlichen und ernährungspolitischen Gefahr wird.