Kasachstans Weizen- und Mehlexporte verlieren im Mai an Tempo
Kasachstan exportierte im Mai 2026 538.200 Tonnen Weizen und 150.200 Tonnen Weizenmehl, 24% beziehungsweise 29% weniger als im April. Trotz des monatlichen Rückgangs lagen die Neunmonatsmengen über dem Vorjahr, während Futtermehl einen Exportrekord erreichte.
Mai-Lieferungen fallen gegenüber April
Kasachstan exportierte im Mai 2026 538.200 Tonnen Weich- und Hartweizen. Das geht aus Daten des nationalen Statistikamtes hervor, die der Getreideverband Kasachstans veröffentlichte. Die Menge lag 24% unter dem Aprilwert und 15% unter dem Mai des Wirtschaftsjahres 2024/25. Erstmals im laufenden Wirtschaftsjahr blieb damit der monatliche Weizenexport unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
Auch die Weizenmehlausfuhren verloren gegenüber April an Tempo. Im Mai sanken sie um 29% auf 150.200 Tonnen, lagen jedoch weiterhin 41% über dem Vorjahresniveau. Die Lieferungen nach Afghanistan gingen auf 94.400 Tonnen zurück, nach Usbekistan auf 24.000 Tonnen, nach Kirgisistan auf 14.600 Tonnen, nach Turkmenistan auf 6.300 Tonnen und nach Russland auf 2.000 Tonnen. Den fünften Monat in Folge wurden keine Weizenmehlausfuhren nach China registriert.
Neunmonatsbilanz bleibt über dem Vorjahr
Trotz des Rückgangs im Mai exportierte Kasachstan von September bis Mai 2025/26 nach Schätzung des Getreideverbandes 7,2217 Millionen Tonnen Weizen. Das waren 19% mehr als im Vergleichszeitraum des vorherigen Wirtschaftsjahres. Auf Zentralasien entfielen 5,5352 Millionen Tonnen beziehungsweise 76,6% der Gesamtausfuhren, nach 69,5% im Vorjahr. Usbekistan allein kam auf einen Anteil von 59,6% und steigerte seine Käufe um 44%. Die Lieferungen nach Afghanistan erhöhten sich auf das 2,8-Fache.
Außerhalb des regionalen Kernmarktes veränderte sich die Verteilung deutlich. Die Exporte in die Türkei stiegen auf das 27-Fache, in den Iran auf das 360-Fache und nach Russland auf das 14,8-Fache. Kasachstan lieferte zudem 23.300 Tonnen nach Tunesien und 6.000 Tonnen nach Frankreich, nachdem beide Märkte im Vergleichszeitraum keinen kasachischen Weizen bezogen hatten. Dagegen sanken die Lieferungen nach Aserbaidschan auf 207.800 Tonnen, nach Italien auf 242.200 Tonnen und nach Georgien auf 38.600 Tonnen. Die Ausfuhren nach Ägypten, Vietnam und Marokko fielen auf null.
Durum schwächelt, Futtermehl erreicht Rekord
Das Durumsegment entwickelte sich schwächer. Im Mai wurden 11.700 Tonnen exportiert, 3,52-mal weniger als im April und 3,5-mal weniger als ein Jahr zuvor. Von September bis Mai gingen die Ausfuhren um 14% auf 394.500 Tonnen zurück. Italien blieb mit 242.200 Tonnen größter Abnehmer, kaufte jedoch 32% weniger. Der Getreideverband senkte deshalb seine Durum-Exportprognose für 2025/26 um 50.000 Tonnen auf 450.000 Tonnen.
Die Weizenmehlausfuhren stiegen in den neun Monaten um 17,5% auf 1,7335 Millionen Tonnen. Die inländische Mehlproduktion wuchs um 15,3% auf 3,1293 Millionen Tonnen; 55,4% der Produktion wurden exportiert. Futtermehl entwickelte sich im Mai gegenläufig zu Weizen und Weizenmehl: Die Ausfuhren stiegen gegenüber April um fast 41% auf den Rekordwert von 352.000 Tonnen. In neun Monaten erreichten sie den historischen Höchststand von 2,7565 Millionen Tonnen, das 1,88-Fache des Vorjahresvolumens. China nahm mehr als 99% ab. Der Verband erhöhte seine Saisonprognosen auf 8,6 Millionen Tonnen Weizen, 2,05 Millionen Tonnen Weizenmehl und 3,3 Millionen Tonnen Futtermehl, sofern China keine neuen administrativen Beschränkungen einführt.